Ottenhofen (Marktbergel)

Ortsteil des Marktes Marktbergel im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken

Ottenhofen (umgangssprachlich: Odnhofn[3]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktbergel im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern).

Ottenhofen
Koordinaten: 49° 27′ 9″ N, 10° 21′ 42″ O
Höhe: 337–353 m ü. NHN
Fläche: 7,06 km²[1]
Einwohner: 210 (25. Mai 1987)[2]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 91613
Vorwahl: 09843
St. Gumbertus und Urban
Haus Nr. 20: Gasthaus zum Hirschen
Haus Nr. 42: Ehemaliges Pfarrhaus

GeographieBearbeiten

Durch das Pfarrdorf fließen der Sensenbach (links) und der Nutzbach (rechts), die zum Langwasenbach zusammenfließen, der mit weiteren Bächen zu einem rechten Zufluss der Aisch zusammenfließt. Der Ort ist ringsum von Feldern umgeben. 1 km nordwestlich liegen die Pfeiffenäcker, 1 km nordöstlich die Trieb- und Tolläcker, 1,25 km westlich liegt der Schönbühl (339 m ü. NHN). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 13 (1,2 km nördlich) bzw. nach Marktbergel zur Kreisstraße NEA 43 (1 km südlich). Der Ort hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Steinach bei Rothenburg.[4]

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1078 wurde der Ort als „Ottenhouen“ erstmals in einer Urkunde erwähnt, laut dieser der König Heinrich IV. den Ort dem Gumbertusstift wieder übergab. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Otto.[5][6] 1182 erwarb das Kloster Heilsbronn in „Utelhoven“ Güter.[7] 1224 wurde in Ottenhofen eine Kirche erwähnt, die eine Filiale der Pfarrei Burgbernheim war. Der 1528 einsetzenden Reformation, die von dem bis 1535 hier tätigen Pfarrer Johann Faber (Fabritius) geschätzt und gefördert wurde, und der neuen, evangelischen Geistlichkeit stand die Einwohnerschaft (wie auch der Würzburger Bischof Konrad III. von Thüngen als Patronatsherr) zunächst besonders ablehnend gegenüber.[8] Seit 1581 gab es eine Schule in Ottenhofen.[6] Im 30-jährigen Krieg kam es im Herbst 1631 wie in Marktbergel und Ickelheim zu Übergriffen durch kaiserliche Truppenteile.[9]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ottenhofen 42 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Altheim aus. Es hatte ggf. an das Schultheißenamt Burgbernheim auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Windsheim. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Bayreuth als Grundherrn (Kastenamt Windsheim: 13 Höfe, 2 Zweidrittelhöfe, 2 Halbhöfe, 6 Güter, 7 Sölden; Schultheißenamt Burgbernheim: Kirche, Pfarrhaus, Schulhaus, 12 Häuser).[10]

1810 kam Ottenhofen an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es 1811 dem Steuerdistrikt Schwebheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Schwebheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ottenhofen.[11][12] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.[13] Ab 1862 gehörte Ottenhofen zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,057 km².[1]

Am 1. Januar 1978 wurde Ottenhofen in den Markt Marktbergel eingegliedert.[14]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Evangelisch-lutherische Kirche St. Gumbertus und Urban
  • Wehrmauer Ottenhofen
  • Haus Nr. 18: Wohnhaus
  • Haus Nr. 20: Gasthaus zum Hirschen
  • Haus Nr. 31: Kleinbauernhaus
  • Haus Nr. 42: ehemaliges Pfarrhaus
  • Haus Nr. 45: ehemalige Schmiede
  • Haus Nr. 70: Austragshaus

BodendenkmälerBearbeiten

In der Gemarkung Ottenhofen gibt es sechs Bodendenkmäler.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 247 348 335 324 324 333 334 340 359 339 337 321 298 297 307 298 319 312 302 523 479 445 286 270 210
Häuser[15] 52 61 63 66 69 70 68 58 65
Quelle [16] [17] [18] [18] [19] [18] [20] [18] [18] [21] [18] [18] [22] [18] [18] [18] [23] [18] [18] [18] [24] [18] [1] [25] [2]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Ottenhofen (Marktbergel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 830 (Digitalisat).
  2. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 340 (Digitalisat).
  3. E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 160. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: ǫdnhófn.
  4. Ottenhofen im BayernAtlas. Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
  5. E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 160 f.
  6. a b Siehe Website marktbergel.de
  7. G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 52.
  8. M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 190 und 192 f.
  9. M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 234 f.
  10. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 121.
  11. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 73 (Digitalisat).
  12. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227.
  13. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 215 f.
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  15. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  16. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 70 (Digitalisat).
  17. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 263 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 346 Einwohner.
  18. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 186, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  19. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1097, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  20. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1264, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1199 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1272 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1310 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1134 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat).