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Marktgemeinde
Oberalm
Wappen Österreichkarte
Wappen von Oberalm
Oberalm (Österreich)
Oberalm
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Hallein
Kfz-Kennzeichen: HA
Fläche: 6,39 km²
Koordinaten: 47° 42′ N, 13° 6′ OKoordinaten: 47° 42′ 0″ N, 13° 6′ 0″ O
Höhe: 452 m ü. A.
Einwohner: 4.365 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 683 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5411
Vorwahl: 06245
Gemeindekennziffer: 5 02 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Halleiner Landesstraße 51
5411 Oberalm
Website: www.oberalm.at
Politik
Bürgermeister: Hans-Jörg Haslauer (ÖVP)
Gemeinderat: (2019)
(21 Mitglieder)

Christian Haslauer (VizeBgm/SPÖ)

8
7
3
3
Insgesamt 21 Sitze


[1]

Lage von Oberalm im Bezirk Hallein
AbtenauAdnetAnnaberg-LungötzBad VigaunGolling an der SalzachHalleinKrisplKuchlOberalmPuch bei HalleinRußbach am Paß GschüttSankt KolomanScheffau am TennengebirgeLage der Gemeinde Oberalm im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Oberalm
Oberalm
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Oberalm ist eine Marktgemeinde mit 4365 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Salzburger Land im Bezirk Hallein in Österreich.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Tennengau im Salzburger Land. Oberalm liegt direkt an der Salzburg-Tiroler-Bahn und ist durch die Linie S3 der S-Bahn Salzburg schnell und bequem von der Landeshauptstadt Salzburg aus erreichbar. Die Regionalbuslinie 160 fährt von Hallein/Bahnhof über Oberalm nach Salzburg/Hbf.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[2]):

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Oberalm I.

NachbargemeindenBearbeiten

Puch bei Hallein
Hallein (Gemeindegebiet Taxach)   Adnet
Hallein

GeschichteBearbeiten

Der Name Oberalm leitet sich vom vorlateinischen Albantha (mutmaßlich alpenkeltisch, „illyrisch“), und steht in Flussnamen (gestützt) zu lateinisch albus ‚weiß‘, also wohl in der Bedeutung ‚am Almbach‘.[3] Oberalm zählt zu den am frühesten besiedelten Gebieten in der Umgebung des Salzachtalbodens, die vorrömisch bis frühmittelalterliche Siedlungskontinuität des Raumes ist gesichert.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort im 8. Jahrhundert, als Herzog Theodo aus Bayern dem Heiligen Rupert den Salzachgau zwecks angestrebter Besiedelung und Missionierung übertragen hatte. In den Breves Notitiae (789) findet sich die erste Erwähnung – der Name Oberalm taucht in mehreren Textpassagen auf - “ecclesiam iuxta ripam, que vocatur Albina” oder “hominum de Albina” (‚Leute aus (Ober)Alm‘). Dieses Manuskript wird im Archiv der Erzabtei St. Peter aufbewahrt. Das Kloster besaß in Oberalm mehrere zinspflichtige Höfe. Als Marktort ist Oberalm schon im Mittelalter genannt. Weiters hatten mehrere bedeutende Adelsgeschlechter ihren Wohnsitz in Oberalm – unter anderem auf den Schlössern Kahlsperg und Winkl.

Ludwig Wittgenstein wohnte eine Zeit lang in der Villa seines Onkels im Ort und arbeitete hier am Tractatus logico-philosophicus (erschien 1921). Die Reste des Hauses, das in einem schlechten Zustand war, wurden entgegen Protesten am 1. Dezember 2015 abgerissen.[4]

