Oberdonaukreis

Kreis des Königreich Bayern von 1808 bis 1837

Der Oberdonaukreis mit der Hauptstadt Ulm war einer der Kreise des Königreichs Bayern. Er war ab 1808 bis 1837 Vorläufer des späteren Regierungsbezirks Schwaben und Neuburg.

Bayerns Einteilung in Kreise im Jahr 1808

GliederungBearbeiten

Kreisunmittelbare StädteBearbeiten

Augsburg (ab 1810) – Donauwörth (ab 1810) – Eichstätt (1810–1817) – Ingolstadt (ab 1810) – Neuburg a.d. Donau (ab 1810) – Nördlingen (1809–1817) – Ulm (bis 1810)

LandgerichteBearbeiten

Der Kreis gliederte sich in folgende Landgerichte älterer Ordnung bzw. Herrschaftsgerichte (HG):

Alpeck – Beilngries (ab 1810) – BurgauDillingenDonauwörth (ab 1810) – ElchingenEllingen HG (1815–1817) – Geislingen (bis 1810) – Göggingen (ab 1810) – Greding (1812–1817) – Günzburg (bis 1810) – Heidenheim (1810–1817) – Hiltpoltstein (1810–1817) – HöchstädtIchenhausen HG (ab 1816) – IllertissenIngolstadt (ab 1810) – Kipfenberg (1810–1817) – LauingenMonheim (1810–1817) – Neuburg a.d. Donau (ab 1810) – Neumarkt in der Oberpfalz (ab 1810) – Neu-Ulm (ab 1811) – Nördlingen (1809–1817) – Pleinfeld (1810–1817) – Rain (ab 1810) – Raitenbuch (ab 1810) – Roggenburg (ab 1810) – Söflingen (bis 1810) – Wackerstein HG (ab 1814) – Weißenburg (1810–1817) – WertingenZusmarshausen (ab 1810)

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1808 wurde die Verwaltung Bayerns grundlegend neu geordnet.[1][2] Diese Verwaltungsreform ging auf die Vorstellungen von Maximilian von Montgelas zurück, der damals der leitende Minister des Königreichs war. Diese Verwaltungsreform umfasste die bisherigen Zentralinstanzen ebenso wie die mittlere und die untere Verwaltungsebene. Auf der mittleren Verwaltungsebene kam es dabei zu einem radikalen Bruch mit den historisch gewachsenen Territorialeinheiten, wie beispielsweise dem Herzogtum Pfalz-Neuburg. Die vormaligen Einheiten wurden dabei ohne Ausnahme aufgelöst und alle regionalen Privilegien aufgehoben, wie etwa das Landlibell, durch das die Bevölkerung Tirols von der Wehrpflicht befreit gewesen war. Anstatt der bisherigen Gebiets- und Verwaltungseinheiten wurden nun fünfzehn administrative Kreise geschaffen, deren räumlicher Zuschnitt ausschließlich nach statistischen Gegebenheiten und Gesichtspunkten erfolgte und die nach Flüssen benannt waren. Dies geschah nach dem Vorbild der französischen Départements sowie der Gaue der Frühzeit. Die Zahl der Kreise und teilweise auch deren Umfang änderten sich infolge territorialer Umwälzungen und diverser Gebietstauschaktionen noch einige Male, 1810 waren es noch neun und 1817 schließlich nur noch acht Kreise.

Bei den im Jahr 1808 geschaffenen Kreisen handelte es sich um: Mainkreis (Bamberg), Pegnitzkreis (Nürnberg), Rezatkreis (Ansbach), Nabkreis (Amberg), Regenkreis (Regensburg und Straubing), Altmühlkreis (Eichstätt), Oberdonaukreis (Ulm), Lechkreis (Augsburg), Isarkreis (München), Salzachkreis (Burghausen), Unterdonaukreis (Passau), Illerkreis (Kempten mit Vorarlberg), Innkreis (Innsbruck), Eisackkreis (Brixen und Bozen) und Etschkreis (Trient).[3] Dies wurde bestimmt durch eine allerhöchste Verordnung zur Territorial-Einteilung des Königreichs vom 21. Juni 1808.

Der Oberdonaukreis mit der Hauptstadt Ulm umfasste zunächst 12 Landgerichte und seit 1809 die kreisunmittelbaren Städte Ulm und Nördlingen. Dann kamen verschiedene Herrschaftsgerichte dazu, so dass er 1810 erheblich vergrößert wurde. Er gab aber auch Gebiete an den Illerkreis und an Württemberg ab. Sitz des Generalkreiskommissariats wurde 1810 Eichstätt (ab 1817 dann Augsburg). Bei der von König Ludwig I. veranlassten Gebietsreform vom 29. November 1837 erfolgte die Umbenennung in Schwaben und Neuburg.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Peter Claus Hartmann: Bayerns Weg in die Gegenwart. 1989, S. 372.
  2. Hans-Michael Körner: Geschichte des Königreichs Bayern. 2006, S. 38.
  3. Königlich-Baierisches Regierungsblatt, München 1808, Spalte 1481–1502. Online