Patti LaBelle

US-amerikanische R&B- und Soul-Sängerin

Patti LaBelle (* 24. Mai 1944 in Philadelphia, Pennsylvania; eigentlich Patricia Louise Holt) ist eine amerikanische R&B- und Soul-Sängerin und zweifache Grammy-Preisträgerin.[1]

Patti LaBelle (2005)
Patti LaBelle (Life Ball 2010)

BiografieBearbeiten

Bluebelles & LabelleBearbeiten

Mit 14 Jahren begann Patti LaBelle, in der Kirche zu singen. 1958 gründete sie mit ihren drei Freundinnen Cindy Birdsong, Nona Hendryx and Sarah Dash „The Ordettes“. 1962 erhielten sie einen Plattenvertrag, wobei aus Patricia Holt „Patti LaBelle“ wurde. The Ordettes nannten sich fortan „The Bluebelles“.

Im gleichen Jahr hatten Patti LaBelle & the Bluebelles mit I Sold My Heart to the Junkman ihren ersten Top-40-Hit. Sie traten im legendären New Yorker Apollo Theater auf und wurden eine der angesagtesten Gesangsgruppen ihrer Zeit. Zu ihren Hits gehörten Danny Boy, Down the Aisle (The Wedding Song), You’ll Never Walk Alone und Somewhere over the Rainbow.

1970 gingen die Bluebelles nach England, nachdem Cindy Birdsong die Gruppe verlassen hatte, und zu den Supremes gewechselt war. Im folgenden Jahr kamen sie mit einem neuen Namen nach Amerika zurück: „LaBelle“; Ende des Jahres veröffentlichten sie gemeinsam mit Laura Nyro die LP Gonna Take a Miracle. 1975 hatten sie mit Lady Marmalade eine Nummer 1, das zugehörige Album Nightbirds gewann Gold. In Deutschland war LaBelle weniger erfolgreich, lediglich ihre Single Lady Marmalade konnte sich in den deutschen Charts 1975 unter die Top 20 platzieren.[2]

Patti LaBelleBearbeiten

1976 löste sich die Gruppe auf. Im Jahr darauf brachte Patti LaBelle ihr gleichnamiges erstes Soloalbum heraus. 1983 hatte sie mit If Only You Knew und Love, Need & Want You zwei große Hits. 1985 verhalf der Film Beverly Hills Cop – Ich lös’ den Fall auf jeden Fall ihren Songs New Attitude und Stir It Up zu Erfolg. 1986 kam ihr erfolgreichstes Album heraus, Winner in You, mit dem von Burt Bacharach komponierten Nummer-1-Hit On My Own. Für den Bond-Film Lizenz zum Töten sang sie den Song If You Asked Me To. 1989 arbeitete LaBelle mit Prince zusammen, der zwei Songs für ihr Album Be Yourself komponierte.

1992 gewann Patti LaBelle ihren ersten Grammy Award in Form des Grammy Award für die beste weibliche R&B-Darbietung für Burnin’. 1998 folgte ein zweiter Grammy in dieser Kategorie. 1993 erhielt sie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und 2007 den Excellence in Media Award der GLAAD Media Awards.[3] Einige ihrer Songs wurden von jungen Popkünstlern neu aufgenommen, etwa Lady Marmalade von Christina Aguilera, P!nk, Mýa und Lil’ Kim (für den Film Moulin Rouge), oder verarbeitet, wie z. B. Love, Need & Want You von Nelly und Kelly Rowland in deren Nummer-1-Hit Dilemma. LaBelle ist ein großer Fan von Mariah Carey. Beide nahmen gemeinsam ein Duett mit dem Titel Got to Be Real auf.

Der Rolling Stone listete Patti LaBelle 2008 auf Rang 95 der 100 besten Sänger aller Zeiten.[4]

Im Juli 2019 wurde in ihrer Geburtsstadt Philadelphia der Patti LaBelle Way eingeweiht.[5]

Von Oktober bis November 2019 nahm LaBelle als Flower an der zweiten Staffel des US-amerikanischen Ablegers von The Masked Singer teil, in der sie den achten von insgesamt 16 Plätzen erreichte.[6]

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][7][8]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   UK   US   R&B
1966 Over the Rainbow R&B20
(2 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: Mai 1966
als Patti LaBelle & the Bluebelles
1971 Gonna Take a Miracle US46
(17 Wo.)US
R&B41
(7 Wo.)R&B
Laura Nyro mit LaBelle
Erstveröffentlichung: 17. November 1971
1975 Nightbirds US7
 
