Opel GT (Roadster)

Der Opel GT wurde im März 2006 als Nachfolger des Opel Speedster auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt und dort von einer unabhängigen Fachjury zum Cabrio des Jahres 2007 gewählt.

Opel
Opel GT (2007–2009)
Opel GT (2007–2009)
GT
Produktionszeitraum: 2007–2009[1]
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: Ottomotor:
2,0 Liter
(194 kW)
Länge: 4100 mm
Breite: 1813 mm
Höhe: 1274 mm
Radstand: 2415 mm
Leergewicht: 1395[2]–1406[3] kg
Vorgängermodell Opel Speedster
Heckansicht
Seitenansicht des offenen Roadsters
Interieur
die nach vorn öffnende Motorhaube des GT
Motorraum

Im Frühjahr 2007 kam der Roadster auf den europäischen Markt. Beworben wurde er mit den Slogans „Die Legende ist zurück“ und „GT’aime“, einer Anspielung auf das französische „je t’aime“ (deutsch: „Ich liebe Dich“).

Der GT basierte auf der Kappa-Plattform (Motor vorne, Antrieb hinten) des GM-Konzern, zu dem Opel zu diesem Zeitpunkt gehörte, auf der auch die nahezu baugleichen Saturn Sky, Pontiac Solstice und Daewoo G2X aufbauen. Diese Fahrzeuge und der Opel GT wurden in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware gebaut. Für das Design der Kappa-Plattform zeichnete sich der damalige Design Director für General Motors Franz von Holzhausen verantwortlich.

Wie auch schon beim Opel GT aus den 70er Jahren waren beim Opel GT Roadster diverse Designanleihen von der Chevrolet Corvette (in diesem Fall C6 Cabrio) zu erkennen. Als Beispiel sind zu nennen die seitlichen Luftauslässe (beim Opel GT nur Zierde ohne tatsächliche Öffnung), die vorne angeschlagene Motorhaube, die Grundform der Frontscheinwerfer oder das oft zitierte "Coke-Bottle-Design".

TechnikBearbeiten

Das Modell hatte einen mit 9,2:1 verdichteten 2,0-Liter-Turbo-Ecotec-Vierzylindermotor (Z20NHH, LNF) mit einer Leistung von 194 kW (264 PS) bei 5300/min, Benzin-Direkteinspritzung, doppelter variabler Nockenwellenverstellung und zweiflutigem Turbolader mit Ladeluftkühlung. Der Motor war vom 2,2-Liter-Motor abgeleitet, der bereits aus dem Astra, Vectra und Signum bekannt war. Später wurde der modifizierte Motor mit den Motorcodes A20NHT und A20NFT auch im Opel Insignia mit einer Leistung von 162 bis 184 kW (350 und 400 Nm) und im Astra J OPC mit 206 kW und 400 Nm eingesetzt. Jedoch neigte der im GT eingesetzte Motor dazu von der Leistung her nach unten zu streuen was bedeutet, dass die werksseitig angegebene Leistung oft nicht ganz erreicht wurde. Zahlreiche Tuner boten jedoch Softwarelösungen an, mit welchen die angegebene Serienleistung oft reichlich übertroffen wurde.

Das maximale Drehmoment von 353 Nm lag bei 2000/min an, nach Werksangaben beschleunigte der GT von 0 auf 100 km/h in 5,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 229 km/h bei einem Durchschnittsverbrauch von 9,2 l/100 km. Die Angabe von 5,7 Sekunden auf 100 km/h wurde aufgrund des amerikanischen Wertes (0–60 mph) hochgerechnet; 60 mph entsprechen jedoch nur 96 km/h und nicht 100 km/h. Nach Messung durch Autobild Sportscars beschleunigt der Opel GT in 6,3 Sekunden auf Tempo 100.

Der Opel GT war 4100 mm lang, 1813 mm breit, 1274 mm hoch und hatte 2415 mm Radstand.[4][5] Das Leergewicht lag mit bis zu 1406 kg hingegen deutlich über dem des Speedster Turbo (930 kg Leergewicht). Zur Serienausstattung gehörte ein manuelles Stoffverdeck, eine manuelle Klimaanlage, ein manuelles 5-Gang-Getriebe und ein Sperrdifferential mit bis zu 70 % Sperrung.

Die Räder waren an doppelten Dreiecksquerlenkern aus Aluminium an beiden Achsen aufgehängt. Die Front-Heck-Gewichtsverteilung war mit 51 : 49 nahezu optimal ausbalanciert.

Überwacht wurde das Fahrverhalten durch das vierstufige elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), bei Opel: ESC (Electronic Stability Control) bei dem folgende Modi wählbar waren:

  • Normal, ohne Anzeige (ESP ein, Traktionskontrolle, bei Opel: Antriebsschlupfregelung ein),
  • ASR aus (ESP ein, Antriebsschlupfregelung aus),
  • Sportbetrieb (ESP greift später ein und lässt größere Driftwinkel zu, Antriebsschlupfregelung aus) und
  • ESC aus / ASR aus (ESP aus, Antriebsschlupfregelung aus).

