Olsdorf (Eifel)

Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Olsdorf ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Olsdorf
Olsdorf (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Olsdorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 57′ N, 6° 23′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Bitburger Land
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 3,14 km2
Einwohner: 105 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54646
Vorwahl: 06527
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 100
Adresse der Verbandsverwaltung: Hubert-Prim-Straße 7
54634 Bitburg
Website: bitburgerland.de
Ortsbürgermeister: Patrick Adolph
Lage der Ortsgemeinde Olsdorf im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Über dieses Bild
Olsdorf 2016.
Feuerwehr- und Bürgerhaus

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Olsdorf liegt in der Südwesteifel etwa 10 km westlich der Kreisstadt Bitburg. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf der Hochebene zwischen Prüm und Our. Ein außergewöhnlich hoher Anteil der 3,14 km² großen Gemarkung von Olsdorf wird landwirtschaftlich genutzt (85 %), nur 7 % sind von Wald bestanden. Unmittelbar nördlich der Ortschaft verläuft die Bundesstraße 50, die bis zur luxemburgischen Staatsgrenze und nach Bitburg führt.

Zu Olsdorf gehören auch die Wohnplätze Gerlingsheim, Haus Raison, Hoorhof und Kobenheim.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind: Bettingen, Oberweis, Brimingen und Niehl.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 841 mm. Die Niederschläge liegen im oberen Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 71 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 2 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

Im Bereich von „Oberolsdorf“ wurden Reste einer sesshaften Besiedelung durch die Römer gefunden. Südwestlich des Ortes fand man zudem 1941 eine kleine Gruppe von Hügelgräbern. Es handelt sich um vier Bestattungen unbekannter Zeitstellung.[3]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1200, als der Ort noch als „Alesdorf juxta Bettingen“ erschien. Im späteren Mittelalter war das Dorf – damals „Ailstorf“ genannt – der Herrschaft Bettingen zugehörig, 1473 wurden drei Feuerstellen verzeichnet. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Olsdorf zum Herzogtum Luxemburg.

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, besetzt und im Oktober 1795 annektiert. Von 1795 bis 1814 gehörte Olsdorf zum Kanton Bitburg im Departement der Wälder. Nach der Übernahme der Region durch das Königreich Preußen (1815) kam der Ort 1816 an den Kreis Bitburg im Regierungsbezirk Trier, der von 1822 an Teil der Rheinprovinz war. Olsdorf wurde von der Bürgermeisterei Baustert verwaltet.

Zu einer Vergrößerung des Gemeindegebietes kam es 1905, als der 1767 erbaute Hoorhof in die Gemeinde Olsdorf eingegliedert wurde.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Olsdorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 76
1835 70
1871 117
1905 160
1939 179
1950 143
1961 140
Jahr Einwohner
1970 139
1987 123
1997 107
2005 99
2011 98
2017 104

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Olsdorf besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

BürgermeisterBearbeiten

Patrick Adolph wurde am 14. August 2019 Ortsbürgermeister von Olsdorf. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters dem Rat, der sich für Adolph entschied.[6][7]

Adolphs Vorgänger Rainer Hoffmann hatte das Amt von 2008 bis 2019 ausgeübt.[8][6]

WappenBearbeiten

Wappenbegründung: Das silberne Pflugrad auf blauem Grund ist Ausdruck der landwirtschaftlichen Struktur des Ortes, belegt mit dem Attribut des Kirchenpatrones St. Rochus, einem goldenen Pilgerstab.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Sehenswürdigkeiten
  • Die katholische Kapelle St. Rochus wurde im Jahre 1928 errichtet.
  • Gemeinsam mit dem zu der Kapelle gehörenden Hoorhof und dem Privatfriedhof bildet sie den historischen Ortseingang.[9]
  • Sehenswert sind drei auf dem Gemeindegebiet verteilte denkmalwerte Wegekreuze.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Olsdorf

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ein außergewöhnlich hoher Anteil der 3,14 km² großen Gemarkung von Olsdorf wird landwirtschaftlich genutzt (85 %), nur 7 % sind von Wald bestanden.

UnternehmenBearbeiten

Die Bürgergenossenschaft Energiegewinner eG Olsdorf verfügt über eine Windkraftanlage. Das Windrad vom Typ Suzlon S88 hat eine Nennleistung von 2,1 Megawatt und kann jährlich 550 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen.[10]

Siehe auch: Liste von Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Olsdorf ist Standort einer Freiwilligen Feuerwehr, deren Feuerwehrhaus auch als lokale Veranstaltungsstätte dient. Kirchlich gehört die Gemeinde der Pfarrei Bettingen an.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist durch die Kreisstraßen K 11 und K 13 erschlossen. Unmittelbar nördlich der Ortschaft verläuft die Bundesstraße 50, die bis zur luxemburgischen Staatsgrenze und nach Bitburg führt.

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 12/I). Trier 1983, ISBN 3-88915-006-3, S. 33 (315 S., Mit 12 Taf. u. 227 Abb. im Text. Nachdr. d. Ausg. Schwann, Düsseldorf 1927).
  • Michael Berens: Rochuskapelle beim Hoorhof. In: Geschichtlicher Arbeitskreis Bitburger Land (Hrsg.): Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes. S. 75 (online [PDF; abgerufen am 5. Dezember 2017]).

WeblinksBearbeiten

Commons: Olsdorf – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021. S. 102 (PDF; 2,6 MB).
  3. Hügelgräber Olsdorf. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 5. März 2021.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. a b Rainer Hoffmann: Bekanntmachung der Sitzung des Ortsgemeinderates Olsdorf am 14.08.2019. In: Bitburger Landbote, Ausgabe 32/2019. Linus Wittich Medien GmbH, 1. August 2019, abgerufen am 29. Juni 2021.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Bitburger Land, Verbandsgemeinde, 44. Ergebniszeile. Abgerufen am 29. Juni 2021.
  8. Die meisten Ortsbürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburg-Land gehen bei der Wahl im Juni wieder ins Rennen. Rainer Hoffmann ist seit einem guten Jahr Orts-Chef in Olsdorf. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 24. April 2009, abgerufen am 29. Juni 2021.
  9. Hoorhof mit Rochuskapelle. Abgerufen am 21. Juni 2016.
  10. Bürgergenossenschaft Energiegewinner eG Olsdorf. Abgerufen am 24. Mai 2016.