Odakyū Tama-Linie

Eisenbahnstrecke in Japan
Odakyū Tama-Linie
Triebzug der Baureihe 4000 auf der Tama-Linie
Triebzug der Baureihe 4000 auf der Tama-Linie
Streckenlänge:10,6 km
Spurweite:1067 mm (Kapspur)
Stromsystem:1500 V =
Höchstgeschwindigkeit:110 km/h
Zweigleisigkeit:ganze Strecke
Gesellschaft: Odakyū Dentetsu
BSicon .svgBSicon .svgBSicon STR.svg
Odakyū Odawara-Linie 1927–
BSicon .svgBSicon .svgBSicon BHF.svg
0,0 Shin-Yurigaoka 1974–
BSicon .svgBSicon KRW+l.svgBSicon KRWgr.svg
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon STRl.svg
→ Odakyū Odawara-Linie
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Asao-gawa
Haltepunkt, Haltestelle
1,5 Satsukidai (五月台) 1974–
Haltepunkt, Haltestelle
2,8 Kurihira (栗平) 1974–
Haltepunkt, Haltestelle
4,1 Kurokawa (黒川) 1974–
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Haltepunkt, Haltestelle
4,9 Haruhino (はるひ野) 2004–
BSicon STR+r.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Keiō Sagamihara-Linie 1974–
BSicon TUNNEL2.svgBSicon TUNNEL2.svgBSicon .svg
1. Wakadabai-Tunnel
BSicon TUNNEL2.svgBSicon TUNNEL2.svgBSicon .svg
2. Wakadabai-Tunnel
BSicon STR.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
← Keiō-Nagayama (京王永山)
BSicon HST.svgBSicon HST.svgBSicon .svg
6,8 Odakyū-Nagayama (小田急永山) 1974–
BSicon XBHF-L.svgBSicon XBHF-R.svgBSicon .svg
9,1 Tama-Center (多摩センター) 1975–
BSicon mKRZu.svgBSicon mKRZu.svgBSicon uKBHFeq.svg
Einschienenbahn Tama 2000–
BSicon STRr.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
← Keiō Sagamihara-Linie 1988–
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Kotta-gawa
BSicon KRW+l.svgBSicon KRWgr.svgBSicon .svg
BSicon STR.svgBSicon KBHFe.svgBSicon .svg
10,6 Karakida (唐木田) 1990–
BSicon KBSTe.svgBSicon .svgBSicon .svg
Abstellanlage Karakida

Die Odakyū Tama-Linie (jap. 小田急多摩線, Odakyū Tama-sen) ist eine Eisenbahnstrecke auf der japanischen Insel Honshū, die von der Bahngesellschaft Odakyū Dentetsu betrieben wird. Sie ist eine Zweigstrecke der Odakyū Odawara-Linie und verläuft im Grenzgebiet der Präfekturen Tokio und Kanagawa. Ihr Hauptzweck ist die Erschließung der Tama New Town, einer Planstadt im Tama-Hügelland.

StreckenbeschreibungBearbeiten

Die 10,6 km lange Stichstrecke ist in Kapspur (1067 mm) verlegt. Sie ist auf ihrer gesamten Länge zweigleisig ausgebaut und mit 1500 V Gleichspannung elektrifiziert. Es werden acht Bahnhöfe bedient, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 110 km/h. Die von der Odakyū Dentetsu betriebene Strecke zweigt im Bahnhof Shin-Yurigaoka von der Odakyū Odawara-Linie ab. Sie führt zunächst in nordwestlicher Richtung und erreicht das Tama-Hügelland. Beim 1. Wakadabai-Tunnel beginnt ein rund dreieinhalb Kilometer langer Abschnitt, der im Kotta-Tal parallel zu den Gleisen der Keiō Sagamihara-Linie der Bahngesellschaft Keiō Dentetsu verläuft. Aufgrund unterschiedlicher Spurweiten besteht keine Gleisverbindung. Die Parallelführung endet im Bahnhof Tama-Center, dem Mittelpunkt der Siedlung, wo auf die Einschienenbahn Tama umgestiegen werden kann. Die Tama-Linie biegt nach Südwesten ab und erreicht den Endbahnhof Karakida. An diesen ist eine Abstellanlage angebunden.

ZügeBearbeiten

Seit dem Fahrplanwechsel vom 17. März 2018 gibt es vier Zuggattungen, die fast alle in Shin-Yurigaoka zur Odawara-Linie wechseln oder von dieser auf die Tama-Linie geleitet werden.[1] Zu den Eilzügen gehören die Kaisoku-kyūkō (Rapid Express), die Tsūkin-kyūkō (Commuter Express) und die Kyūkō (Express) die auf ihrem Weg von und nach Shinjuku unterschiedlich viele Bahnhöfe auslassen. Nahverkehrszüge (Kakueki-teisha) bedienen alle Bahnhöfe.[2] An Werktagen werden tagsüber sechs bis neun Züge je Stunde angeboten, während der Hauptverkehrszeit zehn bis zwölf Züge je Stunde.[3]

