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Paul Czinner

Autor, Filmregisseur und Filmproduzent

LiteraturBearbeiten

In Wien studierte er Philosophie und Literatur, arbeitete als Journalist und ab 1919 für den Film als Autor, Regisseur und Produzent. Er lernte die junge Schauspielerin Gilda Langer kennen und verlobte sich Anfang des Jahres 1920 mit ihr.[1] Bevor es zu einer Zusammenarbeit und Hochzeit kommen konnte, verstarb Gilda Langer jedoch im Alter von 23 Jahren am 31. Januar 1920. 1920 erschien Paul Czinners „wichtigster“ Film – wie er 1970 im Fernsehen rückblickend meinte – während seiner Schaffenszeit in Wien: der vorexpressionistische Film Inferno. In Berlin, damals Karriere-Sprungbrett für zahlreiche österreichische Filmschaffende, hielt er Kontakte zu den österreichischen Autoren Carl Mayer und Hans Janowitz, die gerade an der Vorlage zu „Das Kabinett des Dr. Caligari“ arbeiteten, sowie zu Fritz Lang, der gerade „Der Herr der Liebe“ inszenierte und am Anfang seiner erfolgreichen Karriere stand. Gemeinsam haben sie allesamt expressionistischen Einfluss in ihren Werken. Czinner berichtete auch, dass er Bewegung im Film haben wollte, und zu diesem Zweck auf einem Dreirad eine Kamera aufbauen lassen habe. Dies soll die erste Fahraufnahme gewesen sein, die daraufhin weltweit zur Anwendung und Weiterentwicklung kam.[2]

1924 bot Czinner Elisabeth Bergner die Hauptrolle in seinem Film Nju an, auch privat wurde sie seine Partnerin. Als Juden flohen sie 1933 nach der Machtergreifung Hitlers zuerst nach Wien und dann nach London, wo sie heirateten. Im Jahr 1934 inszenierte Czinner Katharina die Große mit seiner Frau in der Hauptrolle. Der Film wurde allerdings in Deutschland verboten. 1940 emigrierten sie nach Amerika und arbeiteten am Broadway. Nach dem Ende des Krieges kehrten sie nach England zurück, wo Czinner erfolgreiche Ballett- und Opernverfilmungen (Don Giovanni, Der Rosenkavalier) drehte.

FilmografieBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 130 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8
  • Michael Omasta, Brigitte Mayr: Paul Czinner – Der Mann hinter Elisabeth Bergner. SYNEMA Publikationen, Wien, 2013, ISBN 978-3-901644-49-8.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweisBearbeiten

  1. Ilona Brennicke, Joe Hembus, Robert Fischer: Klassiker des deutschen Stummfilms, 1910–1930, S. 57 [1]
  2. Filmgeschichte(n) aus Österreich. Zehnteilige Fernsehdokureihe des ORF, Wien 1970–1972, aus: Walter Fritz: Im Kino erlebe ich die Welt – 100 Jahre Kino und Film in Österreich. Wien 1996