Pajęczno

Stadt in Polen

Pajęczno [pa'jɛntʃnɔ] (deutsch 1940 Peinstett, 1940–1943 Pfeilstett, 1943–1945 Pfeilstädt) ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Łódź und Sitz der Stadt-und-Land-Gemeinde Pajęeczno.

Pajęczno
Wappen von Pajęczno
Pajęczno (Polen)
Pajęczno
Pajęczno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Łódź
Powiat: Pajęczno
Gmina: Pajęczno
Fläche: 20,21 km²
Geographische Lage: 51° 9′ N, 19° 0′ OKoordinaten: 51° 9′ 0″ N, 19° 0′ 0″ O
Einwohner: 6705 (30. Juni 2019)
Postleitzahl: 98-330
Telefonvorwahl: (+48) 34
Kfz-Kennzeichen: EPJ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: RadomskoWieluń
Nächster int. Flughafen: Katowice



GeschichteBearbeiten

1140 wurde auf dem Handelsweg von Russland nach Schlesien erstmals eine Siedlung namens Pageuchno an der Stelle des heutigen Pajęczno urkundlich erwähnt. Das Stadtrecht erhielt die Siedlung 1265 durch Leszek Czarny verliehen. Während der Dritten Teilung Polens wurde der Ort 1795 Teil Preußens. Mit der Bildung des Herzogtums Warschau 1807 wurde er Teil desselben und acht Jahre später des neu gegründeten Kongresspolens. 1810 kam es am 4. September zu einem Brand, durch den Teile der Stadt und auch wichtige Urkunden ein Opfer der Flammen wurden. Das Stadtrecht verlor der Ort 1870 wieder, als Zar Alexander II. die Anzahl der Städte auf polnischem Gebiet reduzierte. Nach Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort in die Zweite Republik Polens. Während des Überfalls auf Polen wurde die Stadt von der Wehrmacht besetzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde die Stadt wieder Teil Polens und 1956 Sitz eines eigenen Powiats. Zwei Jahre später erhielt die Stadt erneut das Stadtrecht. Bei einer Verwaltungsreform verlor der Ort 1975 den Powiatsitz und wurde Teil der neu gebildeten Wojewodschaft Częstochowa. Nach einer erneuten Verwaltungsreform wurde Pajęczno wieder Sitz des Powiat und Teil der Wojewodschaft Łódź.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1793 1820 1850 1880 1900 1908 1921 1935 1971 2000 2007
Einwohnerzahl[1] 643 1.077 1.253 2.057 2.895 1.756 2.609 3.500 4.000 6.731 6.672[2]

1793 gab es in der Stadt 130 Häuser, 1820 waren es 176. 1880 waren es 195 Häuser.

GemeindeBearbeiten

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde gehören neben der Stadt Pajęczno weitere 19 Ortsteile mit einem Schulzenamt:

  • Czerkiesy
  • Dylów A-Tuszyn
  • Dylów Rządowy
  • Dylów Szlachecki
  • Janki
  • Kurzna-Barany
  • Lipina (1943–1945 Lindenau)[3]
  • Ładzin
  • Łężce
  • Makowiska (1943–1945 Markwiese)[4]
  • Niwiska Dolne
  • Niwiska Górne (1943–1945 Grenzflur)[5]
  • Nowe Gajęcice
  • Patrzyków
  • Podmurowaniec
  • Siedlec
  • Stare Gajęcice
  • Wręczyca
  • Wydrzynów

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Grabiec, Podładzin und Sierociniec.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Die barocke Kirche aus dem 16. Jahrhundert mit einem Bild der Jungfrau Maria mit dem Kind aus dem 13. Jahrhundert
  • Marktplatz der Altstadt mit Häusern aus dem 19. Jahrhundert und einer etwa 500 Jahre alten Linde

VerkehrBearbeiten

Der nächste Bahnhof ist der nicht mehr im Personenverkehr bediente Bahnhof Biała Pajęczańska an der Bahnstrecke Wyczerpy–Chorzew Siemkowice.

LiteraturBearbeiten

  • Pajęczno, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem: Yad Vashem, 2009 ISBN 978-965-308-345-5, S. 572

WeblinksBearbeiten

Commons: Pajęczno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.maerkische-heide.de/orte/kuschkow.htm
  2. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ – STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007 (Memento vom 16. Februar 2008 im Internet Archive)
  3. http://maps.mapywig.org/m/German_maps/series/100K_KDR_Gross_and_Einheitsblaetter/Gb_106_Welun-Rosenberg_O.S.-Tschenstochau_XI.1944_APP_Sygn._M.100-xxxx.jpg
  4. http://maps.mapywig.org/m/German_maps/series/100K_KDR_Gross_and_Einheitsblaetter/Gb_106_Welun-Rosenberg_O.S.-Tschenstochau_XI.1944_APP_Sygn._M.100-xxxx.jpg
  5. http://maps.mapywig.org/m/German_maps/series/100K_KDR_Gross_and_Einheitsblaetter/Gb_106_Welun-Rosenberg_O.S.-Tschenstochau_XI.1944_APP_Sygn._M.100-xxxx.jpg