Olga Virezoub

russisch-deutsche Komponistin und Pianistin
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Olga Virezoub (russisch Ольга Яковлевна Вирезуб; * 18. März 1975 in Grosny, in der autonomen Republik Russlands Tschetschenien) ist eine russisch-deutsche Komponistin, Musikproduzentin, Pianistin und Forscherin.

LebenBearbeiten

In einer Familie von Musikern geboren, reiste sie als Kind mit ihren Eltern durch die ganze Sowjetunion und trat in den Gastspielvorstellungen ihres Theaters in Kinderrollen auf. Von 1980 bis 1995 lebte sie in der russischen Stadt Samara, wo sie auch die Schulen besuchte. Dann lernte sie Klavier und Komposition, zuerst in Samara, und studierte 1995–1997 Komposition, Klavier und Improvisation bei Georgy Firtich an der Herzen-Universität in Sankt Petersburg und danach, 1996 bis 2000, Komposition bei Sergei Michailowitsch Slonimski und Instrumentation bei Wladimir Iwanowitsch Zytowitsch und Klavier am Sankt Petersburger Konservatorium. Sie besuchte auch zahlreiche Meisterkurse für Komposition und Klavier, unter anderem bei Nikolai Petrow und Paul-Heinz Dittrich. So war sie beispielsweise mehrfache Teilnehmerin der Meisterkurse zeitgenössischer Musik Sound Ways in St. Petersburg.

Außerdem besuchte sie Kurse in der Rechtswissenschaft und Geschichte am „Collège Universitaire Française“ der Universität St. Petersburg parallel zu ihrem Musikstudium.

Im Jahr 2000 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Hannover, wo sie seither lebt. 2001 bis 2003 setzte sie Komposition sowie Klavier an der Hochschule für Musik und Theater Hannover fort und im gleichen Jahr bekam sie Stipendien, um an den Meisterkursen für Komposition, Klavier und Improvisation, u. a. bei Alvin Lucier, Tristan Murail, Christian Wolff, Roscoe Mitchell und Frederic Rzewski in Tschechien, teilzunehmen. Daraufhin folgte die Wesleyan Residenz im Weltmusikprogramm in Middletown, USA, wo sie, unter anderem, mit Alvin Lucier und Neely Bruce arbeitete.

LaufbahnBearbeiten

Olga Virezoub ist Gewinnerin mehrerer Preise und Stipendien, darunter der 5. GOJKO 2005 für ihr Stück Musik für Orchester (2001/02) und des Künstlerhaus Cismar/Grömitz 2004, und wurde für ihre Arbeit in Europa, Asia und den USA ausgezeichnet.

Ihre Musik wurde während der internationalen Festivals und Veranstaltungen zeitgenössischer und Jazzmusik wie Sound Ways (1996–1999), Musical Spring (1999), St. Petersburg, Cage Days (2001), Hannover, Ostrava Days (2003), Ostrava, Donne in Musica (2004), Rom, Natale in Musica (2007), Rom, von Solisten sowie den Ensembles Sound Ways, Das Neue Ensemble, S.E.M., OCNM in Europa und den USA aufgeführt und in den Medien übertragen, und, als Pianistin, stand sie u. a. mit den Ensembles Sound Ways, S.E.M., OCNM, Anthony Braxton Ensemble und mit internationalen legendären Solisten wie Thomas Buckner und Roscoe Mitchell auf der Bühne. Darüber hinaus ist sie Autorin von mehreren Werken in den Bereichen der Musikwissenschaft, Musikgeschichte und Musiktheorie und trat als Schlagzeugerin, Gamelan-Musikerin und Tänzerin des westafrikanischen und Balletttanzes in Europa und den USA auf.

Seit 2012 ist die Musik von Olga Virezoub weltweit in den Online-Musik-Läden zu erhalten und hat mehrere Positionen in den Charts erreicht.

Im April 2017 wurde Olga Virezoub Gewinnerin der "Akademia Music Awards" in Los Angeles in der Kategorie "Best A Capella Song" für ihr Chorstück "Ne Poy, Krasavitsa, Pri Mne" nach dem gleichnamigen Gedicht vom russischen Dichter Alexander Puschkin. Das Stück bekam daraufhin in 2017 / 2018 die weiteren Preise wie die Nr. 1 auf den klassischen Musikcharts auf den Radionetzwerken "KMIX Radio Los Angeles und seine assoziierten Netzwerkstationen", "HOT XR Südwestliches Radionetzwerk Las Vegas, Phoenix, Salt Lake City, Denver und San Antonio", "STAR 100 Lateinamerikanisches Radionetzwerk Rio De Janeiro, Guadalajara, Panama City, San Jose und Kingston" und Virezoub selber wurde für dieses Stück als "Beste A Cappella-Künstlerin des Jahres 2018" ausgezeichnet sowie bekam den "Exekutiven Preis der Akademia ® 2019" während der Akademia-Gala Veranstaltung in Los Angeles im April 2019 – den höchsten Preis der Akademia ® für herausragende Kreativität, Kunst und professionelle Leistung im Feld der Musik.

Ästhetik des Schaffens und Perpetua Melodia © Musik- und aesthetisches KonzeptBearbeiten

In der Suche nach ihren eigenen Traditionen zeitgenössischer Musik und ihrem multikulturellen Werk richtete sie ihre Interessen seit Mitte 2009 in Richtung der Weltmusik sehr intensiv aus, vor allem der afrikanischen traditionellen Musik sowie auch der indonesischen Gamelan-Musik (Gamelan Angklung). Sie setzte sich mit diesem Begriff als Komponistin auseinander und führte damit die neuen möglichen Wege und Perspektiven für die Weiterentwicklung neuer Musik ein, die sie unter anderem in der Melodik sowie in der Form und Prinzipien hauptsächlich der Weltmusik, u. a. der afrikanischen Musik, gestaltet. 2003 formulierte sie einige grundsätzliche Elemente ihres Schaffens, wie z. B. die sogenannte perpetua melodia (ewige Melodie) und cantica infinita (unendlicher Gesang) oder cantiche infinite (unendliche Lieder), deren Hauptprinzip sie sich vor allem von Ihrer russischen Herkunft sowie russischem Wohlklang, des Weiteren aber auch von der expressiven Melodie italienischer Sprache und Poesie inspirieren ließ und zuerst in ihrem Stück Cadenza für Violine und Live-Elektronik 2003 verwirklichte. Ihre Musik ist weiterhin stark geprägt von Rhythmen afrikanischer Musik und Tänze sowie westeuropäischen Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts, US-amerikanischer Musik, einschließlich der Rhythmen des Ragtime und Jazz, elektronischer Musik, insbesondere elektronischer Tanzmusik.

WeblinksBearbeiten