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Oberschelden ist ein Stadtteil im Westen der Großstadt Siegen.

Oberschelden
Stadt Siegen
Koordinaten: 50° 52′ 0″ N, 7° 57′ 0″ O
Höhe: 312 (300–350) m
Fläche: 4,53 km²
Einwohner: 1184 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 261 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1966
Eingemeindet nach: Eiserfeld
Postleitzahl: 57080
Vorwahl: 0271
Karte
Lage von Oberschelden in Siegen

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Blick auf Oberschelden

Im Norden grenzt Oberschelden an den Stadtteil Seelbach, im Osten an Siegen und Gosenbach, im Süden an Niederschelden und den Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz sowie im Westen an den Stadtteil Heisberg der Stadt Freudenberg an. Der Stadtteil umfasst eine Fläche von ca. 4,53 km². Die eigentliche Gemarkung reicht im Norden bis hinter die Autobahn, im Westen an die Grenze zur Stadt Freudenberg, in einem Zipfel nach Südwesten bis an die Kreisgrenze an Mudersbach.

Oberschelden liegt auf einer Höhe zwischen 300 und 450 Meter über NN. Der Ort liegt direkt an der A 45 (Sauerlandlinie). Höchster Punkt in der Gemarkung ist ein namenloser Gipfel mit 463,4 m Höhe im äußersten Südwesten an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Weitere Berge um den Ort sind der Berg Rote Kirche im Osten mit 438,9 m Höhe, der 426,6 m hohe Hornsberg im Süden oder der Schmittenberg mit 419,3 m zwischen Oberschelden und Gosenbach. Nördlich von ihm entspringt der Schelderbach, nahe der Quelle auch Buschelde genannt, welcher in Gosenbach in den Gosenbach mündet.

GeschichteBearbeiten

Oberschelden wurde am 24. Februar 1342 das erste Mal urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde wurde ein „Gerhart von Schelte“ genannt.[1]

Bergbau in den lokalen Gruben (z. B. Grube Storch & Schöneberg) war lange Zeit ein wichtiger Erwerbszweig.

Im Zweiten Weltkrieg kam es am 22. April 1944 in Oberschelden beim nachmittäglichen Überflug von Bomberverbänden zum Absturz eines Flugzeugs. Ein amerikanischer Bomber wurde von einer Bf 109 abgeschossen und stürzte bei einer beabsichtigten Notlandung auf der Oberscheldener Höhe „Auf der Hohler“ ab, als er den dort verlaufenden 220- und 110-kV-Oberleitungen des RWE ausweichen wollte. Das Flugzeug explodierte daraufhin mitsamt der Bordmunition und den drei an Bord verbliebenen Besatzungsmitgliedern. Die drei toten Soldaten wurden anschließend auf dem Oberschelder Friedhof bestattet und nach Kriegsende in ihre Heimat überführt. Ein weiteres von drei mittels Fallschirm abgesprungenen Besatzungsmitgliedern kam infolge des sich nicht öffnenden Schirms ebenfalls ums Leben.[2]

Die Gemeinde Oberschelden gehörte bis zur ersten Gemeindegebietsreform zum Amt Freudenberg. Mit Wirkung zum 1. Juli 1966 wurde sie der neu gegründeten Stadt Eiserfeld zugeschlagen.[3] Mit der erneuten kommunalen Neugliederung wurden die Städte Eiserfeld und Hüttental am 1. Januar 1975 der Stadt Siegen zugeschlagen.[4] Oberschelden wurde damit ein Stadtteil der Stadt Siegen.

Im Jahre 1992 wurde das 650-jährige Jubiläum gefeiert.

EinwohnerzahlenBearbeiten

Einwohnerzahlen des Ortes:[5][6]

Jahr Einwohner
1818 205
1885[7] 547
1895[8] 615
1905 712
1910[9] 744
1925[10] 740
1933[11] 727
Jahr Einwohner
1939[11] 726
1950 940
1961[12] 969
1994[13] 1254
2005[14] 1203
2004 1200
2006 1203
Jahr Einwohner
2008 1161
2009 1172
2010 1167
2011 1168
2012 1153
2013 1176
2014 1166
Jahr Einwohner
2015 1187
2016 1184
 
Lurzenbach, westlich vom Dorfkern

PolitikBearbeiten

Ehemalige BürgermeisterBearbeiten

  • Mai 1945 (kommissarisch von den amerikanischen Besatzungstruppen ernannt) bis 1966: Emil Rinsdorf († 14. März 1993)[15]

InfrastrukturBearbeiten

Im Ort gibt es einen Kindergarten, ein Bürgerhaus, ein Feuerwehrhaus und einen Friedhof. Industrie gibt es nur in kleinen Formen verteilt über den Ort.

VerkehrsanbindungBearbeiten

Oberschelden liegt an der Landstraße 907, die von Gosenbach zur L 565 führt, die Seelbach mit Oberfischbach verbindet. An die Bundesautobahn 45 ist der Ort über die Auffahrten Freudenberg oder Siegen angebunden. Der nächste Bahnhof ist in Niederschelden.

Durch Oberschelden führt der Europäische Fernwanderweg E1.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Oberschelden gibt es in der Alte Kapellenschule eine Heimatstube. Dort wird die Lebensweise ehemaliger Bewohner im Hauberg und im Alltagsleben anhand von alten Geräten, Gegenständen so wie Fotos dargestellt.

Oberschelden hat eine funktionierende Vereinsarbeit. Christlicher Verein Junger Menschen, evangelische Gemeinschaft, Heimat und Verschönerungsverein, Freiwillige Feuerwehr, Spielmannszug und die Sportgemeinschaft Oberschelden bilden die größten Vereine.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedrich Philippi (Hrsg.): Siegener Urkundenbuch. Band 1: Bis 1350. Kogler, Siegen, 1887, S. 148–149, Nr. 250.
  2. Flugzeugabsturz in Oberschelden – Augenzeugen erinnern sich – Fallschirm öffnete sich nicht. In: Siegerländer Heimatkalender. 69. Ausgabe, 1994, ZDB-ID 529717-5, S. 135f.
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 269.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 336.
  5. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968.
  6. siegen.de: Hauptwohnsitzbevölkerung nach Stadtteilen (regelmäßig aktualisiert)
  7. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1887, ZDB-ID 1458761-0, S. 106–113.
  8. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1897, S. 114/115.
  9. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  10. genealogy.net: Amt Freudenberg
  11. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Siegen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  12. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 232.
  13. Hartmut Eichenauer: Siegen (Memento des Originals vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwl.org (PDF; 12,2 MB), ca. 1995
  14. Siegen-Info: Oberschelden@1@2Vorlage:Toter Link/www.siegen-info.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. Den Toten ein ehrendes Gedenken. In: Siegerländer Heimatkalender. 69. Ausgabe, 1994, S. 36.