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Nostrokonto ist im Bankwesen die Bezeichnung für ein Bankkonto der Bank B, das die Bank A als Korrespondenzbank für Bank B führt. Aus Perspektive der Bank A handelt es sich dabei um ein Lorokonto der Bank B. Die Bezeichnungen kommen aus dem Italienischen (nostro = „unser“, loro = „ihr“)[1].

Inhaltsverzeichnis

KontoführungBearbeiten

Für die Unterscheidung von Nostro- und Lorokonten kommt es also auf die Kontoführung an. Ein Konto führt die Bank, die es in ihren eigenen Büchern eröffnet, über das sie selbst Gutschriften und Lastschriften verbucht und Kontoauszüge versendet. Aus ihrer Sicht handelt es sich um ein Lorokonto. Die andere Bank, die dieses Konto für sich führen lässt, verbucht spiegelbildlich synchron im Rahmen der so genannten Nostrokontrolle über ein Nostrokonto, das als „Schattenkonto“ (Skontro) kontrollieren soll, ob die Buchungen und Salden auf dem Lorokonto aus eigener Sicht nachvollziehbar sind.

SaldenBearbeiten

Die Buchungen und Salden sind dabei auf dem Loro- und Nostrokonto gegensätzlich. Weist das Lorokonto einen debitorischen Saldo aus, besteht korrespondierend beim Nostrokonto ein kreditorischer Saldo und umgekehrt. Ein debitorisches Nostrokonto bedeutet, dass das entsprechende Lorokonto einen Habensaldo ausweist. Entsprechend liegt beim kreditorischen Nostrokonto ein Sollsaldo auf dem Lorokonto vor.

BedeutungBearbeiten

Nostro- und Lorokonten werden üblicherweise zur Abwicklung von Verrechnungsbuchungen im Zahlungsverkehr oder zur kurzfristigen Geldanlage im Interbankengeschäft verwendet. Sie kommen ausschließlich im bilateralen Interbankenhandel und bilateralen Auslandszahlungsverkehr der Kreditinstitute untereinander vor und werden zunehmend durch multilaterale zentralisierte Verrechnungssysteme wie TARGET2, EBA CLEARING, Continuous Linked Settlement oder Zentraler Kontrahent abgelöst.

In der Schweiz sowie in Luxemburg werden Lorokonten auch Vostrokonten (von italienisch vostro: ‚euer‘, ‚Ihr‘) genannt.

EinzelnachweiseBearbeiten