Weiteres Merkmal des Chassis war eine Torsionsstütze zwischen Getriebe und Hinterachse, die Lastwechselreaktionen beim Beschleunigen und Bremsen auffing.

Das Stoffverdeck war nur manuell bedienbar. Nach der elektrischen Entriegelung der Finnen und des Verdeckdeckels konnte das Dach manuell entriegelt und hochgeklappt werden. Zum Verstauen musste der Fahrer das Fahrzeug verlassen, den entriegelten Verdeckdeckel manuell öffnen, das Dach im Dachraum versenken und die Verdeckklappe wieder schließen. Beim Schließen mussten zusätzlich zwei Finnen manuell heruntergeklappt werden und in Öffnungen des Verdeckdeckels verriegelt werden.

Ein nennenswerter Kofferraum war nicht vorhanden, da der Kraftstofftank wegen der Gewichtsverteilung oberhalb der Hinterachse, also quasi in den Kofferraum hineingesetzt wurde. Das Fahrzeug war allein auf Fahrspaß und in keiner Weise auf Alltagstauglichkeit ausgelegt. Das zeigte sich auch in eigenwilligen Details, wie der Motorhaube in Clamshellbauweise, welche zwar sehr sportlich wirkte, durch eine ungünstige Konstruktion aber die Gefahr barg, beim Schließen etwaig geöffnete Türen, sowie die Haube selbst, zu beschädigen. Als einzige Gegenmaßnahme gab es einen unauffälligen, englisch und französisch beschrifteten Warnaufkleber auf den Kotflügeln sowie den entsprechenden Hinweis in der Bedienungsanleitung. Auch das Anheben des Fahrzeugs mittels Bühne oder Rangierwagenheber barg die Gefahr, die aus GFK Material bestehenden Kotflügel im Schwellerbereich zu beschädigen.

Erhältlich war der Opel GT in den Farben onyxschwarz, nachtblau, solargelb, metallgrau, damastsilber, granitgrau, eifelblau und viktoriarot.

Der Preis in der Grundausstattung betrug:

  • 29.900 € (Stand: 16. Oktober 2006), bzw.
  • 30.675 € (Stand: 30. November 2006), bzw.
  • 32.180 € (Stand: 2. April 2007), bzw.
  • 32.400 € (Stand: 1. Juni 2008).

Die Aufpreisliste enthielt lediglich ein „Premium-Paket“ (Teillederausstattung der Sitzflächen in ebenholzschwarz oder kobaltrot/ebenholzschwarz, aus PVC: Sitzwangen, Kopfstützen und Türverkleidungen, sowie 6-fach CD-Wechsler ohne USB-Anschluss) für 1.285 € und Brillant- bzw. Zweischicht-Metallic-Lackierung für 205 bzw. 475 €, bzw. ab 1. Juni 2006: 320 € (Brillantlackierung) und 590 € (Zweischicht-Schicht Metalliclackierung).

Besondere Merkmale des MotorsBearbeiten

AusstattungBearbeiten

  • 8×18-Zoll-Leichtmetallräder mit Reifen 245/45R18
  • Sperrdifferential mit Sperrwirkung bis zu 70 %
  • ABS, ESP, abschaltbar
  • Doppeldreiecksquerlenker aus geschmiedetem Aluminium vorn und hinten
  • Manuelles Softtop mit beheizbarer Vollglas-Heckscheibe
  • Manuelle Klimaanlage
  • Fahrer- und Beifahrerairbag
  • Geschwindigkeitsregler
  • Nebelscheinwerfer
  • Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
  • Radio mit MP3-fähigem 6-fach CD-Wechsler und Lenkradfernbedienung (CD-Wechsler nur in Verbindung mit "Premiumpaket")

Produktions- und ZulassungszahlenBearbeiten

Das Werk in Wilmington wurde nach 107.658 produzierten Fahrzeugen am 31. Juli 2009 geschlossen, womit auch die Fertigung des Opel GT eingestellt wurde. Von ihm wurden 7.519 Fahrzeuge hergestellt, die sich folgendermaßen auf die Modelljahre verteilen:

  • 2007: 2.365 Stück
  • 2008: 4.851 Stück
  • 2009: 301 Stück
  • 2010: 2 Stück

Zwischen 2006 und 2011 sind in der Bundesrepublik Deutschland 4.191 GT neu zugelassen worden. Mit 1.600 Einheiten war 2008 das erfolgreichste Verkaufsjahr.

WeblinksBearbeiten

Commons: Opel GT – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Autos ohne Nachfolger (Bild 35) auf Autobild.de (abgerufen am 4. August 2010)
  2. Opel GT – Preise, Ausstattungen & technische Daten (Memento vom 24. Oktober 2013 im Internet Archive) vom 30. November 2006
  3. Opel GT – Preise, Ausstattungen & technische Daten (Memento vom 24. Oktober 2013 im Internet Archive) vom 1. Juli 2008
  4. Technische Daten (Memento vom 6. Dezember 2008 im Internet Archive) (PDF-Dokument) von Opel.de, abgerufen am 18. Mai 2008.
  5. Opel-GT-Prospekt (Memento vom 21. August 2010 im Internet Archive) (Seite 25) von Opel.at, abgerufen am 18. Mai 2008