BilderBearbeiten

GeschichteBearbeiten

1958 setzte die Regierung einen ambitionierten Entwicklungsplan für das Tama-Hügelland in Kraft, der die Schaffung weitläufiger Wohn- und Industrieareale zur Entlastung Tokios vorsah. Fünf Jahre später reichten die Bahngesellschaften Keiō Teito Dentetsu (heute Keiō Dentetsu) und Odakyū Dentetsu Konzessionsgesuche für neue Strecken ein, mit denen sie die in Entwicklung befindliche Planstadt Tama New Town erschließen wollten.[4] Das Verkehrsministerium achtete sorgfältig darauf, dass die geplanten Strecken von Keiō und Odakyū sich gegenseitig möglichst wenig Konkurrenz machten und vergab die Konzessionen entsprechend. Beide Unternehmen einigten sich darauf, ihre Strecken im Zentrum von Tama etwa dreieinhalb Kilometer weit parallel zu führen, um den Landverbrauch zu minimieren.[5]

Die Odakyū Odawara-Linie führte im Bereich der geplanten Abzweigung durch enge S-Kurven. Um einen späteren möglichen Flaschenhals von vornherein zu verhindern, entschieden die Planer, die Trasse zu strecken und den neuen Trennungsbahnhof Shin-Yurigaoka zu errichten.[6] Ebenso wie Keiō stellte auch Odakyū die Bauarbeiten aufgrund von Liquiditätsproblemen vorübergehend ein, da die Gewinne aus Grundstückserschließungen an anderen Orten nicht ausreichten, um die Baukosten vollständig selbst zu tragen. Beide Unternehmen ersuchten daraufhin die Regierung um Unterstützung.[7] 1972 wies die Regierung die staatliche Japan Railway Construction Public Corporation (JRCPC) an, auch den Neubau von Strecken vorzufinanzieren, die nicht der Japanischen Staatsbahn gehörten. Die Privatbahnen als Betreiber hatten daraufhin 25 Jahre lang Zeit, die Infrastrukturkosten zurückzuzahlen.

Am 1. Juni 1974 erfolgte die Eröffnung des Abschnitts zwischen Shin-Yurigaoka und Odakyū-Nagayama, am 23. April 1975 fuhren die Züge weiter bis Tama-Center. Zwar war die Tama-Linie von Anfang an zweigleisig, doch aufgrund von Engpässen auf der Odawara-Linie war es nicht möglich, durchgehende Züge von und nach Shinjuku anzubieten. Aus diesem Grund mussten die Fahrgäste jeweils in Shin-Yurigaoka umsteigen, was einen beträchtlichen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Keiō Sagamihara-Linie bedeutete. Angesichts der stark gesunkenen Nachfrage nach neuen Wohnungen infolge der Ölkrise von 1973 wurden die westlichen Stadtteile der Tama New Town weniger dicht gebaut. Deshalb beschloss Odakyū im Jahr 1987, die geplante Verlängerung nach Hashimoto nur zum Teil auszuführen und weitgehend der Konkurrenz zu überlassen. Die 1,5 km lange Strecke von Tama-Center nach Karakida mitsamt neuer Abstellanlage ging am 27. März 1990 in Betrieb.[8] Mit dem um mehr als zwei Jahrzehnte verzögerten viergleisigen Ausbau der Odawara-Linie schuf Odakyū die Voraussetzungen für umsteigefreie Verbindungen zwischen Shinjuku und der Tama-Linie. Diese wurden ab 2. Dezember 2000 angeboten und im Laufe der Jahre sukzessive ausgebaut.

Liste der BahnhöfeBearbeiten

Ky = Kyūkō (Express); Kk = Kaisoku-kyūkō (Rapid Express); Tk = Tsūkin-kyūkō (Commuter Express)

Name km Ky Kk Tk Anschlusslinien Lage Ort Präfektur
OH23 Shin-Yurigaoka (新百合ヶ丘) 00,0 Odakyū Odawara-Linie Koord. Asao-ku, Kawasaki Kanagawa
OT01 Satsukidai (五月台) 01,5 ǀ ǀ ǀ Koord.
OT02 Kurihira (栗平) 02,8 Koord.
OT03 Kurokawa (黒川) 04,1 ǀ ǀ ǀ Koord.
OT04 Haruhino (はるひ野) 04,9 ǀ ǀ ǀ Koord.
OT05 Odakyū-Nagayama (小田急永山) 06,8 Koord. Tama Tokio
OT06 Tama-Center (多摩センター) 09,1 Keiō Sagamihara-Linie
Einschienenbahn Tama
Koord.
OT07 Karakida (唐木田) 10,6 Koord.

WeblinksBearbeiten

Commons: Odakyū Tama-Linie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 新ダイヤでの運行開始日を決定! (PDF, 520 kB) Odakyū Dentetsu, abgerufen am 11. Mai 2020 (japanisch).
  2. 新ダイヤでの運行開始日を決定! (PDF, 520 kB) Odakyū Dentetsu, 15. Dezember 2017, abgerufen am 11. Mai 2020 (japanisch).
  3. Werktagsfahrplan ab Karakida. Odakyū Dentetsu, 2020, abgerufen am 11. Mai 2020 (japanisch).
  4. Sōichirō Sakai: 新編・多摩市の郷土史誌 (古代〜平成8年). Tama shiritsu toshokan shozō shiryō, Tama 2003.
  5. 小田急五十年史. Odakyū Dentetsu, Tokio 1980, S. 489.
  6. Yoshihara Takamatsu: 東京の鉄道ネットワークはこうつくられた. Kōtsū shimbun, Chiyoda 2015, ISBN 978-4-330-57115-7.
  7. Yomiuri Shinbun, 21. Mai 1971.
  8. Yoshio Nakagome, Yō Yokoyama: 小田急多摩線物語. Tama New Town gakkai, Tama 2013, S. 70–79.