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Olympische Sommerspiele 1984/Leichtathletik – 3000 m (Frauen)

Der 3000-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles wurde am 8. und 10. August 1984 im Los Angeles Memorial Coliseum ausgetragen. An der olympischen Premiere dieser Distanz nahmen dreißig Athletinnen teil.

Olympische Ringe
Olympic Torch Tower of the Los Angeles Coliseum.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Lauf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 30 Athletinnen aus 22 Ländern
Wettkampfort Los Angeles Memorial Coliseum
Wettkampfphase 8. August 1984 (Vorrunde)
10. August 1984 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Maricica Puică (Rumänien 1965Rumänien ROM)
Silbermedaille Wendy Sly (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Bronzemedaille Lynn Williams (KanadaKanada CAN)

Erste Olympiasiegerin wurde die Rumänin Maricica Puică. Sie gewann vor der Britin Wendy Sly und der Kanadierin Lynn Williams.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde durch Brigitte Kraus vertreten. Sie qualifizierte sich für das Finale, musste jedoch ihr Rennen abbrechen.
Auch die Schweizerin Cornelia Bürki erreichte das Finale. Sie belegte Rang fünf.
Läuferinnen aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil. Athletinnen aus der DDR waren wegen des Olympiaboykotts ebenfalls nicht dabei.

Aktuelle TitelträgerinnenBearbeiten

Olympiasiegerin 1980 Wettbewerb bei Olympischen Spielen bisher nicht ausgetragen
Weltmeisterin 1983 Mary Decker (Vereinigte Staaten  USA) 8:34,62 min Helsinki 1983
Europameisterin 1982 Swetlana Ulmassowa (Sowjetunion 1955  Sowjetunion) 8:30,28 min Athen 1982
Panamerikanische Meisterin 1983 Joan Benoit (Vereinigte Staaten  USA) 9:14,19 min Caracas 1983
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 1983 Sergia Martínez (Kuba  Kuba) 9:36,75 min Havanna 1983
Südamerika-Meisterin 1983 Mónica Regonesi (Chile  Chile) 9:57,2 min Santa Fe 1983
Asienmeisterin 1983 Kim Lyong-soon (Korea Nord  Nordkorea) 9:39,64 min Kuwait-Stadt 1983
Afrikameisterin 1982 Justina Chepchirchir (Kenia  Kenia) 9:20,3 min Kairo 1982

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 8:26,78 min Swetlana Ulmassowa (Sowjetunion 1955  Sowjetunion) Kiew, Sowjetunion (heute Ukraine) 25. Juli 1982[1]
Olympischer Rekord Wettbewerb bei Olympischen Spielen bisher nicht ausgetragen

VorrundeBearbeiten

Datum: 8. August 1984[2]

Für die Läufe der Vorrunde wurden die dreißig Teilnehmerinnen in drei Läufe gelost. Für das Finale qualifizierten sich pro Lauf die ersten drei Athletinnen. Weiterhin kamen die drei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athletinnen sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Die Rumänin Maricica Puică erzielte mit 8:43,32 min in Lauf 3 die schnellste Vorlaufzeit. Die langsamste direkt qualifizierte Athletin war die Britin Wendy Sly in Lauf 2 mit 8:58,66 min. Die schnellste Athletin, die sich nicht qualifizieren konnte, war die Britin Jane Furniss, die im ersten Lauf mit 8:48,00 min ausschied.

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mary Decker Vereinigte Staaten  USA 8:44,38 min erster OR
2 Lynn Williams Kanada  Kanada 8:45,77 min
3 Agnese Possamai Italien  Italien 8:45,84 min
4 Aurora Cunha Portugal  Portugal 8:46,38 min
5 Dianne Rodger Neuseeland  Neuseeland 8:47,90 min
6 Jane Furniss Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:48,00 min
7 Hellen Kimaiyo Kenia  Kenia 8:57,21 min
8 Róisín Smyth Irland  Irland 9:01,69 min
9 Raida Abdallah Jordanien  Jordanien 10:48,00 min
DNS Helen Ritter Liechtenstein  Liechtenstein

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Brigitte Kraus Deutschland BR  BR Deutschland 8:57,53 min
2 Joan Hansen Vereinigte Staaten  USA 8:58,64 min
3 Wendy Sly Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:58,66 min
4 Maria Albertina Machado Portugal  Portugal 9:01,77 min
5 Donna Gould Australien  Australien 9:05,56 min
6 Eva Ernström Schweden  Schweden 9:06,54 min
7 Annette Sergent Frankreich  Frankreich 9:15,82 min
8 Susan French Kanada  Kanada 9:24,66 min
9 Liliana Góngora Argentinien  Argentinien 9:41,14 min
10 Mwinga Mwanjala Tansania  Tansania 9:42,66 min

