Padre Pio (2022)

Filmdrama von Abel Ferrara aus dem Jahr 2022

Padre Pio ist ein Filmdrama von Abel Ferrara, das im September 2022 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Premiere feiern soll. Die Filmbiografie spielt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und erzählt von Pater Pio in jungen Jahre, der später zu einem der beliebtesten Heiligen Italiens avancierte.

Film
Originaltitel Padre Pio
Produktionsland Italien, Deutschland
Originalsprache Italienisch, Englisch
Erscheinungsjahr 2022
Länge 104 Minuten
Stab
Regie Abel Ferrara
Drehbuch Abel Ferrara,
Maurizio Braucci
Produktion Maurizio Antonini,
Philipp Kreuzer,
Diana Phillips
Musik Joe Delia
Kamera Alessandro Abate
Besetzung

HandlungBearbeiten

In seinen jungen Jahren ist Pio ein „mystischer und fiebriger“ Kapuzinermönch. Er lebt in einer kleinen Stadt im Süden Italiens und wird Zeuge des Ersten Weltkriegs.[1][2]

BiografischesBearbeiten

 
Pater Pio wurde 2002 heilig gesprochen

Pater Pio war ein italienischer Mönch, erlangte unter den katholischen Gläubigen einen Status, ähnlich dem eines Rockstars und avancierte später zu einem der beliebtesten Heiligen Italiens. Sein ganzes Leben lang hat der Kapuziner, der mit bürgerlichem Namen Francesco Forgione hieß, sowohl Hingabe bewiesen, als auch Kontroversen hervorgerufen und die Gläubigen wachgerüttelt. Viele glaubten, er habe Stigmata gehabt, die die Wunden der Kreuzigung Christi verdeutlichen. Pater Pio starb 1968 im Alter von 81 Jahren. Im Jahr 1999 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig und 2002 heilig gesprochen.[3][1] Im Jahr 2008 wurde der Leichnam Pater Pios exhumiert, und die sterblichen Überreste wurden in der Krypta der Klosterkirche Santa Maria delle Grazie zur Verehrung in einen gläsernen Reliquienschrein gelegt.

ProduktionBearbeiten

Regie und DrehbuchBearbeiten

Regie führte Abel Ferrara, der gemeinsam mit Maurizio Braucci auch das Drehbuch schrieb, der zuvor als Autor für Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra, Paranza – Der Clan der Kinder, Martin Eden und L’envol arbeitete.[4][1][5] Das Drehbuch ist von der Korrespondenz von Pater Pio, der zwischen San Marco La Catola und San Giovanni Rotondo reiste, inspiriert. Diese Briefe hätten die Schönheit der Schriften von Baudelaire und Pier Paolo Pasolini, so der Regisseur.[6] Das Interesse an dem heiliggesprochenen Pater Pio hänge auch mit seinem italienischen Großvater Abele zusammen. Beide seien im selben Jahr, 1887, zur Welt gekommen, und beide hätten die Schwierigkeiten und die Armut des Ersten Weltkriegs erlebt. Pater Pio ist zudem nicht weit vom Geburtsort seines Großvaters in der süditalienischen Region Kampanien geboren worden.[2] Erstmals hatte Ferrara von seinem Vater von dem Heiligen gehört, als er als Junge eine Kirche in New York besuchte, in der eine Statue des Mönchs stand. Ihm sei klar gewesen, dass er seinen Film nur an einem mystischen und mythischen Ort wie diesem machen konnte.[6]

Dreharbeiten und KostümeBearbeiten

 
Die Fassade der Kirche Santa Maria Maggiore, die einer der Drehorte war

Als Kulisse für seinen Film wählte Ferrara daher die italienische Küstenstadt Monte Sant’Angelo. Dort drehte man unter anderem in den Gassen im Viertel Junno, in der Kirche Santa Maria Maggiore und in den Gassen rund um die Wallfahrtskirche San Michele, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, einschließlich der Heiligen Treppe, auf der sich Pilger für gewöhnlich auf Knien bewegen. Tommaso Ortino gestaltete diese Orte als historische Rekonstruktion von San Giovanni Rotondo in der Zeit von 1920 um.[6][5] Hier starb Pater Pio im September 1968. Ein weiterer Drehort war das Kloster San Marco la Catola, wo Padre Pio einige Zeit lebte. Einige Wochen entstanden zudem Aufnahmen in der nahegelegenen Abtei von Pulsano.[6] Der Regisseur hatte diese fünf Jahren vor Drehbeginn entdeckt und wollte Padre Pio unbedingt dort drehen.[6] Als Kameramann fungierte Alessandro Abate.[5]

Die Kostüme stammen von Antonella Cannarozzi, die für ihre Arbeit für I Am Love von Luca Guadagnino für einen Oscar nominiert war.[5]

BesetzungBearbeiten

Die Titelrolle wurde mit Shia LaBeouf besetzt.[1] Vor den Dreharbeiten verbrachte er vier Monate in einem Kloster in den Bergen Kaliforniens.[6] Für eine weitere Rolle war Willem Dafoe vorgesehen, der in der Vergangenheit viele Male mit Ferrara zusammenarbeitete und ebenfalls in Rom lebt.[2] Der Rest der Besetzung besteht vollständig aus italienischen Schauspielern wie Ignazio Oliva, Brando Pacitto, Marco Leonardi, Luca Lionello, Martina Gatti, Carla De Girolamo, Alessandro Cremona, Michelangelo Dalisi und Roberta Mattei.[6] Wie in seinen letzten Filmen Siberia und Zeros and Ones erhielt auch Anna Ferrara, die Tochter des Regisseurs, eine kleine Rolle im Film.[7]

VeröffentlichungBearbeiten

Die Premiere ist im September 2022 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig geplant, wo Padre Pio im Rahmen der Venice Days gezeigt wird.[1]

AuszeichnungenBearbeiten

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2022

  • Nominierung in der Sektion Giornate degli Autori[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Nick Vivarelli: Shia LaBeouf Resurfaces as a Saint in Abel Ferrara’s 'Padre Pio', Launching From Venice Days. In: Variety, 28. Juli 2022.
  2. a b c Abel Ferrara dreht Film über Padre Pio. In: orf.at, 13. August 2021.
  3. Jochen Müller: Abel Ferrara inszeniert Shia LaBeouf als Heiligen. In: Blickpunkt:Film, 13. August 201.
  4. Abel Ferrara dreht Film über Italiens Nationalheiligen Padre Pio. In: derstandard.at, 15. Juli 2016.
  5. a b c d Abel Ferrara: “Padre Pio un leone come Pasolini”. Set a Monte Sant’Angelo. In: immediato.net, 11. Dezember 2021. (Italienisch)
  6. a b c d e f g Francesco Mazzotta: Abel Ferrara talks about his Padre Pio: “A mystical but also real film”. In: Time, 11. Dezember 2021.
  7. Antonella Gaeta: Abel Ferrara gira un film su Padre Pio a Monte Sant'Angelo: "Per me è un leone come Pasolini". In: repubblica.it, 11. Dezember 2021. (Italienisch)
  8. https://variety.com/2022/film/news/shia-labeouf-padre-pio-abel-ferrara-venice-1235327921/