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Partii Naleraq
Hans Enoksen (2008)
Partei­vor­sit­zender Hans Enoksen
Ausrichtung Separatismus, Populismus, Zentrismus
Gründung 8. März 2014
Haupt­sitz Nuuk
Sitze im Inatsisartut
3/31
Mitglied im Folketing nicht vertreten
naleraq.gl

Die Partii Naleraq (grönländisch für „Peilmarke“ oder „Orientierungspunkt“) ist eine politische Partei in Grönland.

GeschichteBearbeiten

Die Partii Naleraq wurde im am 8. März 2014 vom ehemaligen Premierminister Hans Enoksen offiziell gegründet,[1] nachdem dieser aus der Siumut ausgetreten war. Anlass war der Vorwurf einer verfehlten Fischereipolitik sowie die Berufung des Lebensgefährten der Premierministerin Aleqa Hammond zum Ratgeber des Fischereiministers. Enoksen hatte bereits zuvor im Oktober 2013 im Parlament gegen seine Partei und die Aufhebung des Abbauverbotes von Uran gestimmt.[2] Im Oktober 2014 erklärte Anthon Frederiksen, das er mit seiner Kattusseqatigiit Partiiat nicht wieder antreten werde, löste die Partei auf und schloss sich der Partii Naleraq an.[3] 2018 erhielt die Partei zusätzlichen Zulauf durch die Auflösung der Partii Inuit, deren Vorsitzender Nikku Olsen sich ebenfalls der Partii Naleraq anschloss.[4]

Bei der ersten Wahl nach Parteigründung wurde die Partii Naleraq nur knapp hinter den Demokraatit viertstärkste Kraft. Nach dem Zerbrechen des Kabinetts Kielsen I wurde die Partii Naleraq Mitglied des Kabinetts Kielsen II, das bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt war. Nach der Parlamentswahl 2018, bei der die Partei ihr Ergebnis leicht verbessern konnte, wurde sie Mitglied des Kabinetts Kielsen III. Noch im selben Jahr verließ die Partei die Regierung wieder aus Protest gegen die dänische Finanzierung der geplanten neuen grönländischen Flughäfen.

Politische AusrichtungBearbeiten

Den Namen der Partei, der sich mit „Peilmarke“ übersetzen lässt, rührt laut Hans Enoksen daher, dass es in der grönländischen Politik zum Zeitpunkt der Gründung an einer solchen fehlte, auf die der politische Kurs hinzielt.[5] Sie lässt sich als zentristisch und populistisch einordnen.[6][7]

Bei der Gründung der Partei gab die Führung als politische Ziele vor allem den Einsatz für den weniger wohlhabenden Teil der Grönländer ein, die als Fischer und Jäger in den Dörfern und Außendistrikten in Nord- und Ostgrönland leben. Für sie sollten die Fangquoten erhöht, Preise gesenkt und die Wohnsituation verbessert werden. Der Fokus wurde darauf gelegt, dass sich die grönländische Bevölkerung mittels Fischfang, Jagd, Viehhaltung und Landwirtschaft selbst versorgen kann und weniger abhängig von Importen ist.[8][9][10]

Vor der Wahl 2018 gab die Partei als neues politisches Hauptziel die Unabhängigkeit im Jahr 2021 anlässlich des 300. Jubiläums der Kolonialisierung Grönlands durch Hans Egede an.[11]

ParteivorsitzendeBearbeiten

WahlergebnisseBearbeiten

ParlamentswahlenBearbeiten

Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Folge
2014 3.423 11,7 %
3/31
4 Opposition, ab 2016 Juniorpartner der Regierung
2018 3.931 13,6 %
4/31
4 Juniorpartner der Regierung, ab 2018 Opposition

FolketingswahlenBearbeiten

Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Abgeordneter
2015 1.058 5,2 %
0/2
3 nicht vertreten
2019 1.565 7,8 %
0/2
5 nicht vertreten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Her er Partii Naleraqs hovedbestyrelse bei knr.gl
  2. Hans Enoksen forlader Siumut in der Sermitsiaq
  3. Anthon Frederiksen stiller op for Partii Naleraq bei knr.gl
  4. Inuit-kandidater stiller op for Enoksen bei knr.gl
  5. Dét skal Hans Enoksens parti hedde in der Sermitsiaq
  6. Greenland election moves into its last two weeks bei nunatsiaqonline.ca
  7. Greenland independence on hold in snap election bei thelocal.dk
  8. Mærkesag for Partii Naleraq: Egenproduktion af madvarer bei knr.gl
  9. Partii Naleraq etableret bei knr.gl
  10. Partii Naleraq in Den Store Danske
  11. Selvstændighed bliver mærkesag for Partii Naleraq bei knr.gl