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Als Non-Responder (von englisch non = „nicht“ und to respond = „antworten“, „reagieren“) wird im medizinischen Fachjargon ein Proband oder Patient bezeichnet, der auf ein bestimmtes Verfahren (z. B. ein bestimmtes Medikament, eine bestimmte Operation) nicht oder nicht wie erwartet anspricht.

Nach einer Impfung spricht man von einem Non-Responder („Impfversager“), wenn der Impfling nach einer korrekt gegebenen Impfung keine oder nicht ausreichend Antikörper bildet (z. B. bei der Impfung gegen Röteln oder Hepatitis B).[1] 5–10 % der Geimpften sind aufgrund des verwendeten Impfstoffes oder der genetischen Veranlagung Impfversager.[1]

Non-Responder für Hepatitis BBearbeiten

Etwa 3–5 % der gegen Hepatitis B geimpften Menschen bildet nach der ersten Impfung keine oder viel zu wenig Antikörper. Dies lässt sich durch eine Blutuntersuchung im Labor nach etwa einem Monat feststellen. In einem solchen Fall gilt man als Non-Responder ohne sicheren Impfschutz gegen Hepatitis B.

Als weiteres Vorgehen kommen

  • erneute Impfung mit gleicher oder doppelter Dosis (nur in Einzelfällen empfehlenswert[1])
  • Kombinationsimpfung mit anderen Impfstoffen (z. B. gegen Hepatitis A oder Influenza) oder
  • längeres Abwarten in Frage.

In den meisten Fällen kann so noch ein Impfschutz aufgebaut werden. Nach drei Impfungen haben etwa 50–75 % der vorherigen Non-Responder einen Impfschutz aufgebaut.[2] Laut der Ständigen Impfkommission wird man erst nach der sechsten Impfung ohne Erfolg als Non-Responder angesehen. Weitere Impfungen könnten in seltenen Fällen noch einen gewissen Impfschutz aufbauen, werden in der Regel aber nicht mehr durchgeführt.

Non-Responder in gefährdeten Berufen (z. B. Angestellte im Krankenhaus) sollten besonders vorsichtig sein. Neben Handschuhen kann zusätzlich eine Brille oder ein Gesichtsschutz getragen werden. Sollte es dennoch zu Kontakt mit infektiösem Material kommen, so besteht die Möglichkeit der passiven Immunisierung innerhalb von sechs Stunden nach dem Unfallereignis mit Immunglobulinen.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Eiko-E. Petersen: Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe: Lehrbuch und Atlas. 5. Auflage. Georg Thieme Verlag, Freiburg 2010, ISBN 978-3-13-158065-8, S. 338 (google.com [abgerufen am 2. Mai 2019]).
  2. rki.de, Ständige Impfkommission.
  3. dbfk.de (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 72 kB), Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe.