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Olbia (Sardinien)

Küstenstadt im Norden Sardiniens, Italien

Olbia (in byzantinischer Zeit Pausania/Παυσανία, vom Mittelalter bis 1939 Terranova, sardisch weiterhin Terranòa) ist eine italienische Gemeinde. Sie ist mit 60.261 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) die viertgrößte Stadt Sardiniens. Olbia liegt in der Provinz Sassari am Golf von Olbia, der zum Tyrrhenischen Meer gehört. Bis 2016 war Olbia eine der Hauptstädte der dann aufgelösten Provinz Olbia-Tempio. Zum Gemeindegebiet gehören die Insel Tavolara und die unbewohnten Inseln Molara und Molarotto.

Olbia
Wappen
Olbia (Italien)
Olbia
Staat Italien
Region Sardinien
Provinz Sassari (SS)
Lokale Bezeichnung Terranoa / Tarranoa
Koordinaten 40° 55′ N, 9° 30′ OKoordinaten: 40° 55′ 0″ N, 9° 30′ 0″ O
Höhe 10 m s.l.m.
Fläche 376,10 km²
Einwohner 60.261 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 160 Einw./km²
Postleitzahl 07026
Vorwahl 0789
ISTAT-Nummer 090047
Volksbezeichnung Olbiesi
Schutzpatron Simplizius von Olbia
Website Olbia
Luftaufnahme von Olbia
Luftaufnahme von Olbia

Inhaltsverzeichnis

Lage und DatenBearbeiten

 
Übersichtskarte

Olbia liegt im Nordosten der Insel südlich der bekanntesten Küste Sardiniens, der Costa Smeralda. Die Nachbargemeinden sind Alà dei Sardi, Arzachena, Golfo Aranci, Loiri Porto San Paolo, Monti, Padru, Sant’Antonio di Gallura und Telti.

 
Corso Umberto

Selbst an der Haupteinkaufsstraße Corso Umberto ist kaum ein Gebäude höher als zwei Stockwerke. Olbia zeigt, wie fast alle Städte Sardiniens, einen Provinzcharakter, der aber durch Trabantensiedlungen wie Olbia 2 und die hektischen Hauptverkehrsadern, auf denen im Sommer mehrere 100.000 Touristen ankommen, aufgehoben wird.
Auch das Gesicht in der Innenstadt hat sich mit dem Ausbau der Hafenpromenade stark verändert. Wo vor zehn Jahren noch Kramläden waren, sind heute Läden bekannter europäischer Modefirmen. Doch abseits des Corso Umberto sind immer noch die typischen engen Sträßchen zu finden.

GeschichteBearbeiten

Schon die Etrusker liefen den Hafen Olbia an. Es geriet unter die Herrschaft Karthagos, bis der römische Konsul Lucius Cornelius Scipio den karthagischen Feldherrn Hanno 259 v. Chr. in einer Seeschlacht im Golf von Olbia schlug, woraufhin Olbia zunächst von den Römern erobert wurde.[2] Im Zweiten Punischen Krieg wurde Olbia im Jahr 210 v. Chr. von den Karthagern zerstört und anschließend vom römischen Prätor Publius Manlius Vulso erobert. Unter römischer Herrschaft wurde der Hafen ausgebaut und Olbia nahm eine wichtige Stellung als römischer Anlaufpunkt auf Sardinien ein, hier landeten etwa die römischen Statthalter.
Nach dem Fall des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert blieb Sardinien und mit ihm Olbia unter Byzantinischer Herrschaft. Während der Piratenüberfälle auf Sardinien wurde die Stadt zeitweise aufgegeben. Als Sardinien im Mittelalter in vier Judikate aufgeteilt wurde (siehe Sardische Judikate), war Olbia Sitz des Judikats Gallura.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Südlich, an der Straße nach Loiri liegen:

VerkehrBearbeiten

 
Fährhafen von Olbia

Olbia verfügt über einen Fährhafen. Dieser wird per Autofähre von Civitavecchia, Genua, Piombino sowie Livorno – und im Sommer auch von anderen Orten aus angefahren.

Der moderne Flughafen Olbia ist Sitz der Fluggesellschaft Meridiana.

Der Bahnhof Olbia liegt an der Bahnstrecke Cagliari–Golfo Aranci Marittima. Er ist Endhaltestelle von Verbindungen aus Cagliari, Sassari, Ozieri-Chilivani, Macomer und Golfo Aranci.

 
Traditionelle Tracht

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Piero Livi (1925–2015), Kurzfilmregisseur und Drehbuchautor
  • Gustavo Giagnoni (1932–2018), Fußballspieler und -trainer
  • Gian Franco Saba (* 1968), römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof von Sassari
  • Salmo (* 1984 als Maurizio Pisciottu), Rapper

WeblinksBearbeiten

  Commons: Olbia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. So Florus 1,18; Valerius Maximus 5,1,2, vgl. Rudolf Hanslik, Olbia 5, in: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Band XVII,2, 1937, Sp. 2423f.