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Niterói

Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien

Niterói, amtlich portugiesisch Município de Niterói, ist eine Großstadt im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Sie hatte nach der Volkszählung 2010 eine Bevölkerung von 487.562 Einwohnern, die Bevölkerung wurde zum 1. Juli 2018 auf 511.786 Einwohner geschätzt, die auf einer Gemeindefläche von 133,757 km² leben und Niteroienser genannt werden.[1] Niterói ist eine Art Satellitenstadt der Nachbarstadt Rio de Janeiro und gehört zur Metropolregion Rio de Janeiro.

Município de Niterói
Nikiti
Terra de Araribóia
Niterói
Luftbild von Niterói (links) und Rio de Janeiro (rechts). Im Vordergrund die Rio-Niterói-Brücke, in der Mitte hinten der Zuckerhut
Luftbild von Niterói (links) und Rio de Janeiro (rechts). Im Vordergrund die Rio-Niterói-Brücke, in der Mitte hinten der Zuckerhut
Niterói (Brasilien)
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Koordinaten 22° 53′ S, 43° 6′ WKoordinaten: 22° 53′ S, 43° 6′ W
Lage des Munizips Niterói im Bundesstaat Rio de Janeiro
Lage des Munizips Niterói im Bundesstaat Rio de Janeiro
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 22. November 1573Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rio de Janeiro
Região intermediária Rio de Janeiro (seit 2017)
Região imediata Rio de Janeiro (seit 2017)
Metropolregion Metropolregion Rio de Janeiro
Gliederung 5 Verwaltungs-regionen, 19 Subregionen, 52 Bairros (Stadtviertel)
Einwohner 487.562 (2010[1])
Schätzung 511.786 (1. Juli 2018)
Gemeindecode IBGE: 3303302
Postleitzahl 24000-000
Zeitzone UTC−3
Politik
Stadtpräfekt Rodrigo Neves (2017–2020)
Partei PV
Kultur
Schutzpatron Johannes der Täufer
Wirtschaft
BIP 23.003.343 Tsd. R$
46.202 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,837 (2010)
Blick von Rio de Janeiro auf Niterói mit dem Museu de Arte Contemporânea im Vordergrund
Fähranleger nach Rio de Janeiro im Stadtzentrum von Niterói

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Stadt wurde am 22. November 1573 durch den Tupí-Indio Araribóia gegründet (der später den Namen Martim Affonso de Souza bekam). Niterói ist die einzige brasilianische Stadt, die von einem Indio gegründet wurde.

Nach dem Krieg mit Frankreich um die Guanabara-Bucht erbat vom Gouverneur Mem de Sá ein Stück Land, das er „Banda D'Além“ nannte („Land dahinter“). Seiner Bitte wurde entsprochen und das Dorf São Lourenço dos Índios, Niteróis erster Name, wurde geboren.

Im Jahr 1819 wurde das Dorf durch die Zentralregierung anerkannt und bekam den neuen Namen Vila Real da Praia Grande (königliche Stadt des langen Strandes). Der Ort umfasste damals nur den Bereich, in dem heute die Mitte von Niterói ist. Die Stadt wuchs über die damaligen Grenzen erst im späten 19. Jahrhundert hinaus, als es eine Straßenbahn gab, die die Expansion des städtischen Raums erlaubte. Im frühen 20. Jahrhundert begann in der Stadt die Industrialisierung.

In den Jahren 1834 bis 1975, als der heutige Bundesstaat Rio de Janeiro in zwei Staaten geteilt war, nämlich einerseits den Staat Rio de Janeiro und andererseits den Bundesbezirk bzw. ab 1960 den Staat Guanabara mit der damaligen Hauptstadt Rio de Janeiro, diente Niterói – mit einer Unterbrechung von 1894 bis 1903, als die Stadt Petrópolis die Hauptstadt des Bundesstaates war – als die Hauptstadt des Staates Rio de Janeiro. Am 15. März 1975 wurde der Staat Guanabara mit dem Staat Rio de Janeiro verschmolzen und neue Hauptstadt ist seitdem Rio de Janeiro.

Den Namen Niterói bekam die Stadt am 6. März 1835. Die ursprüngliche Schreibung war Nictheroy, dieser Name aus der Tupi-Sprache bedeutet „verstecktes Wasser“. Bei dieser Gelegenheit wurde der Ort, der bis dahin offiziell ein Dorf war, zur Stadt erhoben.

Am 17. Dezember 1961 ereignete sich in der Stadt ein Zirkusbrand. Bei einer von etwa 2500 Personen besuchten Vorstellung des Circus Grande Norte Americano fing das Zirkuszelt zu brennen an und stürzte zusammen. Es gab 323 Tote und 500 Verletzte.[2] Die Untersuchung ergab später Brandstiftung durch unzufriedene Zirkusmitarbeiter. Zunächst wurde auch ein elektrischer Kurzschluss vermutet. Bis heute wird in Niterói diese Katastrophe totgeschwiegen.[3]

Die Stadt liegt nur ca. 5 km Luftlinie von Rio de Janeiro entfernt und ist mit dieser durch die Rio-Niterói-Brücke und mit Fähren verbunden. Heute ist Niterói eine der brasilianischen Städte mit der besten Lebensqualität. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Museu de Arte Contemporânea (MAC), ein Museum für zeitgenössische Kunst, welches vom Architekten Oscar Niemeyer entworfen wurde. Sie ist die drittgrößte Stadt im Bundesstaat an Touristenzahl.

StadtverwaltungBearbeiten

Von 1904 bis 1948 wurden die Bürgermeister (Intendenten und Präfektoren) ernannt, erster gewählter Stadtpräfekt wurde von 1948 bis 1950 José Inácio da Rocha Werneck. Die Exekutive nach der Kommunalwahl 2016 für die Amtszeit 2017 bis 2020 liegt bei dem Kommunal- und Landespolitiker Rodrigo Neves.[4] Die Legislative liegt bei einem Stadtrat, der Câmara Municipal, aus 25 Stadtverordneten (vereadores) mit dem Präsidenten Paulo Roberto de Mattos Bagueira Leal.

StadtgliederungBearbeiten

Niterói ist in fünf Verwaltungsregionen, 19 Planungsunterregionen und 52 Bairros (Stadtviertel) gegliedert.

Strände in NiteróiBearbeiten

 
Promenade am Strand São Francisco
  • Icaraí
  • São Francisco (Saco ist veraltet)
  • Itaipú
  • Itacoatiara
  • Piratininga

Erzbistum NiteróiBearbeiten

Das Erzbistum Niterói ist eine römisch-katholische Erzdiözese mit Sitz in Niterói.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit Niterói verbunden sindBearbeiten

  • Nilson Fanini (1932–2009), Präsident des Baptistischen Weltbundes (1995 bis 2009), war über 40 Jahre Pastor der Ersten Baptistengemeinde Niterói.
  • Tim Maia (1942–1998), Soul- und Funkmusiker, starb am 18. März 1998 in Niterói.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niterói – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Niterói – Panorama. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 9. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Dirk Proske: Catalogue of Risks: Natural, Technical, Social and Health Risks. Springer Science & Business Media, 2008, ISBN 978-3-540-79555-1, S. 183 (englisch, 509 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Wolfgang Kunath: Zirkuskatastrophe: Das Brandmal. In: fr.de. Frankfurter Rundschau, 10. Januar 2012, abgerufen am 12. März 2018.
  4. Rodrigo Neves 43 (Prefeito). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 1. August 2019 (brasilianisches Portugiesisch).