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Opernhaus Halle

Opernhaus in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt)
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Opernhaus Halle (2008)

Das Opernhaus Halle ist eines von zwei Opernhäusern in Sachsen-Anhalt und der kulturhistorisch bedeutendste Theaterbau in Halle (Saale). Es beherbergt die Oper Halle und das Ballett Rossa.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des OpernhausesBearbeiten

Das Stadttheater in Halle (Saale) wurde in den Jahren 1884 bis 1886 nach einem Entwurf des Berliner Architekten Heinrich Seeling und des Ingenieurs Stumpf errichtet, der aus einem 1883 durchgeführten Architektenwettbewerb hervorgegangen war.[1] Damals galt das Stadttheater neben der Budapester Oper als das technisch modernste Theater Europas. Am 9. Oktober 1899 wurde das Haus mit Friedrich Schillers Wallensteins Lager und Die Piccolomini eröffnet.[2]

 
Das Theater um 1900 mit der imposanten Kuppel über dem Bühnenhaus, davor die Alte Promenade
 
Theater des Friedens (1986)

Das Gebäude wurde am 31. März 1945 bei einem Bombenangriff durch Sprengbomben stark beschädigt, insbesondere das Bühnenhaus. Der Wiederaufbau erfolgte unter Leitung von Kurt Hemmerling. Das wiederaufgebaute Gebäude wurde einfach verputzt. Auf die Rundbogenfenster im Obergeschoss der modernisierten Eingangsfront wurde verzichtet, stattdessen wurden rechteckige Fenstertüren eingebaut. Die Dreiecksgiebel verloren den plastischen Schmuck und den Giebelaufsatz. Der Zuschauerraum wurde weitgehend verändert. Das Bühnenhaus wurde neu gebaut, unter Verzicht auf die frühere Kubatur, die frühere Fassade und die Kuppel. Als das nahezu komplett erneuerte Theater 1951 mit der Oper Fidelio wieder eingeweiht wurde, trug es als Staatstheater des Bezirks Halle im Land Sachsen-Anhalt als Mehrspartentheater den Namen „Landestheater Halle“.

Nach weiteren, umfassenden Modernisierungsmaßnahmen erhielt das Haus seine erneute musikalische Weihe am Abend des 24. April 1968 mit einem Sinfoniekonzert anlässlich des 65. Geburtstag des Generalmusikdirektors und Chefdirigenten Horst-Tanu Margraf. Bis 1992 hieß das Gebäude nun „Theater des Friedens“.

Aus diesem Haus ging am 1. Januar 1992 das Opernhaus Halle hervor, im einzigen ausschließlich für Oper bestimmten Theaterbau in Sachsen-Anhalt. Nach und nach wurde das Gebäude saniert und rekonstruiert. Die Schaufassade (Süd) wurde um das Jahr 2000 nach bauzeitlichem Befund wiederhergestellt, die Ostfassade zeigt seit 2011 wieder ihr ursprüngliches Aussehen. In den nächsten Jahren ist auch eine Rekonstruktion der Westfassade mit Terrasse vorgesehen, später eine möglichst stilgerechte neue Kuppel – falls die Finanzierung gesichert wird.

Insgesamt verfügt das Opernhaus Halle heute über 672 Sitzplätze, die sich über Parkett, 1. und 2. Rang verteilen, und auch behindertengerecht erreichbar sind.[3]

Oper Halle als Teil der TOOHBearbeiten

Das Opernhaus Halle, zu dem auch das Ballett gehört, wurde nach einem Beschluss des Stadtrates im November 2008 mit der Staatskapelle, dem Neuen Theater, dem Thalia Theater (Kinder- und Jugendtheater) und dem Puppentheater Halle unter der Dachorganisation Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) zusammengeschlossen, um langfristig Kosten zu sparen.[4] Diese Organisationsstruktur, die „die Autonomie der Kunst dem betriebswirtschaftlichen Aspekt unterordnete“,[5] ist von Anfang an heftig kritisiert worden. Geschäftsführer der TOOH ist seit 2016 Stefan Rosinski.