1938, mit dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland, als allerorten in Österreich Großgemeinden gebildet wurden, wurde Oberalm per 1. Jänner 1939 der Stadt Hallein zwangseingemeindet („Groß-Hallein“). Nach dem Krieg gab es schon 1946 eine Unterschriftenaktion, das rückgängig zu machen, die eine Mehrheit von etwa 85 Prozent brachte („Los von Hallein“-Bewegung). Nach längeren Verhandlungen um die wertvollen Gewerbegebietslagen zwischen Oberalm und Hallein, aber auch mit Adnet um das Vorderwiestal, das mit der Auflösung Oberalms dorthin gekommen war, sowie nach weiteren Abstimmungen und Bürgerbefragungen verabschiedete der Salzburger Landtag per 11. Juni 1952 das Gesetz über die Wiedererrichtung einer Marktgemeinde Oberalm. Die Katastralgemeinde Oberalm II, der heutige Halleiner Stadtteil Neualm, und ein Grenzstreifen bei Hühnerau blieben aber bei Hallein. Das Vorderwiestal kam wieder zu Oberalm.[5]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche Oberalm hl. Stephan: Gotischer Sakralbau mit bemerkenswertem Hochaltar aus dem Jahre 1707, spätgotische Marmorkanzel, Kruzifix und Heiligenfiguren von Johann Georg Mohr.
  • Schloss Haunsperg: 14. Jahrhundert, wurde bis 2015 als Hotel geführt, befindet sich unmittelbar neben der Kirche
  • Schloss Kahlsperg: 16. Jahrhundert, heute Seniorenheim
  • Schloss Winkl: heute Landwirtschaftsschule Winklhof
  • Bürgerhäuser: aus dem 17. Jahrhundert im Ortskern
  • Filzhofgütl: Das Kulturhaus ist ein ehemaliger Bauernhof und beherbergt eine Bibliothek.
  • Gemeindezentrum: moderner Bau
  • Ehemaliges Mesnerhaus, heute Dienstwohnungen für Mitarbeiter vom Schloss Winkl
  • Ehemaliges Schulhaus, von 1879, heute ein Privathaus
  • Wiestal: Naherholungsgebiet mit dem Wiestalstausee

PolitikBearbeiten

BW

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 21 Mitglieder.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1988–1999 Herbert Struber[6]
  • 1999–2005 Rudolf Schürer[7]
  • 2005–2019 Gerald Dürnberger (SPÖ)[8]
  • seit 2019 Hans-Jörg Haslauer (ÖVP)

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde wird folgendermaßen beschrieben:

Im goldenen Feld auf grünem Rasengrund ein Tisch, der aus einer massigen viereckigen Steinplatte von rotem Marmor und einem breiten, ebenfalls vierkantigen steinernen Tischfuß von grauer Farbe besteht. Hinter diesem Tisch steht ein grüner Lindenbaum.

Abgebildet ist der Oberalmer Thaidingtisch (Schranne) mit Gerichtslinde. Der „rote Marmor“ ist der bedeutende Adneter Marmor.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Mit der Gemeinde verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Josef Brettenthaler: Oberalm. Ein Salzburger Markt einst und jetzt. Marktgemeinde Oberalm, Oberalm 1978.
  • Ägydius Außerhofer u. a.: Festschrift. 100 Jahre eigenständige Pfarre Oberalm 1908–2008. Orgelweihe. Renovierung der Pfarrkirche. Pfarre Oberalm, Oberalm 2008.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Oberalm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. salzburg.gv.at (Memento des Originals vom 30. September 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.salzburg.gv.at
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  3. Eine Etymologie zu Alm (Bergweide) ist hier, wie im ganzen Salzburg-Halleiner Becken, auszuschließen, da der Ort im Tal liegt. Dasselbe gilt für Niederalm an der Alm (Berchtesgadener Ache)
  4. salzburg.orf.at Abriss von „Wittgenstein-Villa“ unter Protest, of.at, 1. Dezember 2015, abgerufen 1. Dezember 2015.
  5. Oberalm feierte vor 50 Jahren Trennung von Hallein. Landesgeschichtliche interessante Darstellung vom Leiter des Landesarchivs Fritz Koller in „Unser Land“, Salzburger Landeskorrespondenz, 26. März 2002.
  6. Herbert Struber. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  7. Rudolf Schürer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  8. Gerald Dürnberger. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.