Ostthüringer Zeitung

regionale Tageszeitung in Thüringen mit Sitz in Gera

Die Ostthüringer Zeitung (OTZ) ist eine regionale Tageszeitung mit Sitz in Gera. Zusammen mit einer Teilauflage der Thüringischen Landeszeitung erreicht sie eine verkaufte Auflage von 68.240 Exemplaren, ein Minus von 62,9 Prozent seit 1998.[2]

Ostthüringer Zeitung
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Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Ostthüringer Zeitung Verlag II GmbH & Co. KG
Erstausgabe 1990
Erscheinungsweise werktags
Verkaufte Auflage 68.240[1] Exemplare
(IVW 2/2021, Mo–Sa)
Chefredakteur Jörg Riebartsch
Geschäftsführer Michael Tallai, Jörg Kurzeja
Weblink otz.de
Version des Logos

Die OTZ erscheint seit Anfang der 1990er Jahre täglich außer sonntags im Osten Thüringens im Ostthüringer Zeitung Verlag, welcher zu 40 Prozent zur Funke Mediengruppe, ehemals WAZ-Mediengruppe, gehört. Zusammen mit der Thüringer Allgemeinen (TA) und der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) gehört sie zum Vertriebsverbund Zeitungsgruppe Thüringen. Die gesamte verkaufte Auflage der drei Publikationen beträgt 190.312 Exemplare.[3] Beide Zeitungen gehören ebenfalls der Funke Mediengruppe an. In einigen Regionen, wie Gera, Jena und dem Saale-Holzland-Kreis, erscheinen OTZ und TLZ parallel. In Gera wird von OTZ und TLZ ein gemeinsamer Lokalteil produziert, der sich nur in Layout und Design unterscheidet. In Jena existieren zwar formal OTZ und TLZ getrennt, produzieren aber seit 2009 ein gemeinsames Blatt mit geringfügigen Unterschieden.

Regionalausgaben erscheinen in Bad Lobenstein, Eisenberg, Gera, Greiz, Jena, Pößneck, Rudolstadt, Saalfeld, Schleiz, Schmölln, Stadtroda und Zeulenroda-Triebes.[4]

GeschichteBearbeiten

Die OTZ ging indirekt aus der Volkswacht hervor, die in der DDR das offizielle Presseorgan der SED-Bezirksleitung Gera war. Die Volkswacht kam mit ihren zwölf Lokalausgaben auf eine Auflage von 215.200 Exemplaren.

Am 8. Januar 1990 war Dieter Hausold zum neuen Chefredakteur gewählt worden. Dieser trat bereits 10 Tage später zurück und wurde durch Ullrich Erzigkeit abgelöst. Dieser setzte die Trennung von der SED und eine Namensänderung der Zeitung durch. Es gab Mord- und Bombendrohungen.[5] Herausragende Bedeutung erhielten die Leserbriefseiten. Die neuen Parteien und politischen Bewegungen bekamen die Möglichkeit zur Selbstdarstellung. Erzigkeit war bis Ende 2013 Chefredakteur der Zeitung.

Ab 1990 erschien die Volkswacht kurzzeitig als Ostthüringer Nachrichten (OTN). Als die WAZ über eine Tochtergesellschaft mit den von den Ostthüringer Nachrichten abgeworbenen Mitarbeitern die Ostthüringer Zeitung im selben Verbreitungsgebiet herausgebracht und den Abonnenten der Ostthüringer Nachrichten zum Bezug angeboten hatte, mussten die OTN ihr Erscheinen einstellen. Die Ostthüringer Zeitung listet bis jetzt (Mai 2021) in ihrem Impressum direkt unter ihrem Namen den Zeitungstitel Ostthüringer Nachrichten auf.

Seit 2010 kooperiert die OTZ inhaltlich verstärkt mit den anderen Zeitungen Thüringer Allgemeine (TA) und Thüringische Landeszeitung (TLZ) der Mediengruppe Thüringen (MGT), ehemals Zeitungsgruppe Thüringen (ZGT), welche wiederum zur Funke Mediengruppe gehört. In den Printausgaben wird eine wachsende Zahl der Artikel untereinander ausgetauscht.

Ende 2013 wurde das Druckzentrum der OTZ im Löbichauer Ortsteil Beerwalde im Landkreis Altenburger Land geschlossen, wovon mehr als 100 Mitarbeiter betroffen waren. Seitdem wird die OTZ teilweise im Druckhaus der ZGT in Erfurt und teilweise in Chemnitz gedruckt.

AuflageBearbeiten

Die Ostthüringer Zeitung gehört zu den deutschen Tageszeitungen mit den größten Auflagenverlusten der vergangenen Jahre. Sie beträgt gegenwärtig 68.240 Exemplare.[6] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 94,3 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[7]

Mit Teilauflage der Thüringische Landeszeitung

Die Zeitung vom 12. Mai 2021Bearbeiten

Am 12. Mai 2021 erschien aufgrund des Streiks im Funke-Druckzentrum Erfurt die Tagesausgabe der Thüringischen Landeszeitung, der Ostthüringer Zeitung und der Thüringer Allgemeinen als identische Ausgabe: Sie zeigt im Zeitungskopf die Logos der drei Zeitungen gleichgroß nebeneinander und bestand aus 16 nicht nummerierten Seiten. Im Zeitungs-Impressum war an erster Stelle die Funke Medien Thüringen GmbH in Erfurt benannt, gefolgt von der Adresse des jeweiligen Zeitungsverlags. Diese Ausgabe zeigt: Die drei Regionalzeitungen in Thüringen sind tatsächlich eine Einheitszeitung mit optisch verschiedener Aufmachung und unterschiedlicher Regional-Berichterstattung.[8]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mit Teilauflage der Thüringischen Landeszeitung
  2. laut IVW, zweites Quartal 2021, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. laut IVW, zweites Quartal 2021, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. Ostthüringer Zeitung vom 12.08.2016. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Thüringen Kiosk. Mediengruppe Thüringen Verlag GmbH, archiviert vom Original am 12. August 2016; abgerufen am 12. August 2016.
  5. Bernd Hilder (Interviewer): "Wir haben die SED einfach vor die Tür gesetzt". Ullrich Erzigkeit erinnert sich: Wie sich die Redakteure der Bezirkszeitung in Gera die Pressefreiheit nahmen. Thüringische Landeszeitung, 6. Oktober 2014
  6. laut IVW, zweites Quartal 2021, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  8. Quelle: Vorlage, Druckausgabe vom 12. Mai 2021