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Als Ovalkirche wird ein christlicher Sakralbau mit ovalem Grundriss bezeichnet.

Als früheste eigentümliche Ausformung einer Ovalkirche gilt die romanische Kölner Kirche St. Gereon, ein Konchenovalbau aus dem 4. Jahrhundert. Zu einem prägenden Stilelement in der Kirchbaugeschichte wird die ovale Grundrissform jedoch viel später. Sie findet sich vornehmlich bei evangelischen Kirchenbauten des Barocks und des Klassizismus, aber auch vereinzelt bei postmodernen Bauwerken. In der evangelischen Bautradition war die Wahl dieser Grundrissform oft verbunden mit dem Streben nach der Überwindung der Längskirche zugunsten eines Predigtsaals.

Evangelisch-Reformierte TraditionBearbeiten

 
Reformierte Kirche von Chêne-Pâquier, 1667

Nach den Lehren Huldrych Zwinglis und Jean Calvins soll die Wortpredigt den Mittelpunkt des Gottesdienstes bilden. Die katholische Messe und mit ihr die Altäre, wurden von diesen Reformatoren abgelehnt. Dies brachte in der evangelisch-reformierten Kirchenbautradition einige neue Grundrissformen hervor, etwa die Querkirche und damit, maßgeblich von den französischen Hugenotten beeinflusst, auch den querovalen Predigtraum. Beispiele:

Deutschland

Schweiz

Evangelisch-Lutherische TraditionBearbeiten

 
Neue ev. Kirche Wommelshausen, Grundriss in Ei-Form
 
Neue ev. Kirche Wommelshausen, Blick zum Altar
 
Kreuzkirche in Hirschegg

In der lutherischen Tradition bilden Ovalkirchen eine Seltenheit.

DänemarkBearbeiten

DeutschlandBearbeiten

ÖsterreichBearbeiten

 
evangelische St. Johanneskirche, Bodenmais

PolenBearbeiten

WeitereBearbeiten

Katholische TraditionBearbeiten

Im katholischen Kirchenbau sind Ovalkirchen vor allem im Barock entstanden. Die Gründe für die Grundrissform liegen hier jedoch nicht in liturgischen Erwägungen, sondern vielmehr in der nach Originalität strebenden verspielten Architektur des katholischen Barock. Bei moderneren Bauten spielen hingegen öfter auch liturgische Überlegungen eine Rolle. Beispiele:

DeutschlandBearbeiten

 
Innenraum der Kapelle von Haus Heidhorn in Münster-Hiltrup

ItalienBearbeiten

 
Kuppel der Kirche Sant’Andrea al Quirinale in Rom, 1670

ÖsterreichBearbeiten

SchweizBearbeiten

SpanienBearbeiten

NiederlandeBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • K. Speich/ H. R. Schläpfer: Kirchen und Klöster in der Schweiz. Ex Libris Verlag Zürich, 1978.
  • H. Schneider: Entdeckungsreise - Reformierter Kirchenbau in der Schweiz. Stäubli Verlag Zürich, 2000.
  • Kunstführer durch die Schweiz - Band 1. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern, 2005.
  • Kulturführer Schweiz. Ex Libris Verlag Zürich, 1982.
  • Knaurs Kulturführer Deutsche Demokratische Republik. Theodor Knaur Verlag München, 1989.
  • Knaurs Kulturführer Italien. Theodor Knaur Verlag München, 1978.