Vorlauf 3Bearbeiten

 
Die Portugiesin Rosa Mota – hier auf einer paraguayischen Briefmarke von 1989 – gab das Rennen in ihrem Vorlauf auf
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Maricica Puică Rumänien 1965  Rumänien 8:43,32 min OR
2 Cindy Bremser Vereinigte Staaten  USA 8:43,97 min
3 Zola Budd Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:44,52 min
4 Cornelia Bürki Schweiz  Schweiz 8:45,82 min
5 Monica Joyce Irland  Irland 8:54,34 min
6 Geraldine Fitch Kanada  Kanada 9:07,18 min
7 Marcianne Mukamurenzi Ruanda 1962  Ruanda 9:27,08 min
8 Geeta Zutshi Indien  Indien 9:40,63 min
9 Kriscia García El Salvador  El Salvador 9:42,28 min
DNF Rosa Mota Portugal  Portugal
Mónica Regonesi Chile  Chile

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Maricica Puică Rumänien 1965  Rumänien 8:35,96 min OR
2 Wendy Sly Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:39,47 min
3 Lynn Williams Kanada  Kanada 8:42,14 min
4 Cindy Bremser Vereinigte Staaten  USA 8:42,78 min
5 Cornelia Bürki Schweiz  Schweiz 8:45,20 min
6 Aurora Cunha Portugal  Portugal 8:46,37 min
7 Zola Budd Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:48,80 min
8 Joan Hansen Vereinigte Staaten  USA 8:51,53 min
9 Dianne Rodger Neuseeland  Neuseeland 8:56,43 min
10 Agnese Possamai Italien  Italien 9:10,82 min
DNF Mary Decker Vereinigte Staaten  USA
Brigitte Kraus Deutschland BR  BR Deutschland

Datum: 10. August 1984[2]

Für das Finale hatten sich alle drei US-Läuferinnen qualifiziert. Weitere Finalisten waren zwei Britinnen und jeweils eine Athletin aus der BR Deutschland, aus Rumänien, der Schweiz, Neuseeland, Portugal, Italien und aus Kanada.

Weltmeisterin Mary Decker aus dem Gastgeberland war Favoritin auf den Olympiasieg. Allerdings gab es einige weitere Anwärterinnen, die eine harte Konkurrenz für Decker darstellten. Dazu gehörten die für Großbritannien startende Südafrikanerin Zola Budd, die stets barfuß lief und Platz eins in der Weltranglisten über 5000 Meter belegte, die Rumänin Maricica Puică, Vize-Europameisterin 1982, Vize-Weltmeisterin Brigitte Kraus aus der BR Deutschland sowie die britische WM-Fünfte Wendy Sly. Das Fehlen der Athletinnen aus den Boykott-Staaten wirkte sich vor allem durch die Abwesenheit der sowjetischen Läuferinnen aus. In erster Linie wären die Olympiasiegerin von 1980 über 1500 Meter, gleichzeitig WM-Dritte Tatjana Kasankina sowie die Europameisterin und WM-Vierte Swetlana Ulmassowa aussichtsreich an den Start gegangen.

Im Finale setzte sich Decker zu Beginn des Rennens an die Spitze, gefolgt von der Italienerin Agnese Possamai und Puică. In der zweiten Runde orientierte sich Budd außen weiter nach vorne und scherte hinter Decker wieder auf der Innenbahn ein, es folgte Puică. Possamai verlor an Boden, indessen arbeitete sich Kraus immer weiter vor. Die 1000-m-Zwischenzeit betrug 2:50,44 min. Noch waren die Läuferinnen zusammen. Bewegung kam ins Feld, als zunächst Sly und dann Budd am Ende der vierten Rund die Führung übernahmen und aufs Tempo drückten. Eine Vierergruppe mit Budd, Decker, Puică und Sly setzte sich nun deutlich ab. Auf der Zielgeraden dieser Runde kam es zu einer Berührung zwischen Budd und Decker. Die US-Amerikanerin geriet ins Stolpern, stürzte und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht verletzt liegen. Puică und Sly zogen an der kurzzeitig irritierten Budd vorbei, doch die kleine Britin konnte sofort aufschließen, übernahm wieder die Spitze und sorgte weiter für ein hohes Tempo, sodass die Läuferinnen hinter der jetzt Dreiergruppe keinen Anschluss finden konnten. Die 2000-m-Marke wurde in 5:44,08 min passiert. Bis zur vorletzten Runde blieben die drei Athletinnen eng beisammen in Führung. Kraus hatte mittlerweile das Rennen aufgegeben. Kurz vor Beginn der letzten Runde forcierten Sly und Puică das Tempo, Budd verlor zusehends an Boden. Auf der Gegengeraden griff die Rumänin an und startete ihren Endspurt, Sly konnte dem Tempo nicht folgen, Budd wurde währenddessen immer weiter nach hinten durchgereicht. Puică schaute sich ein paarmal um, ihr Vorsprung vergrößerte sich mit jedem Schritt. Maricica Puică erreichte mit klarem Vorsprung als Erste das Ziel und wurde Olympiasiegerin vor Wendy Sly. Bronze ging an die Kanadierin Lynn Williams, die vor Cindy Bremser, USA, ins Ziel kam. Fünfte wurde die Schweizerin Cornelia Bürki, Sechste die Portugiesin Aurora Cunha. Zola Budd lief als Siebte ins Ziel.[3]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 795 (engl.), abgerufen am 14. Januar 2018
  2. a b Los Angeles 1984 Official Report, 3, Results of the Games, S. 262, englisch/französisch (PDF, 11 MB), abgerufen am 14. Januar 2018
  3. SportsReference 3000 m, abgerufen am 14. Januar 2018