Płaszów (Krakau)

Płaszów ist ein Stadtteil von Krakau, im Verwaltungsbezirk Podgórze, am rechten, südlichen Ufer der Weichsel in Polen.

Mały Płaszów
Karte aus dem Jahr 1916 mit dem geplanten Binnenhafen

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im Jahr 1254 erstmals urkundlich erwähnt, in einem Dokument von Bolesław dem Schamhaften für die Norbertanerinnen in Zwierzyniec. Das Dorf wurde im Jahr 1421 von König Władysław II. Jagiełło ins Deutsche Recht übertragen. Sieben Jahre später kaufte der König das Dorf von einem adeligen Gutsherrn.[1]

Politisch zählte der Ort zunächst zum Königreich Polen (ab 1569 in der Adelsrepublik Polen-Litauen), Woiwodschaft Krakau, Kreis Szczyrzyc. Bei der ersten Teilung Polens kam Płaszów 1772 zum neuen Königreich Galizien und Lodomerien des habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804). Ab dem Jahr 1855 gehörte Płaszów zum Bezirk Podgórze.

Im Jahr 1854 bis 1856 wurden dort drei Befestigungen der Festung Krakau errichtet. Im Jahr 1855 teilte die Galizische Carl Ludwig-Bahn das Dorf. 1884 wurde der Bahnhof Podgórze in Płaszów eröffnet. Im späten 19. Jahrhundert wurde das Dorf industrialisiert.

Laut der österreichischen Volkszählung des Jahres 1900 verfügte die Landgemeinde Płaszów über eine Fläche von 467 Hektar mit 173 Häusern und 1408 Bürgern, davon waren alle polnischsprachig und die Mehrheit der Bevölkerung war römisch-katholisch (1366), im Dorf lebten außerdem 39 Juden.[2]

Am 1. Juni 1901 wurde der Bau des Oder-Weichsel-Dnjester-Kanals durch das österreichische Abgeordnetenhaus durch eine Gesetzesvorlage beschlossen. Die Verwaltung der Stadt Krakau wollte einen Binnenhafen in Płaszów errichten, deswegen plante Krakau das Dorf anzuschließen. Jedoch lehnte die Verwaltung der Gemeinde das erste Angebot von Krakau aus dem Jahr 1903 ab. Am 1. Februar 1912 wurde die Gemeinde nach Krakau eingemeindet.[1] Der Binnenhafen wurde nie erbaut, jedoch erschien er auf einigen der damaligen Karten.[3]

Im Jahr 1921 hatte der Stadtteil XXI. Płaszów 228 Gebäude mit 2619 Einwohnern, davon alle polnischer Nationalität, die Mehrheit war römisch-katholisch (2558), außerdem zählte die größte Minderheit der Juden 51 Menschen.[4]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Płaszów zum Standort des KZ Plaszow, in dem 8.000 Menschen von den Nationalsozialisten ermordet wurden.[5]

WeblinksBearbeiten

Commons: Płaszów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Geschichte von Płaszów
  2. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907 (online).
  3. Eine Karte aus dem Jahr 1926
  4. Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Województwo krakowskie i Śląsk Cieszyński. Warszawa 1925, S. 17 [PDF: 27] (polnisch, Woj.krakowskie i Sląsk Cieszynski miejscowości.pdf).
  5. KZ Plaszow | Krakau. Abgerufen am 14. Juli 2019.

LiteraturBearbeiten

  • Małgorzata Klimas, Bożena Lesiak-Przybył, Anna Sokół: Wielki Kraków. Rozszerzenie granic miasta w latach 1910–1915 [Greater Krakow. Expansion of the city borders in the years 1910–1915]. Archiwum Państwowe w Krakowie, Kraków 2010, ISBN 978-83-927658-2-0, S. 251–262 (polnisch, englisch, online).

Koordinaten: 50° 2′ N, 19° 59′ O