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Nordstetten (Gunzenhausen)

Ortsteil der Stadt Gunzenhausen

Nordstetten ist ein Ortsteil von Gunzenhausen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Nordstetten
Koordinaten: 49° 4′ 36″ N, 10° 42′ 25″ O
Höhe: 439 m ü. NN
Fläche: 3,71 km²
Einwohner: 100
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 91710
Vorwahlen: 09831,
(09836 für Nordstetten)
Nordstetten

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Nordstetten liegt zwischen Altmühlsee und Hahnenkamm in der Region Westmittelfranken im Tal des Wurmbaches. Markanter Punkt des Dorfes ist der 1899 erbaute Glockenturm.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde erstmals 1272 urkundlich erwähnt. Am 9. Juni 1272 vereinte Bischof Hildebrand von Eichstätt die beiden Pfarrkirchen St. Peter und St. Walburg in der Nachbargemeinde Stetten. Für seinen Verzicht auf St. Peter erhielt der Scholar Ludwig von Craigenheim (Cronheim) unter anderem zwei Güter in Norsteten.[1]

Die nächste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1360. Die Stiftung einer Frühmesse in Gnotzheim durch zwei Grafen aus Öttingen wurde mit einem Gut, zwei Hofstätten und einigen Feldstücken in Norsteten finanziert. Danach wurden bei verschiedenen Grundstücksgeschäften auch Norrsteten und Nördstetten als Ortsnamen verwendet. 1525 setzte sich die heutige Schreibweise durch. 1616 wurden 25 Anwesen erwähnt. Knapp die Hälfte davon gehörte zum Fürstentum Brandenburg-Ansbach.

Im Freidorf – die Gemeinde war im Besitz der Dorfherrschaft – wurden 1846 32 Häuser gezählt, in denen 44 Familien lebten. Im Ort gab es damals zwei Brauer und Wirte, Metzger, Schmiede, Schuhmacher, drei Weber und einen Büttner.

Am 22. Oktober 1899 wurde durch den Pfarrer von Pfifferling von Stetten der neu erbaute Turm geweiht. Eine der beiden Glocken wurde vom ortsansässigen Braumeister gestiftet. Die zweite, sowie der Turm selbst, wurde von Katholiken und Protestanten gemeinsam finanziert.[2]

1961 zählte man in den 32 Wohngebäuden Nordstettens 146 Bewohner.[3]

Am 1. April 1971 verlor Nordstetten seine politische Selbstständigkeit und wurde im Rahmen der Gebietsreform in die Stadt Gunzenhausen eingemeindet.[4]

NamensgebungBearbeiten

Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts lautete die Schreibweise Norsteten. Diese Bezeichnung gehört nicht zu den orientierenden Ortsnamen. Vielmehr liegt ihr das Wort Nuor oder Nor zugrunde, was so viel wie Stein oder Fels bedeutet. Nordstetten dürfte demnach als steinerne Stätte bezeichnet worden sein.[5]

SchuleBearbeiten

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts besaß Nordstetten eine sogenannte Winterschule als Nebenschule der Nachbargemeinde Stetten. Sie wurde 1731 errichtet. Unterrichtet wurde in einem Bauernhaus, das dem Winterschulhalter auch als Wohnhaus diente. Meist wurden ca. zehn Kinder unterrichtet. Die Nebenschulhalter waren Angestellte des evangelischen Teils der Gemeinde und vom Dekanat Wassertrüdingen und dem Pfarramt Stetten bestätigt.[1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nordstetten (Gunzenhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Stetten, Ein Dorf zwischen Altmühl und Hahnenkamm, Hrsg. Obst- u. Gartenbauverein Stetten-Maicha, von H. Schlund 1983
  2. Gnotzheim 600 Jahre Markt 1388-1988, Hrsg. Marktgemeinde Gnotzheim, Verlag E. Riedel Gunzenhausen, Juni 1988
  3. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, 1964, mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, Spalte 786
  4. Mühlhäusser, Werner, Norsteten und Nördstetten, Altmühlbote, Verlag E. Riedel, Oktober 1981
  5. Landkreis Gunzenhausen, Verlag für Behörden und Wirtschaft Hoeppner, München 1966