Nowoselskoje (Kaliningrad, Selenogradsk)

Ort in der Rajon Selenogradsk, Russland

Nowoselskoje (russisch Новосельское, deutsch Willkeim) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er liegt im Rajon Selenogradsk und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Selenogradsk.

Siedlung
Nowoselskoje
Willkeim

Новосельское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Selenogradsk
Gegründet 1409
Frühere Namen Wilkenn (um 1540),
Wylkaym (nach 1540),
Wylkeim (nach 1542),
Wilkeim (um 1820),
Willkeim (bis 1947)
Bevölkerung 36 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40150
Postleitzahl 238300
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 215 804 020
Geographische Lage
Koordinaten 54° 56′ N, 20° 36′ OKoordinaten: 54° 55′ 38″ N, 20° 36′ 23″ O
Nowoselskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Nowoselskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Nowoselskoje liegt im Nordosten des Rajon Selenogradsk, 24 Kilometer von der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) entfernt. Durch den ort verläuft eine Nebenstraße, die Nekrassowo (Liska-Schaaken) mit Sosnowka (Bledau) südöstlich der Kreisstadt Selenogradsk (Cranz) verbindet. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Das Dorf Willkeim erfuhr seine Gründung im Jahre 1409.[2] Von 1874 bis 1945 war der Ort in den Amtsbezirk Lobitten[3] (heute russisch: Lugowskoje) eingegliedert, der zum Landkreis Königsberg (Preußen) (von 1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 zählte Willkeim 107 Einwohner[4]. Am 1. Oktober 1934 vergrößerte sich Willkeim: durch Zusammenschluss der Landgemeinden Plöstwehnen (heute russisch: Irkutskoje), Stombeck (russisch: Rybnoje, nicht mehr existent) und Willkeim entstand die neue Landgemeinde Willkeim. Zählte der Ort 1933 bereits 307 Einwohner, so waren es 1939 noch 295[5].

Im Jahre 1945 kam Willkeim innerhalb des nördlichen Ostpreußens zur Sowjetunion und erhielt 1947 die russische Bezeichnung „Nowoselskoje“.[6] Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Gurjewsk. Spätestens im Jahr 1965 gelangte der Ort in den Muromski selski Sowet im Rajon Selenogradsk. Von 2005 bis 2015 gehörte Nowoselskoje zur Landgemeinde Kowrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Selenogradsk.

Nowoselski selski Sowet 1947–1958Bearbeiten

Der Dorfsowjet Nowoselski selski Sowet (ru. Новосельский сельский Совет) wurde im Juni 1947 im Rajon Gurjewsk eingerichtet.[6] Im Jahr 1958 wurde der Dorfsowjet aufgelöst und in den neu gebildeten Chrabrowski selski Sowet integriert.[7] Der nördliche Teil dieses ehemaligen Dorfsowjets wurde aber spätestens im Jahr 1965 an den Muromski selski Sowet im Rajon Selenogradsk angeschlossen.

Folgende 18 Orte gehörten zum Dorfsowjet:

Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung
Chrabrowo (Храброво) Powunden 1947
Datschnoje (Дачное) Birkenberg 1950
Dubrawa (Дубрава) Korreynen 1947
Gorochowo (Горохово) Sprittlauken 1947
Gussewo (Гусево) Dorben 1950
Irkutskoje (Иркутское) Plöstwehnen 1950
Jasnoje (Ясное) Kirchengrund 1950
Karjernoje (Карьерное) Pomehnen 1947
Lugowskoje (Луговское) Lobitten 1947
Luschki (Лужки) Kiauten 1950
Morschanskoje (Моршанское) Schreitlacken 1950
Nadeschdino (Надеждино) Twergaiten 1947
Nowoselskoje (Новосельское) Willkeim 1947
Priwolnoje (Привольное) Gunthenen 1947
Raduschnoje (Радужное) Ellerkrug 1950
Rybnoje (Рыбное) Stombeck 1947
Saizewo (Зайцево) Trentitten 1947
Schirokopolje (Широкополье) Roppen 1950

KircheBearbeiten

Willkeim gehörte mit seiner fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung vor 1945 zum Kirchspiel Powunden (heute russisch: Chrabrowo) innerhalb des Kirchenkreises Königsberg-Land II in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Nowoseslkoje im Einzugsbereich zweier in den 1990er Jahren neu gegründeten evangelisch-lutherischen Gemeinden: Marschalskoje (Gallgarben) im Osten und Selenogradsk (Cranz) im Westen. Beides sind Filialgemeinden der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Nowosselskoe
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Lobitten
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Samland. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)
  7. Information auf http://www.klgd.ru/
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive) (deutsch/russisch)

WeblinksBearbeiten