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Operation Muschtarak
US Marines des 1. Bataillons, 3. Marineinfanterieregiment nahe Mardscha, Afghanistan, vier Tage vor Beginn der Operation Muschtarak.
US Marines des 1. Bataillons, 3. Marineinfanterieregiment nahe Mardscha, Afghanistan, vier Tage vor Beginn der Operation Muschtarak.
Datum 13. Februar 2010 bis 7. Dezember 2010
Ort Afghanistan, Helmand
Ausgang Sieg der ISAF-Truppen
Konfliktparteien

NATO NATO
ISAF-Logo.svg ISAF
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
FrankreichFrankreich Frankreich
KanadaKanada Kanada
DanemarkDänemark Dänemark
EstlandEstland Estland
Afghanistan 2002Afghanistan Afghanistan

Flag of Taliban (bordered).svg Taliban
Quetta Shura
Flag of al-Qaeda in Iraq.svg Al-Qaida

Befehlshaber

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten General Stanley A. McChrystal
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Brigadegeneral Lawrence Nicholson
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brigadegeneral James Cowan
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Generalleutnant Nick Parker
Afghanistan 2002Afghanistan General Mohiyiden Ghori

Kommandeur Qari Fasluddin
Abdullah Nasrat
Mullah Mohammad Basir

Truppenstärke
12.500 ISAF-Soldaten
2.500 afghanische Soldaten
ca. 25.000–36.000 Kämpfer[1]
Verluste

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 45 Gefallene
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 13 Gefallene
Afghanistan 2002Afghanistan 15 oder mehr Gefallene

vermutlich über 120 Gefallene[1]
56 Gefangene

ca. 28 getötete und 70 verwundete Zivilisten (nach Afghan Independent Human Rights Commission)[2][3][4]

Operation Muschtarak (persisch مشترک, deutsch: „gemeinsam“, englische Schreibweise: Moshtarak) war eine Großoffensive der ISAF unter NATO-Führung im Krieg in Afghanistan seit 2001. Das Unternehmen unter Führung der United States Army und des United States Marine Corps begann am 13. Februar 2010 und endete am 7. Dezember 2010. Sie stellte die umfangreichste Operation des Bündnisses seit der Operation Achilles im Jahr 2007 dar.

Mit Bodentruppen, Panzern und Kampfhubschraubern haben 12.500 Mann der NATO-Truppen und 2500 afghanische Soldaten die Taliban-Hochburg Mardscha in der Provinz Helmand umstellt und angegriffen. Das umkämpfte Gebiet von Helmand ist eines der größten Anbaugebiete der Welt für Schlafmohn, aus dem Opium gewonnen wird. Die Zivilbevölkerung war bereits seit Tagen mit Flugblättern vor dem Angriff gewarnt worden. Angesichts der seit längerem erwarteten Offensive waren bereits in den vergangenen Tagen tausende Zivilisten aus der Region geflohen. Es war die bisher größte Offensive gegen die radikal-islamischen Kämpfer in Afghanistan seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes im Jahr 2001. Operation Muschtarak sah vor die Macht der Taliban im Süden des Landes zu brechen.

An diesem Einsatz beteiligten sich US-amerikanische (4.800 Soldaten, darunter 4.500 Marineinfanteristen des United States Marine Corps), britische (1.200 Soldaten), französische, kanadische, dänische, estnische und afghanische Soldaten (2.500 Soldaten).

Den US-geführten Truppen gelang es in den folgenden Monaten bis zum Juli 2010 zwar Position in Marjah zu beziehen, jedoch nicht die Taliban komplett aus dem Gebiet zu vertreiben.[5][6][7] Im September 2010 erklärte der britische Vize-Kommandeur der ISAF, Generalleutnant Nick Parker, die Kommandeure seien bezüglich Marjah zu optimistisch gewesen und erst jetzt würden die afghanischen Regierungsinstitutionen zu funktionieren beginnen.[8]

Am 6. Oktober 2010 wurde im Verlauf der Kämpfe das Dorf Tarok Kolache völlig vernichtet. Zerstörungen dieses Ausmaßes durch Flächenbombardements hatte es zuletzt im Vietnamkrieg gegeben.

Am 7. Dezember wurde die Operation für erfolgreich beendet erklärt.

Michael Clarke, Direktor der britischen Denkfabrik RUSI, bezeichnete die militärische Kampagne als „wichtigste Operation seit dem Einmarsch (westlicher Streitkräfte in Afghanistan) im Jahr 2001“.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Sechs Nato-Soldaten sterben bei Offensive gegen Taliban. (Spiegel Online) Spiegelverlag, 19. Februar 2010, abgerufen am 20. Februar 2010: „Die Isaf schätzt die Zahl der Aufständischen auf 25.000 bis 36.000 Kämpfer.“
  2. Nato-Raketen töten zwölf Zivilisten. (Zeit Online) Zeitverlag, 14. Februar 2010, abgerufen am 14. Februar 2010.
  3. Nato-Truppen töten erneut Zivilisten. (Zeit Online) Zeitverlag, 15. Februar 2010, abgerufen am 16. Februar 2010.
  4. Isaf tötet erneut Zivilisten in Afghanistan. (Zeit Online) Zeitverlag, 15. Februar 2010, abgerufen am 16. Februar 2010.
  5. Morning Star: Taliban controlling Marjah by night (Memento des Originals vom 26. Juni 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.morningstaronline.co.uk
  6. Stern: Des Karsais neue Kleider
  7. taz: Hoffnungslos in Kandahar
  8. The State: Outgoing NATO deputy rues early optimism on Marjah@1@2Vorlage:Toter Link/www.thestate.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Clarke, Michael: What Will Success Look Like in Operation Moshtarak? (Memento des Originals vom 1. Juni 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rusi.org, Februar 2010. Zugriff am 11. Mai 2010.