Hauptmenü öffnen

Patrick Wagner (* 12. Mai 1961 in Trier) ist ein deutscher Historiker.

Patrick Wagner machte 1980 das Abitur am neusprachlich-naturwissenschaftlichen Max-Planck-Gymnasium Trier. Er studierte in den Jahren 1981 bis 1987 die Fächer Geschichte, Germanistik, Biologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Mainz und an der Universität St Andrews. Von 1988 bis 1989 leistete Wagner Zivildienst im Bereich ambulanter Altenpflege in Wiesbaden. In den Jahren 1991 bis 1998 war Wagner wissenschaftlicher Mitarbeiter in mehreren Hamburger Geschichtsvereinen. Im Jahr 1995 wurde er bei Klaus Saul an der Universität Hamburg promoviert mit einer Untersuchung zur Geschichte der Kriminalpolizei in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. Wagner war von 1998 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte bei Ulrich Herbert an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Von 2000 bis 2003 war er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Jahre 2003 habilitierte er sich am Lehrstuhl von Ulrich Herbert an der Universität Freiburg über das Thema Bauern, Junker und Beamte. Lokale Herrschaft und Partizipation im Ostelbien des 19. Jahrhunderts. Wagner lehrt seit Juli 2006 als Professor Zeitgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Von 2008 bis 2011 leitete Wagner das vom Bundeskriminalamt (BKA) an diese Universität vergebene Forschungsprojekt BKA-Historie, das den Fokus auf die Gründungsgeschichte des BKA richtete und die Nachwirkungen des Nationalsozialismus auf das Amt untersuchte. Er ist Mitglied der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt.

Durch Wagners Dissertation wurde erstmals die Rolle der Kriminalpolizei im Nationalsozialismus untersucht. Im Jahr 2002 veröffentlichte Wagner eine Studie über die Geschichte der deutschen Kriminalpolizei von der Weimarer Republik bis in die Frühphase der Bundesrepublik. In seiner Habilitation befasste er sich mit den Landräten und Herrschaftsverhältnissen im Ostelbien des 19. Jahrhunderts. Wagner forscht über die Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft zwischen 1920 und 1970 und über die Geschichte des Bundeskriminalamtes zwischen 1949 und 1981. Wagner war von 2000 bis 2003 Mitglied der Redaktion von der Fachzeitschrift WerkstattGeschichte und ist seit 2001 auch deren Mitherausgeber.

SchriftenBearbeiten

  • Bauern, Junker und Beamte. Lokale Herrschaft und Partizipation im Ostelbien des 19. Jahrhunderts (= Moderne Zeit. Band 9). Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-946-5, (Habilitationsschrift Universität Freiburg im Breisgau 2003, 623 Seiten).
  • Hitlers Kriminalisten. Die deutsche Kriminalpolizei und der Nationalsozialismus zwischen 1920 und 1960 (= Beck’sche Reihe, Band 1498). Beck, München 2002, ISBN 3-406-49402-1.
  • Displaced persons in Hamburg. Stationen einer halbherzigen Integration 1945 bis 1958. Mit einem Beitrag von Alfons Kenkmann. Dölling und Galitz, Hamburg 1997, ISBN 3-930802-52-X.
  • Volksgemeinschaft ohne Verbrecher. Konzeptionen und Praxis der Kriminalpolizei in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus (= Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte. Band 34). Christians, Hamburg 1996, ISBN 3-7672-1271-4 (Dissertation Universität Hamburg 1995, 544 Seiten, unter dem Titel: Kommissar Sisyphus träumt vom letzten Fall).

WeblinksBearbeiten