Gold

(28 Wo.)US
R&B4
(25 Wo.)R&B
als LaBelle
Erstveröffentlichung: 13. September 1974
Platz 274 der Rolling-Stone-500 (2009)
Moon Shadow R&B42
(3 Wo.)R&B
als LaBelle
Erstveröffentlichung: 1972
Phoenix US44
(13 Wo.)US
R&B10
(10 Wo.)R&B
als LaBelle
Erstveröffentlichung: 19. August 1975
1976 Chameleon US94
(10 Wo.)US
R&B21
(25 Wo.)R&B
Eals LaBelle
Erstveröffentlichung: 17. Juni 1976
1977 Patti LaBelle US62
(16 Wo.)US
R&B16
(22 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 1977
1978 Tasty US129
(7 Wo.)US
R&B39
(8 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 23. Oktober 1978
1979 It’s Alright with Me US145
(16 Wo.)US
R&B33
(17 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 12. November 1979
1980 Released US114
(13 Wo.)US
R&B21
(22 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 24. November 1980
1981 The Spirit’s in It US156
(4 Wo.)US
R&B43
(9 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 30. November 1981
1983 I’m in Love Again US40
 
Gold

(35 Wo.)US
R&B4
(46 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 21. November 1983
1985 Patti US72
(29 Wo.)US
R&B13
(41 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 11. Juli 1985
1986 Winner in You DE31
(16 Wo.)DE
UK30
 
Silber

(17 Wo.)UK
US1
 
Platin

(30 Wo.)US
R&B1
(42 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 28. April 1986
1989 Be Yourself US86
(26 Wo.)US
R&B14
(39 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 22. Juni 1989
1991 Burnin’ US71
 
Gold

(36 Wo.)US
R&B9
(51 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1991
Grammy (Best Female R&B Vocal Performance)
1994 Gems US48
 
Gold

(22 Wo.)US
R&B7
(38 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 7. Juni 1994
1997 Flame US39
 
Gold

(21 Wo.)US
R&B10
(50 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 24. Juni 1997
2000 When a Woman Loves US63
(5 Wo.)US
R&B26
(12 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2000
2004 Timeless Journey US18
(10 Wo.)US
R&B5
(24 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 4. Mai 2004
2005 Classic Moments US24
(9 Wo.)US
R&B5
(14 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 21. Juni 2005
2006 The Gospel According to Patti LaBelle US86
(9 Wo.)US
R&B17
(31 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 21. November 2006
2007 Miss Patti’s Christmas US174
(1 Wo.)US
R&B26
(7 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 9. Oktober 2007
2008 Back to Now US45
(2 Wo.)US
R&B9
(15 Wo.)R&B
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2008
als LaBelle

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Alben

  • 1962: Patti Labelle and Her Bluebells on Stage (als Patti LaBelle & the Bluebelles)
  • 1963: Sleigh Bells, Jingle Bells & Blue Belles (als Patti LaBelle & the Bluebelles)
  • 1963: Sweethearts of the Apollo (als Patti LaBelle & the Bluebelles)
  • 1967: Dreamer (als Patti LaBelle & the Bluebelles)
  • 1971: Labelle (als LaBelle; VÖ: 8. September)
  • 1973: Pressure Cookin’ (als LaBelle; VÖ: 7. August)
  • 1973: Merry Christmas from Patti LaBelle and the Bluebelles (als Patti LaBelle & the Bluebelles)
  • 1975: Patti LaBelle and the Bluebells (als Patti LaBelle & the Bluebelles)
  • 1984: The Poet II (Bobby Womack feat. Patti LaBelle)
  • 1990: This Christmas (VÖ: 30. Oktober)

LiteraturBearbeiten

  • Warner, Jay: The Billboard Book of American Singing Groups. A History 1940–1990. New York City / New York: Billboard Books, 1992, S. 407–409.

QuellenBearbeiten

  1. Patti LaBelle. 19. November 2019, abgerufen am 12. März 2020 (englisch).
  2. a b Chartquellen: Patti LaBelle LaBelle UK1 UK2 US US LaBelle
  3. GLAAD: Patti LaBelle, Tom Ford, Kate Clinton Honored at 18th Annual GLAAD Media Awards in New York (Memento vom 11. Juli 2007 im Internet Archive), 27. März 2007, abgerufen am 13. März 2015 (englisch).
  4. 100 Greatest Singers of All Time. Rolling Stone, 2. Dezember 2010, abgerufen am 9. August 2017 (englisch).
  5. Brandon T. Harden: Patti LaBelle honored with her own Philly street. Abgerufen am 12. März 2020 (amerikanisches Englisch).
  6. Malcolm Venable: The Masked Singer Sends Another Music Legend Home, and It's So Not Cool. In: TV Guide. 20. November 2019, abgerufen am 14. Juli 2020 (englisch).
  7. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7.
  8. Joel Whitburn: Top R&B Albums 1965–1998, ISBN 0-89820-134-9.

WeblinksBearbeiten

Commons: Patti LaBelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien