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Klassifikation nach ICD-10
A92.1 O'Nyong-nyong-Fieber
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
O’nyong-’nyong-Virus
Systematik
Klassifikation: Viren
Ordnung: nicht klassifiziert
Familie: Togaviridae
Gattung: Alphavirus
Untergattung: ‚Semliki Forest virus complex`
Art: O’nyong-’nyong-Virus
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA linear
Wissenschaftlicher Name
Onyong-nyong virus (engl.)
Kurzbezeichnung
ONNV
Links

Das O’nyong-’nyong-Fieber ist eine tropische Virusinfektion und wird durch das O’nyong-’nyong-Virus (offiziell nach ICTV: Onyong-nyong virus, ONNV) ausgelöst. Dieses RNA-Virus gehört wie das Chikungunya-Virus und das Sindbis-Virus zur Gattung der Alphaviren in der Familie der Togaviren. Der Name in der Sprache des Acholi-Volkes bedeutet „Gelenkbrecher“ (englisch ‘joint breaker’).[1]

VorkommenBearbeiten

Ost- und Zentralafrika. Das Virus wurde in Kenia, Malawi, Mosambik, Tansania, Uganda, Senegal und in der Zentralafrikanischen Republik festgestellt. Auch Touristikgebiete sind betroffen. Die Krankheit tritt sporadisch als Epidemie auf. Zwischen den Epidemien können oftmals 10 bis 20 Jahre liegen, dabei liegt die Durchseuchung in der Bevölkerung bis 80 %. Das Virus wurde erstmals während einer großen Epidemie zwischen 1959 und 1962 in Uganda nachgewiesen. Damals erkrankten zwei Millionen Menschen. Es wird ein extrahumanes Reservoir vermutet.

ÜbertragungBearbeiten

O’nyong-’nyong ist eine Arbovirusinfektion. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken (Anopheles gambiae und Anopheles funestus). Die Mücken sind dämmerungsaktiv, ihre Verbreitung ist an das Vorhandensein von stehenden Gewässern gebunden.

DiagnoseBearbeiten

Typische Reiseanamnese, Antikörpernachweis im Blut, Klinisches Bild. Verwechslungen mit Chikungunya sind möglich.

Krankheitsverlauf und SymptomeBearbeiten

Die Inkubationszeit beträgt 8 – 11 Tage. Die Krankheit beginnt plötzlich mit Schüttelfrost und hohem Fieber, Kopfschmerzen und Lymphadenitis. Es besteht eine Leukopenie mit relativer Lymphozytose. Charakteristische Symptome sind die ausgeprägten, symmetrischen Gelenkschmerzen (Polyarthralgien[2]), die über mehrere Wochen bestehen können. Nachfolgend makulopapulöser Ausschlag in zirka 60 % der Fälle. Enantheme der Wangen- und Gaumenschleimhaut können auftreten. Die Symptome bilden sich nach zwei Wochen zurück. Inapparente Infektionen (ohne Krankheitsgefühl) sind häufig. Es bleibt eine lang anhaltende Immunität zurück. Tödliche Verläufe sind nicht bekannt.

TherapieBearbeiten

Eine kausale Therapie oder Impfung gibt es nicht, die Behandlung erfolgt symptomatisch.

VorbeugungBearbeiten

Konsequenter Schutz vor Mückenstichen: Repellentien, Moskitonetze, helle, lange Kleidung, Vermeidung von Außenaufenthalten während und nach der Dämmerung.

LiteraturBearbeiten

  • D. L. Posey, T. O'rourke, J. T. Roehrig, R. S. Lanciotti, M. Weinberg, S. Maloney: O'Nyong-nyong fever in West Africa. In: Am J Trop Med Hyg. 2005 Jul;73(1), S. 32. PMID 16014827
  • M. Bessaud, C. N. Peyrefitte, B. A. Pastorino, P. Gravier, F. Tock, F. Boete, H. J. Tolou, M. Grandadam: O'nyong-nyong Virus, Chad. In: Emerg Infect Dis. 2006 Aug;12(8), S. 1248–1250. PMID 16965706

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. O'nyong'nyong Virus, auf: ScienceDirect, Quelle: Fenner's Veterinary Virology (Fifth Edition), 2017
  2. [https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-des-bewegungsapparats/schmerzen-in-und-an-den-gelenken/schmerzen-in-mehreren-gelenken Schmerzen in mehreren Gelenken], in: Msd Manual: Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und des Bewegungsapparats, Merck Sharp & Dohme Corp
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