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Ostönnen, Ortsteil der Stadt Soest (seit 1969) in der Soester Börde (geographisch wie historisch). Zu Ostönnen gehören neben dem Kerndorf die Ansiedlungen Höhberg und Ostönnerlinde.

Ostönnen
Stadt Soest
Koordinaten: 51° 32′ 52″ N, 7° 59′ 57″ O
Höhe: 101 m
Einwohner: 1102 (2008)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Ortszentrum Ostönnen
Ortszentrum Ostönnen

GeschichteBearbeiten

Ursprung und NameBearbeiten

 
Soest und seine Ortsteile
 
Ostönnen, die Sankt Andreas Kirche

Ostönnen (sprich: Os-tönnen) geht historisch mit dem benachbarten Werler Ortsteil Westönnen (inklusive Mawicke) auf eine Ansiedlung am Hellweg zurück, die 973 erstmals als „tiunni“ erwähnt wird. Die älteste Erwähnung des eigentlichen „Ostönnen“ datiert aus dem Jahr 1169. Als Siedlung am nördlichen Quellsaum des Haarstrangs liegt Ostönnen inmitten eines Gebietes mit uralter Siedlungstradition: Funde datieren aus der Zeit der Bandkeramiker und der Bronzezeit zwischen 1800 und 800 v. Chr.

MittelalterBearbeiten

Ursprünglich gehörte das mittelalterliche Ostönnen zur Freigrafschaft Rüdenberg, einem Lehen zunächst der Grafen von Werl-Arnsberg, dann der Kölner Erzbischöfe als Herren des Herzogtums Westfalen. 1328 wurde die Freigrafschaft Rüdenberg mit Ostönnen unter Billigung Erzbischofs Heinrich von Virneburg von Gottfried von Rüdenberg an die Stadt Soest verkauft, mit der es im weiteren Verlauf der Geschichte das historische Schicksal teilte. Nach der Unabhängigkeit Soests in der Soester Fehde 1449 wurde Ostönnen 1585 evangelisch – die Territorialgrenze zwischen Ostönnen und Westönnen wurde damit zu einer Konfessionsgrenze.

NeuzeitBearbeiten

Am 1. Juli 1969 wurde Ostönnen durch das Soest/Beckum-Gesetz nach Soest eingemeindet.[1]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Kirche und OrgelBearbeiten

Die vollständig romanische St.-Andreas-Kirche mit ihrem markanten vielfenstrigen Turm wurde in den letzten Jahren (2002/2003) weithin bekannt, da durch wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt worden war, dass sich in dieser Kirche die älteste bespielbare Orgel der Welt (Teile aus dem 15. Jahrhundert) befindet.

FlutkatastropheBearbeiten

Im Jahr 1968 kam es infolge schwerer Regenfälle an der Haar zu einer Flutkatastrophe. Vier Menschen kamen ums Leben, und mehrere Häuser wurden vollständig zerstört.

Mit Ostönnen verbundene PersonenBearbeiten

  • Hermann Cremer (* 18. Oktober 1834 in Unna (Westfalen); † 4. Oktober 1903 in Greifswald), protestantischer Theologe, Prediger an St. Andreas in Ostönnen vom 18. August 1859 bis zum 9. November 1870[2]

BelegeBearbeiten

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 92.
  2. Eintrag zu Hermann Cremer in der Theologischen Realenzyklopädie

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ostönnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien