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Nyamko Sabuni

Nyamko Sabuni (* 31. März 1969 in Bujumbura, Burundi) ist eine schwedische Politikerin und war als Ministerin für Integration und Geschlechtergleichstellung die erste Ministerin Schwedens mit afrikanischer Herkunft.[1] Sie war von 2004 bis 2012 mit dem Schweden Carl Allan Bergquist verheiratet und hat Zwillingssöhne aus dieser Beziehung.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

WerdegangBearbeiten

Sabuni wuchs mit ihrer Familie in Burundi auf, wo ihr Vater, ein politischer Flüchtling aus Zaire, im Exil lebte. Er erhielt 1980 politisches Asyl in Schweden, 1981 folgte ihm die Familie nach. Dort lebte sie in Kungsängen in der Nähe von Stockholm. Später studierte sie Rechtswissenschaften in Uppsala sowie Migrationstheorie in Eskilstuna und Kommunikationswissenschaft in Stockholm.

Politische KarriereBearbeiten

1996 trat Sabuni der Jugendbewegung der Volkspartei Die Liberalen bei. Als Schlüsselerlebnis, das sie zum Einstieg in die Politik motivierte, nannte sie den Mord an einem Flüchtling durch einen Skinhead in Klippan im Jahr 1995.[4]

2002 wurde Nyamko Sabuni für die Volkspartei in den schwedischen Reichstag gewählt. Im Jahr 2006 forderte sie in der schwedischen Zeitung Expressen eine jährliche gynäkologische Untersuchung[5] für Schülerinnen, um der Genitalverstümmelung vorzubeugen.[6] Sie hat sich außerdem für ein Kopftuchverbot für alle Schülerinnen unter 15 Jahren und die Aufnahme von Ehrenmorden als besondere Straftat in die Gesetzgebung eingesetzt.

Im Juli 2006 wurde ihr Buch "Flickorna vi sviker" ("Die Mädchen die wir verraten") herausgegeben. Es handelt von Frauen, die in Schweden unter der Bedrohung von Ehrenmorden und Gewalt leben.

Am 6. Oktober 2006 wurde sie in der neuen Regierung von Fredrik Reinfeldt zur Ministerin für Integration und Geschlechtergleichstellung. Schwedische Moslems protestierten gegen ihre Ernennung und warfen ihr Islamfeindlichkeit und Populismus vor.[7] Der Sveriges muslimska förbund (nach eigenen Angaben die größte Organisation schwedischer Moslems) unterzeichnete eine Petition gegen ihre Ernennung.[8]

Sprache und Arbeit sind die Schlüssel zur Integration“, wird als ihr persönliches Credo zitiert.[2]

Nach den Wahlen 2010 gab sie ihren Ministerposten für Integration ab, sie war nun nur noch für die Gleichstellung der Geschlechter zuständig.

Am 21. Januar 2013 erklärte Sabuni ihren Rücktritt. Ihre Nachfolgerin wurde Maria Arnholm.[9]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nyamko Sabuni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Youth and diversity sets new government apart (Memento vom 1. April 2013 im Internet Archive)
  2. a b Cicero, April 2007, Seite 14
  3. Separerar - utan äktenskapsförord
  4. Dotter till vänsterman skarp röst i folkpartiet (Memento vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) (schwedisch), Dagens Nyheter, 7. Januar 2004.
  5. NZZ: In der Gewalt der Tradition, 11. Dezember 2006
  6. Check all schoolgirls for circumcision (Memento vom 2. September 2013 im Internet Archive) (englisch), The Local, 17. Juli 2006.
  7. "Protest mot utnämning av Nyamko Sabuni till Integrations och Jämställdhetsminister!!" von IslamGuiden ("The Islam Guide")
  8. Petitionsliste auf www.islamguiden.com (schwedisch)
  9. Rücktritt Sabunis