Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederzier
Niederzier
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederzier hervorgehoben
Koordinaten: 50° 53′ N, 6° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 63,46 km2
Einwohner: 13.920 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km2
Postleitzahl: 52382
Vorwahl: 02428
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL, MON, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 048
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 8
52382 Niederzier
Website: www.niederzier.de
Bürgermeister: Hermann Heuser (SPD)
Lage der Gemeinde Niederzier im Kreis Düren
Kreis DürenNordrhein-WestfalenRhein-Erft-KreisKreis EuskirchenRhein-Kreis NeussKreis HeinsbergStadt AachenStädteregion AachenBelgienHeimbachKreuzauNideggenVettweißDürenJülichLangerweheTitzMerzenichAldenhovenHürtgenwaldNörvenichIndenNiederzierLinnichKarte
Über dieses Bild

Niederzier (Dürener Platt Neddeziê) ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und gehört zum Kreis Düren.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Niederzier liegt in der Jülicher Börde, die durch weite, ebene Ackerflächen geprägt ist. Im Südwesten wird Niederzier durch das Rurtal begrenzt, im Norden und Osten bilden die Sophienhöhe und der Tagebau Hambach eine künstliche Begrenzung der Gemeinde. Im Südosten verläuft die Gemeindegrenze entlang der BAB 4.

Angrenzende Städte und Gemeinden sind im Nordwesten die Stadt Jülich, im Norden die Gemeinde Titz, im Nordosten die Stadt Elsdorf (Rhein-Erft-Kreis), im Südosten die Gemeinde Merzenich, im Süden die Stadt Düren und im Westen die Gemeinde Inden.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Niederzier besteht aus den Ortschaften Niederzier, Oberzier, Ellen, Hambach, Krauthausen, Berg, Selhausen und Huchem-Stammeln mit folgenden Ortsgrößen (Stand 31. Dezember 2016):[2]

Ortsteil Bevölkerung
Ellen 2054
Hambach 1326
Huchem-Stammeln 3308
Krauthausen 742
Niederzier 3705
Oberzier 3020
Selhausen 416

GeschichteBearbeiten

Niederzier und Oberzier können bereits im 12. Jahrhundert nachgewiesen werden. Die späteren Teile der Gemeinde gehörten bis zum Einmarsch der Franzosen 1794 zum Herzogtum Jülich, von 1794 bis 1814 standen die Teile der Gemeinde unter französischer Verwaltung. In der Bevölkerungsliste des Jahres 1799 werden für die Ortschaft Niederzier 543 Einwohner in 133 Häusern ausgewiesen, für die Gesamtheit der Ortschaften des heutigen Gebietsstands der Gemeinde 2.915 in 656 Häusern.[3] Durch die Grenzziehung des Wiener Kongresses wurden die Ortschaften unter preußische Verwaltung gestellt. Am 1. Juli 1969 wurde Oberzier eingemeindet.[4] Seine heutige Struktur besitzt die Gemeinde seit dem 1. Januar 1972, da zu diesem Zeitpunkt ein Gesetz zur Neuordnung des Raumes Aachen, das Aachen-Gesetz, in Kraft trat. Die ehemaligen Gemeinden Ellen, Hambach, Huchem-Stammeln, Selhausen und Steinstraß sowie der Ortsteil Krauthausen der Stadt Jülich wurden eingegliedert.[5] Steinstraß gehörte als Lich-Steinstraß an der nördlichen Gemeindegrenze zum Gemeindegebiet. Dieser Ort besteht heute nicht mehr. Er fiel dem Braunkohletagebau Hambach zum Opfer. Seine Bevölkerung wurde in den 1980er Jahren als Lich-Steinstraß nach Jülich umgesiedelt.

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im Gemeinderat
    
Insgesamt 26 Sitze
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 62,14 % (2009: 67,87 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,92 %
34,44 %
6,24 %
2,54 %
2,86 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009[6]
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,54 %p
-1,97 %p
+0,12 %p
+2,54 %p
+2,86 %p

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Niederzier. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[7]

BürgermeisterBearbeiten

Hermann Heuser (SPD) wurde am 20. Januar 2008 als gemeinsamer Kandidat von CDU und SPD mit 95,3 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 44,7 % gewählt. Die Bürgermeisterwahl wurde durch den Tod des bei der Kommunalwahl 2004 gewählten Bürgermeisters Hartmut Nimmerrichter (SPD, † 15. September 2007) erforderlich. Bei der jüngsten Bürgermeisterwahl am 10. November 2013 wurde Hermann Heuser mit 81,15 % der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 53,04 % im Amt bestätigt, so dass sich eine zweite Amtszeit anschließt. Diese dauert bis zur verbundenen Kommunalwahl im Jahre 2020.[8]

2010 gehörte Niederzier zu den wenigen Gemeinden bzw. Städten in Deutschland, die keine eigenen Schulden hatten.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Gold und Schwarz geteilt, oben ein schwarzer, rotbewehrter und -bezungter, schreitender Löwe, unten vier goldene Pfähle.“

Alle Orte gehörten ehemals zum Herzogtum Jülich und liegen in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Jülich. Daher bot sich die Verwendung des Jülicher Löwen als historisches Symbol an. Die neun Felder der unteren Schildhälfte stehen für die neun zusammengeschlossenen Ortschaften; die Farben sind die des Herzogtums Jülich. Die pfahlweise Teilung kann auch aufgefasst werden als Erinnerung an die lange in der Burg Niederzier ansässige und in der jülichschen Landesverwaltung bedeutende Familie von Hochsteden, die im Wappen drei grüne Pfähle in Silber unter roten Schildhaupt führte.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Dr. Ulf-Dietrich Korn aus Münster gestaltet.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Niederzier unterhält partnerschaftliche Beziehungen mit der französischen Stadt Vieux-Condé (seit 1988) und mit der thüringischen Stadt Bleicherode (seit 1989).