Künstlerische LeitungBearbeiten

AktuellBearbeiten

Die Oper Halle bietet alle Sparten und Gattungen des Musiktheaters. Von der Saison 2011/2012 bis Sommer 2016 wurde sie künstlerisch von Axel Köhler geleitet. Seit der Saison 2016/2017 haben Florian Lutz als Intendant,[6] und Michael von zur Mühlen als Chefdramaturg die künstlerische Leitung, Veit Güssow hatte bis Mai 2019 die Position als stellvertretender Intendant des Bereichs Oper inne.[7]

Ballettdirektor war seit 1998 Ralf Rossa; am 1. April 2019 ging er in den Ruhestand.[8] Die künstlerische und organisatorische Leitung des Balletts liegt deshalb seit 2018 bei Michal Sedláček.[9]

Generalmusikdirektorin ist seit 2019, die französische Dirigentin Ariane Matiakh.

Wahrnehmung in der ÖffentlichkeitBearbeiten

Mit den jährlichen Neuproduktionen von Opern Georg Friedrich Händels, des bedeutendsten Sohnes der Stadt, im Rahmen der Händel-Festspiele setzt die Oper Halle schon länger international Maßstäbe. Das Ensemble bespielt auch das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt.

Wichtige PersonenBearbeiten

Unter anderen waren an diesem Haus tätig: GMD Christian Kluttig und dem Regisseur Peter Konwitschny in den 1980er-Jahren. Große Sänger waren in Halle auch vertreten wie u. a. Anny Schlemm, Jutta Vulpius, Irmgard Arnold, Philine Fischer, Margarete Herzberg, Werner Enders, Franz Stumpf, Wolfgang Sommer, Hellmuth Kaphahn, Günther Leib.

Preise und AuszeichnungenBearbeiten

Bühnenbildner Rudolf Heinrich, Regisseur Heinz Rückert, Dirigent Horst-Tanu Margraf und die Dramaturgin Waldtraut Lewin waren in den 1950er-Jahren u. a. mit den Händel-Opern Ezio, Radamisto, Deidamia, Poro und Rinaldo maßgeblich beteiligt an den Händelfestspielen Halle. Dafür bekam das Team den Halleschen Händelpreis. Dem Bühnenbildner Sebastian Hannak wurde für die Raumbühne „Heterotopia“ im Jahr 2017 der Theaterpreis Der Faust verliehen.[10] Im April 2019 erhielt die Oper Halle den Theaterpreis des Bundes.[11]

Ehrenmitglieder des EnsemblesBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Opernhaus Halle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Theodor Unger: Die Konkurrenz für Entwürfe zu einem Stadttheater in Halle a./S. In: Deutsche Bauzeitung, 18. Jahrgang 1884, Nr. 2 (vom 5. Januar 1884), S. 9 f. (1. Teil) / Nr. 4 (vom 12. Januar 1884), S. 17 f. (2. Teil) / Nr. 5 (vom 16. Januar 1884), S. 25 f. (3. Teil) / Nr. 6 (vom 19. Januar 1883), S. 29–31 (4. Teil).
  2. Neuer Theater-Almanach 1899, Berlin 1899, S. 360.
  3. Informationen über das Opernhaus Halle auf musical-total.com (Memento vom 21. Dezember 2009 im Internet Archive).
  4. Stadtratsbeschluss. (PDF; 6,6 MB) Abgerufen am 8. Mai 2019.
  5. Abschiedsbrief des Opernintendanten Axel Köhler (2016). (PDF) Abgerufen am 8. Mai 2019.
  6. Da der Aufsichtsrat sich im Februar 2019 mehrheitlich dagegen entschieden hat, den Vertrag zu verlängern, läuft Lutz’ Engagemant an der Oper Halle nur bis zur Spielzeit 2020/21. (Regine Müller: Intendant der Oper Halle muss gehen. In: Der Tagesspiegel. 25. Februar 2019, abgerufen am 28. April 2019.)
  7. Homepage der Oper Halle. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  8. Ballett-Direktor Rossa geht in Ruhestand. In: mdr. 2. April 2019, abgerufen am 30. Mai 2019.
  9. Homepage des Ballett Rossa. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  10. Homepage des Deutschen Bühnenvereins. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  11. mdr Kultur am 24. April 2019. Abgerufen am 8. Mai 2019.

Koordinaten: 51° 29′ 11,6″ N, 11° 58′ 17,4″ O