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Oberförster

mit der Hege des Waldes betraute Person, zuständig für einen bestimmten Forstbezirk
Oberförster in der DDR 1983.
Schulterstück des Dienstranges "Oberförster" in der DDR

Oberförster war früher ein häufiger Dienstrang für einen Förster. Abhängig von der jeweiligen Forstverwaltung wurde der Rang im Laufe der Geschichte für unterschiedliche Dienstposten vergeben.

Inhaltsverzeichnis

DeutschlandBearbeiten

Oberförster, Forstmeister oder reitender Förster waren z. B. im Königreich Hannover historische Bezeichnungen für die Leiter eines Forstamtes. Sie traten im 16. Jahrhundert allmählich in Erscheinung. Dieses geschah mit der Ausbildung einer landesherrlichen Forstorganisation und einer wenigstens anteiligen Besoldung von Forstbediensteten. Gemeint waren mit all diesen Titeln zumeist Forstleute in leitenden Positionen, vergleichbar dem heutigen höheren Dienst innerhalb der Verwaltungen.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden erst in Preußen und einigen anderen deutschen Staaten die vormaligen Oberförster zu Forstmeistern ernannt, ohne dass sich jedoch etwas an ihrer Tätigkeit änderte. Zuvor war „Forstmeister“ der Titel für einen Inspektionsbeamten mit zumeist großem Einfluss auf die jeweilige örtliche Verwaltung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hießen in einigen Bundesländern die Leiter der Forstämter Forstmeister, die Dienstbezeichnungen auf den Beförderungsstufen in den höheren und obersten Landesbehörden waren Oberforstmeister, Landforstmeister und Oberlandforstmeister.

Die Benutzung der Begriffe in der Forstpraxis ist heute ansonsten eher ungewöhnlich. So schreiben Karl Hasel und Ekkehard Schwartz[1]: „Die typisch forstlichen Dienstbezeichnungen (Revierförster, Oberförster, Forstmeister usw.) sind weitgehend beseitigt und denen anderer Verwaltungen angepasst worden.“

Die heutigen forstlichen Amtsbezeichnungen in Deutschland wurden den übrigen Beamtenlaufbahnen des höheren Dienstes angepasst und beinhalten nicht mehr den Rang Oberförster.

Historisch bedeutende VertreterBearbeiten

Der Oberförster in der DDRBearbeiten

In der Forstwirtschaft der DDR bestand bis 1991 ein hierarchisches Dienstgradsystem (siehe Dienstgrade in der Forstwirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik), das in der Praxis jedoch in den letzten Jahrzehnten sehr gelockert war.

Oberförster war einerseits eine Bezeichnung desjenigen, der eine Oberförsterei, also einen Forstbezirk mit durchschnittlich sieben Revieren, leitete. Andererseits war Oberförster auch ein Dienstgrad. Den Dienstgrad Oberförster trugen auch manche ältere Revierförster, während einige Leiter einer Oberförsterei den Dienstgrad des Forstmeisters innehatten. Bei der persönlichen Anrede wurden keine Rangbezeichnungen verwendet.

LitauenBearbeiten

„Oberförster“ (lit. miškų urėdas) ist in Litauen die Amtsbezeichnung des Leiters einer Oberförsterei (miškų urėdija), also eines staatlichen Forstbetriebs. In Sowjetlitauen gab es den Direktor des Forstwirtschaftsbetriebs (miškų ūkio direktorius), der vom litauischen Forstwirtschaftsminister ernannt und entlastet wurde. Dem Oberförster unterstehen die Revierförster (girininkas), also Leiter von Forstrevieren, und der Verwaltungsapparat der Oberförsterei. Den Oberförster ernennt und entlastet der Generalforstmeister am Umweltministerium Litauens.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Brandenburgisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft u. Forsten (Hrsg.): In Verantwortung für den Wald – Die Geschichte der Forstwirtschaft in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Potsdam 1998, S. 516.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Hasel, Ekkehard Schwartz: Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis. Kessel, Remagen 2002, ISBN 3-935638-26-4, S. 192.
  2. Website des Generalforstamtes Litauens