Paul Anka

kanadischer Sänger, Komponist, Liedtexter und Schauspieler

Paul Albert Anka (* 30. Juli 1941 in Ottawa) ist ein kanadischer Sänger, Komponist, Liedtexter und Schauspieler. In den 1950er Jahren war er ein Teenager-Idol. Sein Song Diana zählt zu den erfolgreichsten Singles.

Paul Anka (2007)

LebenBearbeiten

Paul Anka ist der Sohn libanesisch-syrischer Eltern, die in Ottawa ein Restaurant betrieben. Der Großvater stammt aus Damaskus, Syrien. Mit 14 Jahren nahm er an Gesangswettbewerben in Kanada teil. 1956 war Paul Anka zu Besuch bei seinem Onkel in Los Angeles, wo er die Gelegenheit hatte, bei Ernie Freeman, dem A&R-Direktor von Modern Records vorzusingen. Freeman ließ den Minderjährigen einen Plattenvertrag unterschreiben. Es entstand im Oktober 1956 die Single I Confess/Blau-Wile-Deveest-Fontaine (RPM #472), betitelt nach einem afrikanischen Dorf aus John Buchans Roman Prestor John, den Anka im Sommer für die Schule zu analysieren hatte.[1] Hintergrundsänger waren die Cadets, die gerade mit Stranded in the Jungle einen großen Hit bei Modern in den Charts hatten. Damit war Anka der einzige weiße Interpret dieses reinen Rhythm & Blues-Labels. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass man mit Anka und seiner Musik nicht viel anfangen konnte, sodass der Titel lediglich 3000 Stück umsetzte und dann in den Archiven verschwand. Damit schien Ankas Gesangskarriere beendet.

Im Mai 1957 spielte Paul Anka in New York City neben drei anderen Songs dem Produzenten und Arrangeur Don Costa auch seine Eigenkomposition Diana vor. Costa nahm den Titel mit Anka auf; es wurden weltweit mehr als zehn Millionen Schallplatten davon verkauft. Anka wurde zum Teenie-Idol. Diana wird zu den zehn meistverkauften Singles (Stand 2010) gezählt.[2] Es folgten weitere Tophits wie Lonely Boy oder Put Your Head on My Shoulder.

Anka schrieb weiter Songs, unter anderem für Buddy Holly. Für Frank Sinatra textete er My Way zur Melodie des französischen Chansons Comme d'habitude, für Tom Jones komponierte er She’s a Lady. Er nimmt regelmäßig Platten auf und steht in Las Vegas als Entertainer auf der Bühne. 2005 begann Anka das Projekt Rock Swings, das Rock-Klassiker im Swing-Stil präsentierte. Anka produzierte auch das Swing-Coveralbum von Michael Bublé. Wegen des großen Erfolgs des Rock-Swings-Albums legte er 2007 ein weiteres Swing-Album nach: Classic Songs – My Way. Es enthält unter anderem Ankas Versionen von Cyndi Laupers Time After Time und Bob Segers Against the Wind, außerdem singt Anka My Way im Duett mit Jon Bon Jovi.

Anka ist Träger des Johnny Mercer Award der Songwriter's Hall of Fame, des französischen Preises Chevalier de Ordre des Arts et des Lettres, wurde zum Order of Canada ernannt und erhielt 2018 den Lifetime Achievement Award der Canadian Music Industry Hall of Fame.[3] Seit 1980 ist er darüber hinaus Mitglied der Canadian Music Hall of Fame, die erst 1978 ins Leben gerufen wurde.[4]

Im Februar 2019 unterzeichnete Anka einen langfristigen Multimillionen-Dollar-Deal mit Primary Wave Musik. Der Deal umfasst Ankas Veröffentlichungen, seine Masterrechte sowie die Verwertung seines Namens und Abbildes.[5]

TriviaBearbeiten

  • 1961 übernahm er eine Nebenrolle im Film Der längste Tag.
  • In der Serie Gilmore Girls besitzt Lorelai Gilmore einen Hund namens Paul Anka. Anka tritt in der 18. Folge der sechsten Staffel (The real Paul Anka) als er selbst in einem Traum Lorelais auf.
  • Außerdem ist er in der Simpsons-Folge Treehouse of Horror VI, in der Serie Ein Colt für alle Fälle in der Folge Geldwäsche und in der Fernsehserie Las Vegas unter anderem in der Folge Diebe und Fälscher zu sehen.
  • Zu seinen Privatkonzerten gehörte 2019 ein Auftritt in der Botschaft der Vereinigten Staaten in Budapest.[6]
  • Von Oktober bis November 2020 nahm Anka als Broccoli an der vierten Staffel der US-amerikanischen Version von The Masked Singer teil, in der er den siebten von insgesamt 16 Plätzen belegte.[7]

Diskografie und Chart-NotierungenBearbeiten

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

Schauspieler

LiteraturBearbeiten

  • Paul Anka und David Dalton: My Way: An Autobiography; Saint Martin's Press Inc. April 2013; ISBN 978-0-312-38104-2 (Hardcover); ISBN 978-1-250-03520-2 (E-Book)
  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S., 11f – ISBN 0-312-02573-4

WeblinksBearbeiten

Commons: Paul Anka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fred Bronson, The Billboard Book of Number One Hits, 1985, S. 25
  2. EveryHit über Diana
  3. cmw.net/
  4. Canadian Music Hall of Fame – Inductees. Canadian Music Hall of Fame, abgerufen am 6. August 2017 (englisch).
  5. musicbusinessworldwide.com
  6. https://www.nytimes.com/2019/10/22/world/europe/david-cornstein-hungary-trump-orban.html
  7. Rachel Yang: Masked Singer recap: Broccoli chopped, unmasked to reveal famed crooner. In: Entertainment Weekly. 26. November 2020, abgerufen am 27. November 2020 (englisch).