Ottilie von Faber-Castell

deutsche Unternehmerin

Sophie Ottilie von Faber-Castell (* 6. September 1877 in Stein bei Nürnberg als Sophie Ottilie von Faber; † 28. September 1944 in Nürnberg)[1] war eine deutsche Unternehmerin und Inhaberin von Faber-Castell.

HerkunftBearbeiten

Ihre Eltern waren Wilhelm Freiherr von Faber (1851–1893) und dessen Ehefrau, die in New York geborene Bertha Faber (* 1856). Sie hatte noch zwei Schwestern: Sophie (* 1878) war mit dem bayrischen Generalleutnant Karl von Hirschberg und Hedwig (1882–1937) mit dem preußischen Major Wolfgang Fürst zu Castell-Rüdenhausen (1875–1930) verheiratet.[2]

LebenBearbeiten

Als Enkelin von Lothar von Faber erbte Ottilie 1896 nach dem frühen Tod von Vater Wilhelm zunächst umfangreichen Grundbesitz der Familienstiftung. Das Unternehmen A. W. Faber ging zunächst auf Lothars Witwe Ottilie senior über. 1898 heiratete Ottilie Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen, den ihre Großmutter Ottilie senior 1900 zum Geschäftsführer und Teilhaber machte. Damit erhielt die Firma den Namen Faber-Castell. Mit dem Tod von Ottilie senior ging auch das Unternehmen in die Hände von Enkelin Ottilie über; Geschäftsführer blieb ihr Ehemann. 1917 ließ sich Ottilie von Alexander scheiden, womit dieser Inhaber des Unternehmens wurde. 1918 heiratete sie Philipp von Brand zu Neidstein.[3] Mit ihrem Ehemann hatte sie fünf Kinder. Ihr jüngstes Kind und zweiter Sohn, Roland Graf von Faber-Castell (1905–1978), war der letzte Alleininhaber der Firma Faber-Castell.

NachkommenBearbeiten

Aus erster Ehe ihres Sohnes mit Alix-May von Frankenberg und Ludwigsdorf, aus der Eigentümerfamilie der Bankierdynastie Oppenheim, entstammt der chinesische Ehrenbürger Hubertus Graf von Faber-Castell. Dieser brachte, in einem Joint-Venture mit dem chinesischen Staat, das Kommerzfernsehen nach China.[4] Der chinesische Staat kaufte später den 50 %-Anteil des Grafen. Seither wird das öffentliche chinesische Fernsehen rein staatlich betrieben. Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, ein weiterer Enkel Ottilies, jedoch aus zweiter Ehe mit Katharina Sprecher von Bernegg, leitete die Firma Faber-Castell in achten Generation über 40 Jahre. In diesem Zuge kaufte er viele Anteile von Geschwistern auf, um alleinige Entscheidungsmacht zu erlangen.[5]

RezeptionBearbeiten

1998 widmete Asta Scheib der Unternehmerin die Romanbiographie Eine Zierde in ihrem Haus. Die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell.[6][7]

Im November 2018 feierte das Musical Die Generation Ottilie – eine Musical-ische Biografie Premiere.[8]

2019 wurde Faber-Castells Leben in einer Verfilmung der ARD unter dem Titel Ottilie von Faber-Castell – Eine mutige Frau nach Vorlage von Scheibs Roman verarbeitet.[9][10]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Informationstafel bei faber-castell.de, abgerufen am 14. September 2019.
  2. Stammliste
  3. Biographien von Ottilie und Alexander von Faber-Castell auf der Seite der Faber-Castell Aktiengesellschaft, abgerufen am 15. September 2019.
  4. [1]
  5. [2]
  6. Buch beim Verlag Rowohlt, abgerufen am 15. September 2019.
  7. „Ottilie von Faber-Castell“: Biopic entpuppt sich als düsteres Frauendrama, abgerufen am 14. September 2019.
  8. http://www.ottilie-musical.de
  9. Handelsblatt: Wie die Emanzipation in die Stifte-Dynastie einzog, abgerufen am 14. September 2019.
  10. Film bei TVinfo, abgerufen am 15. September 2019