Obdach (Gemeinde)

Gemeinde in Österreich
Marktgemeinde
Obdach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Obdach
Obdach (Gemeinde) (Österreich)
Obdach (Gemeinde)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt: JU)
Fläche: 159,11 km²
Koordinaten: 47° 4′ N, 14° 42′ OKoordinaten: 47° 4′ 0″ N, 14° 42′ 0″ O
Höhe: 877 m ü. A.
Einwohner: 3.758 (1. Jän. 2019)
Postleitzahlen: 8742, 9463
Vorwahl: 03578
Gemeindekennziffer: 6 20 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 31
8742 Obdach
Website: www.marktgemeinde-obdach.at
Politik
Bürgermeister: Peter Bacher (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
14
6
1
14 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Obdach im Bezirk Murtal
FohnsdorfGaalLobmingtalHohentauernJudenburgKnittelfeldKobenzMaria Buch-FeistritzObdachPöls-OberkurzheimPölstalPusterwaldSankt Georgen ob JudenburgSankt Marein-FeistritzSankt Margarethen bei KnittelfeldSankt Peter ob JudenburgSeckauSpielbergUnzmarkt-FrauenburgWeißkirchen in SteiermarkZeltwegSteiermarkLage der Gemeinde Obdach (Gemeinde) im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gemeindeamt von Obdach
Gemeindeamt von Obdach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Obdach ist eine Marktgemeinde mit 3758 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Murtal in der Steiermark.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 159,11 km² und liegt im Tal des Granitzenbaches nördlich des Obdacher Sattels, dem Übergang vom Oberen Murtal ins Lavanttal. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Tal nach Westen auf die Seetaler Alpen mit dem höchsten Gipfel, dem Zirbitzkogel (2396 m).

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Amering (438)
  • Bärnthal (20)
  • Granitzen (147)
  • Großprethal (115)
  • Kathal in Obdachegg (128)
  • Katschwald (70)
  • Kienberg (92)
  • Kleinprethal (70)
  • Lavantegg (180)
  • Mönchegg (181)
  • Obdach (1499)
  • Obdachegg (246)
  • Rötsch (185)
  • Sankt Anna-Feriensiedlung (28)
  • Sankt Georgen in Obdachegg (68)
  • Warbach (148)
  • Winterleiten (129)
  • Zanitzen (14)

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand 2015[2]):

  • Granitzen (3.764,53 ha)
  • Kienberg (2.043,69 ha)
  • Lavantegg (4.713,68 ha)
  • Obdach (514,87 ha)
  • Obdachegg (2.091,64 ha)
  • Prethal (2780,01 ha)

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Judenburg.

NachbargemeindenBearbeiten

Judenburg Weißkirchen in Steiermark
Neumarkt
(Bez. Murau)
  Hirschegg-Pack
(Bez. Voitsberg)
Mühlen
(Bez. Murau)
Reichenfels
(Bez. Wolfsberg, Kärnten)

GeschichteBearbeiten

Obdach wurde 1190 erstmals urkundlich erwähnt. 1324 wurde Obdach zum Markt erhoben und verfügte auch über ein Hochgericht. Obdach war ein regional bedeutender Handelsplatz an der Straße über den Obdacher Sattel.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

97,6 % der Bevölkerung besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 91,3 % der Einwohner, zur evangelischen Kirche 1,1 % und zum Islam 1,8 %, ohne religiöses Bekenntnis waren 4,7 % (Stand 2001).

Die Gemeinde verzeichnete in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen Bevölkerungszuwachs. Der Rückgang der Einwohnerzahl seit dem Jahr 2000 betrifft besonders die Jugend. Die Anzahl der unter Fünfzehnjährigen nahm von 2001 bis 2019 um 40 Prozent ab, zugleich wuchs der Anteil der über 65-Jährigen um 34 Prozent.[5][6][7]

 

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Hauptplatz mit Torturm
  • Katholische Pfarrkirche Obdach hl. Ägydius
  • Spitalskirche: Im Besitz der Bürgerschaft, aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts.
  • Platzturm
 
Blick auf Sankt Georgen in Obdachegg mit Größing und Ameringkogel

Naturdenkmäler

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es 99 Arbeitsstätten mit 873 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 519 Auspendler und 463 Einpendler. Es gab 91 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 32 im Haupterwerb), die zusammen 3.114 ha bewirtschafteten (1999).