BauwerkeBearbeiten

Das bekannteste Bauwerk der Gemeinde ist die Wasserburg Niederzier, momentan dient sie als Verwaltungssitz der Gemeindeverwaltung. Siehe Burg Niederzier.

Im Dorf Hambach, nach dem der nahegelegene Tagebau benannt ist, findet sich das alte herzogliche Jagdschloss Schloss Hambach, das in Teilen erhalten ist und Reste mittelalterlicher und renaissancezeitlicher Architektur bietet.

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

Zu den regionalen Naherholungsgebieten gehört der Ellbachpark in der Ortschaft Niederzier, sowie die Sophienhöhe am Nordrand der Gemeindegrenze. Ebenfalls gibt es einen Skatepark neben dem Jugendzentrum. Auch existiert eine Motocrossstrecke[10].

VerkehrBearbeiten

AutobahnanschlüsseBearbeiten

A 4

  • (Abfahrt Langerwehe / Niederzier)
  • (Abfahrt Düren / Jülich)
  • (Abfahrt Merzenich / Niederzier)

A 44

  • (Abfahrt Jülich Ost)
  • (Abfahrt Jülich West)

BundesstraßenBearbeiten

Durch den südlichen Teil der Gemeinde Niederzier und durch den Ortsteil Selhausen führt die B 56, nordwestwärts Richtung Jülich, südostwärts Richtung Düren.

PersonennahverkehrBearbeiten

 
Rurtalbahnhof in Krauthausen

Die Gemeinde Niederzier wird von der Bahnstrecke Jülich–Düren in Nord-Süd-Richtung durchquert. Die Ortsteile Huchem-Stammeln, Selhausen und Krauthausen liegen jeweils mit einem Bahnhof oder Haltepunkt direkt an dieser Strecke. Der Ort Niederzier selbst wird von den AVV-Buslinien 234 und 235 der Dürener Kreisbahn (DKB) sowie 236 und 238 der Busverkehr Rheinland GmbH (BVR) bedient.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

TagebauBearbeiten

Der Tagebau Hambach ist der tiefste Braunkohletagebau Europas und kann von verschiedenen Aussichtspunkten aus eingesehen werden. Bei Ausgrabungen auf dem Gebiet des Tagebaus wurde 1978 der Goldschatz von Niederzier aus der Keltenzeit entdeckt, welcher heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn ausgestellt ist.

MuseumBearbeiten

In Oberzier wird im Haus Horn ein Heimatmuseum betrieben.

MusikschuleBearbeiten

Seit 1989 betreibt die Gemeinde eine eigene Musikschule. In den Ortsteilen Oberzier und Huchem-Stammeln wird (Stand Oktober 2010) Unterricht in 17 Instrumenten und Gesang sowie musikalische Früherziehung angeboten.

Neben der Ausbildungsarbeit beherbergt die Musikschule mehrere Ensembles, so das Ausbildungsorchester „Hit Kids“, diverse Chöre aller Altersklassen sowie die Bigband „taf“, um diverse Anlässe in der Umgebung mitzugestalten. Jährlich im Dezember reist die Bigband zusätzlich in die Partnerstadt „Vieux-Condé“, um dort den großen Weihnachtsmarkt mehrtägig musikalisch zu begleiten.[11]

Seit Jahren ziehen die beiden großen Konzerte der Musikschule, das traditionelle "Neujahrskonzert" in der Aula der Gesamtschule Niederzier/Merzenich sowie das "Sommerkonzert" auf dem Rathausinnenhof viele Besucher aus der Umgebung an. Unter anderem wirkten bei diesen Veranstaltung schon regionale und nationale Größen wie etwa John Cashmore, bekannter Opern- und Musicalsänger, mit.

WirtschaftBearbeiten

  • Gebrüder Buntenbroich, Tonröhrenwerk, Niederzier (erloschen)[12] Zudem wurden Dachziegel (Falzziegel: Bouletziegel, entwickelt 1880) mit der Aufschrift Buntenbroich Niederzier hergestellt. Das Unternehmen bestand schon 1893.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niederzier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2017 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. http://www.niederzier.de/gemeinde/allgemeine_informationen/einwohnerzahlen.php
  3. Heinz Kaulen: Die Bevölkerungs- und Sozialstruktur der Orte der heutigen Gemeinde Niederzier im Jahre 1799 – Wiedergabe und Auswertung der Bevölkerungslisten aus französischer Zeit (= Dürener Geschichtsverein [Hrsg.]: Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes. Band 26). Düren 2006, S. 17, 20.
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 98.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 306.
  6. Gemeinde Niederzier. Kommunalwahlen 2009. 30. August 2009, abgerufen am 6. November 2014.
  7. Gemeinde Niederzier. Europawahl / Kommunalwahlen 2014. 25. Mai 2014, abgerufen am 6. November 2014.
  8. Jörg Abels: 81,15 Prozent: Heuser landet einen Kantersieg. In: Aachener Zeitung. 10. November 2013, abgerufen am 6. November 2014.
  9. Köln ist Schuldenkönig. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 16. Juni 2010, abgerufen am 6. November 2014.
  10. http://www.msc-arnoldsweiler.de/25.0.html
  11. Webseite der Musikschule Niederzier
  12. Adressbuch der keramischen industrie. Müller, 1906, S. 513.