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Der Park Szczytnicki

Der Park Szczytnicki (dt. Scheitniger Park) ist eine Parkanlage in Breslau. Die größte innenstädtische Parkanlage mit über 100 Hektar Gesamtfläche liegt östlich der Breslauer Altstadt. Benannt wurde sie nach dem Stadtteil Breslau-Scheitnig (heute Szczytniki).

GeschichteBearbeiten

 
Die Johannes-Nepomuk-Kirche

Die Parkanlage besteht aus zwei Teilen, dem nördlichen und dem südlichen Abschnitt. Diese werden von der ulica Adama Mickiewicza durchtrennt. Der nördliche entspricht dem ältesten Teil des Parks. Dieser wurde 1785 um die ehemalige Residenz von Fürst Friedrich Ludwig von Hohenlohe-Ingelfingen angelegt. Während der napoleonischen Kriege wurde der Park 1806 verwüstet. 1815 erwarb die Stadt Breslau die Grünanlage. Nachdem der Park in Richtung Süden erweitert worden war, wurde dieser zwischen 1865 und 1867 durch den Berliner Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné zu einem englischen Landschaftspark umgebaut.

Zwischen 1909 und 1912 wurde im südlichen Teil der Parkanlage der japanische Garten angelegt. 1911 wurde das Joseph-von-Eichendorff-Denkmal aufgestellt. Für die Jahrhundertausstellung entstand an der südwestlichen Grenze zum Park bis 1913 das Gelände der Jahrhunderthalle, die heute ein Teil der Breslauer Messe ist. Im gleichen Jahr wurde im südlichen Teil die Johannes-Nepomuk-Kirche aufgebaut. Dabei handelt es sich um eine Schrotholzkirche, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. Ursprünglich stammt diese Kirche aus dem oberschlesischen Koźle (Cosel).

Im Nordosten findet man das Olympiagelände, das zwischen 1925 und 1929 erbaut wurde. Südöstlich grenzte der Botanische Schulgarten an, dessen Fläche heute in den Park einbezogen wurde. Im Südosten grenzt der Park an die 1928/29 erbaute Werkbundsiedlung in Breslau-Grüneiche (heute Dąbie). Das 1905 erbaute Denkmal für Friedrich Schiller wurde nach 1945 zerstört. Dieses wurde 1995 zum 190. Todestag von Schiller wieder an alter Stelle aufgestellt. Nach 1945 wurde das Joseph-von-Eichendorff-Denkmal eingeschmolzen. Dieses wurde ebenfalls rekonstruiert, steht aber nun im Botanischen Garten auf der Dominsel. Den Sockel des alten Denkmals findet man noch heute im Park.

Japanischer GartenBearbeiten

 
Teichanlage mit dem offenen Aussichtspavillon im Japanischen Garten

Der Japanische Garten liegt im südlichen Teil der Parkanlage. Er wurde zwischen 1909 und 1912 anlässlich der Jahrhundertausstellung angelegt. Er grenzt im Norden an die ulica Adama Mickiewicza und im Süden an die Jahrhunderthalle. Nachdem die Ausstellung geschlossen wurde, wurden die Pavillons im Garten abgebaut. Die Gartenkompensation blieb erhalten, verfiel aber im Laufe der Zeit. 1995 wurde der Garten mit Hilfe der japanischen Botschaft in Polen wieder rekonstruiert. Beim Oderhochwasser 1997 wurde der Garten zerstört und 1999 wieder aufgebaut.

Der Park heißt Hakkoen, was so viel wie „Weiß-Rot-Garten“ heißt, eine Anspielung auf die Farben der polnischen und japanischen Flagge. Im Park sind viele Ornamente im japanischen Stil vorzufinden, darunter der Pavillon Azumaya, eine Teichanlage mit offenem Aussichtspavillon, und die Eingangstore.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Park Szczytnicki (Breslau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Gerhard Scheuermann: Das Breslau-Lexikon, M-Z. Laumann-Verlag, Dülmen 1994, ISBN 3-87466-157-1, S. 1473–1475.
  • Klaus Klöppel: Breslau – Niederschlesien und seine tausendjährige Hauptstadt. Trescher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-89794-256-1, S. 117–119

Koordinaten: 51° 6′ 50″ N, 17° 4′ 54,1″ O