Wichtigster Industriebetrieb ist die Maschinenfabrik ALKO (v. a. Rasenmäher) mit rund 250 Mitarbeitern.

VerkehrBearbeiten

Die Verkehrserschließung erfolgt über die Obdacher Straße B 78, die das Kärntner Lavanttal mit dem Murtal verbindet. In Obdach ist ein Bahnhof der Lavanttalbahn. Der Personenverkehr zwischen Zeltweg und Bad St. Leonhard wurde 2010 eingestellt.[8]

BildungBearbeiten

In Obdach gibt es zwei Kindergärten, eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[9]

PolitikBearbeiten

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2014 Peter Köstenberger (ÖVP)
  • seit 2015 Peter Bacher (ÖVP)

PartnergemeindenBearbeiten

Seit 1990 ist Kötz in Bayern Partnergemeinde von Obdach.

WappenBearbeiten

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 1. Jänner 2016.[10]
Die neue Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet:

„In blauem Schild über grünem Schildfuß zwischen zwei silbernen Türmen mit je drei Zinnen und je einem schwarz durchbrochenen Rundbogenfenster im Erdgeschoß eingestellt eine silbern gequaderte, zweigeschoßige Mauer mit durchbrochenem Rundtor samt aufgezogenem Fallgitter und je zwei schwarz durchbrochenen Hochrechteckfenstern in jedem Geschoß; über dem Tor ein Turm mit drei schwarz durchbrochenen Rundbogenfenstern und goldener, unten wellenförmig abgeschlossener Haube samt schwarz durchbrochenem Rundbogenfenster, Knauf und links abfliegendem Wimpel.“

PersönlichkeitenBearbeiten

Ehrenbürger der Gemeinde
  • 1881: Johann Freiherr von Vernier-Rougemont (Bezirkshauptmann von Judenburg 1876–1883)
  • 1928: ÖR Josef Grogger (Bürgermeister von Obdach 1917–1919)
  • 1936: Eduard Schützenauer (Arzt)
  • 1973: Wolfgang Köle (1919–2018), (Mediziner)
  • 1973: Heinrich Köle (1920–2015), (Mediziner)
  • 1974: Hans Bammer (1922–2017), (Landesrat)
  • 1974: Alois Kober (1908–1996), (Unternehmer)
  • 1982: Ernst Schwartz
  • 1984: ÖR Franz Zellnig (Bürgermeister von Obdach 1970–1984)
  • 1986: Hans Gross (1930–1992), (Landeshauptmann-Stellvertreter)
  • 1998: Herbert Kober (* 1933), (Unternehmer)
  • 1998: Kurt Kober (Unternehmer)
  • 1998: Willy Kober (Unternehmer)
Söhne und Töchter der Gemeinde

LiteraturBearbeiten

  • Gernot Fournier, Reiner Puschnig: Das Obdacherland und seine Geschichte. Obdach 1990.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Obdach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Katastralgemeinden Stmk. 2015 (Excel-Datei, 128 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  3. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378.
  4. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Obdach und der Gemeinden Amering, Sankt Anna am Lavantegg und Sankt Wolfgang-Kienberg, alle politischer Bezirk Murtal. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 149, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 680–681.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Obdach, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  6. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Obdach, Bevölkerungsstand und -struktur. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  7. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Obdach, Wohnbevölkerung nach Alter und Geschlecht. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  8. Dr Michael Alexander Populorum: Lavanttalbahn Zeltweg Obdach Wolfsberg St. Paul Lavanttal Lavamünd Unterdrauburg Dravograd Wöllern Velence Cilli Celje Eisenbahn. 10. Juni 2018, abgerufen am 6. Dezember 2019.
  9. Marktgemeinde Obdach | Bildungseinrichtungen. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  10. 127. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Dezember 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Obdach (politischer Bezirk Murtal), abgerufen am 2. Jänner 2016