Paul Otto Geibel

deutscher SS-Brigadeführer, Generalmajor der Polizei und SSPF Warschau

Paul Otto Geibel (* 10. Juni 1898 in Dortmund; † 12. November 1966 in Warschau) war ein deutscher SS-Brigadeführer (1944), Generalmajor der Polizei (1944) und ab März 1944 letzter SS- und Polizeiführer (SSPF) Warschau.

Paul Otto Geibel (1944)

WerdegangBearbeiten

Geibel nahm nach dem Besuch der Mittleren Volksschule als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Er arbeitete als Versicherungsvertreter und trat der NSDAP (Mitgliedsnummer 761.353) und SA im Dezember 1931 und der SS (SS-Nr. 313.910) im Juli 1938 bei.[1][2]

Ab Anfang April 1935 war er bei der Polizei tätig und ab 1941 im Hauptamt Ordnungspolizei beschäftigt. Dort fungierte er als Amtsgruppenchef im Amtsgruppenkommando II von Oktober 1942 bis März 1944.[2] Von Ende März 1944 bis zum 1. Februar 1945 war er SS- und Polizeiführer in Warschau. Nach dem gescheiterten Warschauer Aufstand stand die planmäßige Zerstörung der Stadt Warschau („Auflockerungs-, Räumungs-, Lähmungs- und Zerstörungsmaßnahmen“) von Oktober 1944 bis Januar 1945 unter seinem Kommando.[3] Anschließend war er bis zum 8. Mai 1945 Befehlshaber der Ordnungspolizei in Prag.[4]

Geibel wurde nach Kriegsende durch tschechische Gerichtsbarkeit aufgrund seiner SS-Mitgliedschaft zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach Verbüßung dieser Haftstrafe erfolgte seine Auslieferung an Polen. Dort wurde er 1954 wegen seiner Tätigkeit als SSPF Warschau, insbesondere während des Warschauer Aufstandes, zu lebenslanger Haft verurteilt.[5] Geibel nahm sich im November 1966 in der Haft das Leben.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-596-16048-8. (Aktualisierte 2. Auflage)
  • Timm C. Richter: Krieg und Verbrechen: Situation und Intention: Fallbeispiele, Martin Meidenbauer Verlag, München 2006, ISBN 978-3-89975-080-5.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Timm C. Richter: Krieg und Verbrechen: Situation und Intention: Fallbeispiele. Martin Meidenbauer Verlag 2006, S. 131.
  2. a b c Dermot Bradley: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei, Bd. 1, ISBN 3-7648-2373-9; S. 360ff.
  3. Deutsches Historisches Institut Warschau: Bulletin 2005, Nr. 12, S. 55 (Bulletin (Memento des Originals vom 30. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dhi.waw.pl; PDF-Datei; 362 kB).
    Ralph Giordano: Rede zur 60. Wiederkehr des Warschauer Aufstandes vom 1. August 1944 am 19. Juli 2004 in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt (Rede, S. 6. (Memento des Originals vom 13. Oktober 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bund-der-vertriebenen.de; PDF-Datei; 51 kB)
  4. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 177.
  5. Timm C. Richter: Krieg und Verbrechen: Situation und Intention: Fallbeispiele, Martin Meidenbauer Verlag 2006. S. 128ff.