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Otto Glória

brasilianischer Fußballtrainer

Otaviano Martins Glória, in Brasilien Oto Glória (* 9. Januar 1917 in Rio de Janeiro; † 4. September 1986 ebenda) war ein brasilianischer Fußballtrainer.

Otto Glória
Otto Gloria.jpg
Otto Glória (1969)
Personalia
Name Otaviano Martins Glória
Geburtstag 9. Januar 1917
Geburtsort Rio de JaneiroBrasilien
Sterbedatum 4. September 1986
Sterbeort Rio de JaneiroBrasilien
Stationen als Trainer
Jahre Station
1948 Botafogo FR (Co-Trainer)
1951 CR Vasco da Gama
1952–1954 America FC (RJ)
1954–1959 Benfica Lissabon
1959–1961 Belenenses Lissabon
1961 Sporting Lissabon
1962 Olympique Marseille
1963 CR Vasco da Gama
1964–1966 Portugal
1964–1965 FC Porto
1965–1966 Sporting Lissabon
1966–1968 Atlético Madrid
1968–1970 Benfica Lissabon
1970 America FC (RJ)
1971–1972 Grêmio Porto Alegre
1973–1975 Portuguesa de Desportos
1977 FC Santos
1978–1979 CF Monterrey
1979 CR Vasco da Gama
1979–1982 Nigeria
1982–1983 Portugal
1983 CR Vasco da Gama

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

Die Trainerlaufbahn von Otto Glória begann 1948, als er unter Zezé Moreira Co-Trainer beim brasilianischen Klub Botafogo FR wurde. 1951 war er kurzzeitig Cheftrainer bei CR Vasco da Gama, wo er als Assistent von Gentil Cardoso 1952 den gewinn der Meisterschaft von Rio mitfeiern konnte.

1954 siedelte er nach Portugal wo er der erste von zahlreichen renommierten brasilianischen Trainern die in den 1950er und 1960er Jahren dort wirkten, wurde. Von 1954 bis 1959 war er auf der Bank von Benfica Lissabon. Glória gelang es in der Folge den Verein zu professionalisieren und auch die Vormachtstellung von Sporting in der Meisterschaft zu brechen. Sein Hauptaugenmerk galt der Entdeckung junger Talente, auch aus den afrikanischen Überseeprovinzen. Bis 1959 feierte er mit Benfica je zwei Meisterschaften und Pokalsiege. Von 1959 bis 1961 bei Belenenses Lissabon tätig, gewann Glória 1960 ein weiteres Mal den Pokal. In dieser Zeit schrieb er auch eine regelmäßige Kolumne für die Tageszeitung Diário de Lisboa unter dem Titel Otto Glória diz ("Otto Glória sagt").

Nach einem kurzen Engagement bei Sporting Lissabon heuerte er 1962 für vier Monate beim französischen Zweitligisten Olympique Marseille an und stieg mit dem Klub in die Ligue 1 auf. 1963 kehrte er kurzzeitig nach Brasilien zurück und trainierte erneut CR Vasco da Gama.

1964 war Glória wieder in Portugal tätig: Er wurde sowohl Übungsleiter des FC Porto als auch Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft. Mit der Mannschaft, die als Magriços in die Geschichte eingehen sollte, erreichte er bei der Weltmeisterschaft 1966, unter anderem nach einem 3:1-Sieg gegen Titelverteidiger Brasilien, den dritten Platz und damit die bis heute beste WM-Platzierung einer portugiesischen Auswahl.

Anschließend wurde Glória vom spanischen Hauptstadtklub Atlético Madrid verpflichtet. Dort qualifizierte er sich in der Saison 1966/67 als Tabellenvierter für den Messestädte-Pokal. In der Saison 1967/68 wurde er fünf Spieltage vor Saisonende auf dem fünften Tabellenplatz liegend beurlaubt. Sodann wurde er zum zweiten Mal Trainer von Benfica Lissabon. Dort gewann er zwei weitere Meisterschaften und nochmals den Pokal. Ferner erreichte er mit dem Klub das Finale des Europapokals der Landesmeister 1967/68, in dem Benfica nach Verlängerung mit 1:4 gegen Manchester United unterlag. Im Februar 1970 wurde er vom Verein freigestellt.

Die folgenden sieben Jahre war Glória wieder in seiner Heimat tätig. 1973 gewann er mit der Portuguesa de Desportos aus São Paulo die dritte und letzte Staatsmeisterschaft von São Paulo der Vereinsgeschichte. Hier leistete allerdings Schiedsrichter Armando Marques kräftige Mithilfe. Das Entscheidungsspiel im Estádio do Morumbi gegen den FC Santos mit den Weltmeistern Pelé und Carlos Alberto ging ins Elfmeterschießen. Nach jeweils zwei Elfmetern schoss Santos seinen dritten zum 2:0 ein und Wilsinho vergab den dritten der Portuguesa. Marques pfiff daraufhin ab, in dem Irrglauben, es sei alles entschieden. Otto Glória wusste es besser und trieb seine Mannschaft umgehend in den Bus zur sofortigen Abreise. Als dann Marques nach Einreden der Portuguesa-Führung seinen Fehler bemerkte, waren keine Portuguesa-Spieler mehr da, um die restlichen beiden Elfmeter auszuführen. Nachdem im Terminkalender kein Zeitpunkt für eine Neuansetzung des Spieles zu finden war, wurden beide Vereine zum Meister erklärt.[1][2]

In der Saison 1978/79 trainierte er den mexikanischen Verein CF Monterrey. Ab September 1979 trainierte er erneut Vasco in Rio. Er führte die Mannschaft um Torwart Émerson Leão und Torjäger Roberto Dinamite in die im Dezember abgehaltenen Finals gegen den SC Internacional aus Porto Alegre, die aber mit 0:2 und 1:2 verloren gingen.

1980 wurde er Nationaltrainer von Nigeria und gewann den Afrika-Cup desselben Jahres. Ferner betreute er die nigerianische Auswahl im gleichen Jahr bei den Olympischen Spielen in Moskau, wo die Afrikaner nach der ersten Runde als Gruppenletzter ausschieden. Nachdem Nigeria bei der Afrikameisterschaft 1982 ebenso in der Vorrunde ausgeschieden war, trat er zurück.

Ab 1982 betreute er während der Qualifikation für die EM 1984 nochmals die Auswahl Portugals. Nach einer 0:4-Niederlage in einem Freundschaftsspiel im Juni 1983 in Coimbra gegen Brasilien räumte er jedoch nach nur sieben Länderspielen seinen Posten.

Im zweiten Halbjahr 1983 beendete Otto Glória seine Karriere nach einer erneuten Rückkehr zu CR Vasco da Gama. Diesmal führte er den Verein in die Viertelfinalspiele der nationalen Meisterschaft und schied dort gegen den späteren Meister CR Flamengo mit 1:2 und 1:1 aus.

ErfolgeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rogerio Revelles: Armando Marques… a majestade do apito, Tardes de Pacaembu, September 2007.
  2. Leandro Silveira: Há 45 anos, erro de Armando Marques fez Santos e Portuguesa dividirem título, O Estado de S. Paulo, 26. August 2018.