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Gustav Oskar Wilhelm Röder (auch Oscar; * 15. Juni 1862 in Johanngeorgenstadt; † 13. Februar 1954 in Leipzig) war ein deutscher Tierarzt.

LebenBearbeiten

Nach seinem Studium an der Tierarzneischule Dresden, wo er im Wintersemester 1881 Mitglied der Landsmannschaft Saxonia Dresden, des späteren RSC-Corps Saxonia Dresden (letztlich aufgegangen in Landsmannschaft Hansea auf dem Wels) wurde, und der Tierärztlichen Hochschule Berlin, wo er Mitglied der RSC-Landsmannschaft Salingia Berlin, des späteren RSC-Corps (letztlich aufgegangen im Corps Rheno-Nicaria Mannheim) wurde,[1] praktizierte Röder ab 1886 als Tierarzt in Dahlen (Sachsen). 1888 wurde er zum Bezirkstierarzt in Großenhain berufen.

Im Jahre 1892 nahm Röder nahm Röder das Angebot als Leiter der Ambulatorischen Klinik an der 1889 aus der Tierarzneischule hervorgegangenen Tierärztlichen Hochschule Dresden nicht an. Zwei Jahre später erfolgte an der Universität Tübingen seine Promotion zum Thema Vergleichende anatomische und physiologische Untersuchungen zum männlichen Begattungsorgang der Feliden. Er wurde 1894 in die Dresdner Freimaurerloge Zum goldenen Apfel aufgenommen. 1895 erhielt er die Berufung als Bezirksveterinär im damals größten Bezirk Meißen.

Ab 1898 lehrte Röder Praktische Veterinärmedizin an der Tierärztlichen Hochschule Dresden und erhielt ein Jahr später mit dem Titel eines Professors den Lehrstuhl für Veterinärchirurgie. 1916 wurde er zum Dr. med. vet. promoviert. Mit der Auflösung der Hochschule und deren Verlegung und Angliederung als Veterinärmedizinische Fakultät an die Universität Leipzig verlegte Röder, der seit 1904 den Titel eines Medizinalrats trug und 1915 zum Geheimen Medizinalrat befördert worden war, 1923 seinen Wirkungsort nach Leipzig, wo er bis zum 13. September 1930 die Chirurgische Universitätstierklinik leitete. Nach der kriegsbedingten Einberufung seines Nachfolgers Ewald Berge zur Wehrmacht übernahm Röder das Amt am 27. September 1939 wiederum kommissarisch bis zur Rückkehr Berges am 18. September 1940.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde Röder 1946 erneut auf den Lehrstuhl für Praktische Veterinärmedizin der Universität Leipzig berufen. Dabei leitete er als Ordinarius für Veterinärchirurgie erneut die Universitätsklinik. Kommissarisch unterstanden ihm außerdem noch die Medizinische sowie die Ambulatorische und die Geburtshilfliche Tierklinik und damit sämtliche klinisch tätigen Institute der Veterinärmedizinischen Fakultät. Er übte sein Amt hierbei trotz seines hohen Alters unter schwierigen Rahmenbedingungen aus: Operationen wurden aufgrund kriegsbedingter Zerstörungen auch im Winter bei Minusgraden im Freien abgehalten. Erst im Jahr 1950 wurde Oskar Röder endgültig emeritiert.

Ihm zu Ehren stiftete die Universität Leipzig die Oskar-Röder-Ehrenplakette. In seinem langjährigen Wirkungsort Dresden trägt im Stadtteil Reick die Straße, an der sich die Pferderennbahn befindet, seinen Namen.

LiteraturBearbeiten

  • Holger Linke: Oskar Röder – Leben und Werk. 1998 (Dissertation, Universität Leipzig, 1998).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erwin Willmann (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Rudolstädter Corpsstudenten. (AH. Liste des RSC.), Ausgabe 1928, Nr. 3940