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Die Norwegische Flüchtlingshilfe (norwegisch Flyktninghjelpen, englisch Norwegian Refugee Council) ist eine humanitäre Hilfsorganisation für Flüchtlinge. Sie ist das größte Hilfswerk Norwegens.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in Norwegen – ähnlich der US-amerikanischen Organisation CARE – verschiedene Hilfsorganisationen. Diese schlossen sich im Mai 1946 zusammen, um Einsätze besser koordinieren und die knappen Mittel gezielter einsetzen zu können. Ein engagierter Fürsprecher eines Zusammenschlusses norwegischer Hilfsgruppen war Odd Nansen (1901–1973), dessen 1936 gegründete Nansenhilfe für Flüchtlinge und Staatenlose nun in der damals noch so genannten Norwegischen Europahilfe aufging. Auch die norwegische Abteilung von Save the Children (Redd Barna) wurde Teil der Europahilfe. Odd Nansen wurde ihr erster Leiter.

Die Norwegische Europahilfe wurde 1953 in Norwegischer Flüchtlingsrat (Det Norske Flyktningeråd) umbenannt und ist seit 2005 unter dem neuen Namen Norwegische Flüchtlingshilfe (Flyktninghjelpen, Norwegian Refugee Council) die größte humanitäre Hilfsorganisation des Landes. Sie ist weltweit tätig.

Tätigkeit in Deutschland und ÖsterreichBearbeiten

Die deutsche Leitung – mit Sitz zunächst in Freiburg im Breisgau, ab 1949 in Hamburg und in München – wurde dem späteren norwegischen UN-Flüchtlingshochkommissar Arne Torgersen (1910–1987) übertragen. Zu den Aufgaben der Hilfsorganisation in Deutschland gehörte in erster Linie die materielle und infrastrukturelle Versorgung notleidender, unterernährter und kranker Flüchtlings- und Vertriebenenkinder in Deutschland und Österreich. Zu diesen Aufgaben gehörte deshalb neben der Lebensmittelbeschaffung auch der Bau von Kinder- und Jugenderholungsheimen wie der Heiligenhof in Bad Kissingen. Zu ihrer Unterstützung zählten auch die finanzielle Hilfe im Wohnungsbau für Flüchtlinge und Vertriebene, unter anderem in Essen-Gerschede, sowie der Aufbau von Ausbildungsstätten oder der Hochschule für Gestaltung Ulm.[1][2]

Nachdem sich die Lebensumstände in Deutschland und Österreich gebessert hatten, wurde die Hilfstätigkeit dort 1953 wieder eingestellt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Welt im Film 368/1952
  2. René Spitz: hfg ulm. der blick hinter den vordergrund. die politische geschichte der hochschule für gestaltung (1953–1968). Stuttgart/London 2002, ISBN 3-932565-16-9.

LiteraturBearbeiten

  • Hege Roll-Hansen: Europahjelpen 1946–1953. Nestekjærlighet og realpolitikk. – Deutsche Übersetzung: Die norwegische Europahilfe 1946–1953. Nächstenliebe und Realpolitik. In: Bernd Henningsen (Hrsg.): Hundert Jahre deutsch-norwegische Begegnungen. Nicht nur Lachs und Würstchen. Begleitbuch zur Ausstellung. Unter Mitarbeit von Frauke Stuhl und Jan Hecker-Stampehl. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2005, S. 80–82

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten