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Niederwürschnitz

Gemeinde im Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederwürschnitz
Niederwürschnitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederwürschnitz hervorgehoben
Koordinaten: 50° 43′ N, 12° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Lugau
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 6,04 km2
Einwohner: 2592 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 429 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09399
Vorwahl: 037296
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 430
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stollberger Straße 2
09399 Niederwürschnitz
Website: www.niederwuerschnitz.info
Bürgermeister: Matthias Anton[2]
Lage der Gemeinde Niederwürschnitz im Erzgebirgskreis
SachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAue-Bad SchlemaAuerbach (Erzgebirge)Bärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)LugauMarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitzKarte
Über dieses Bild

Niederwürschnitz ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Lugau.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Ort befindet sich im ehemaligen Steinkohlerevier Lugau/Oelsnitz zwischen den Städten Chemnitz und Zwickau am Nordrand des Naturraums Erzgebirge am Fluss Würschnitz. Bemerkenswert ist die sehr gute infrastrukturelle Erschließung durch die Autobahn A 72, welche mit der Abfahrt Stollberg-Nord direkt an die Niederwürschnitzer Flur angrenzt sowie die das Zentrum durchquerende Bundesstraße 180.

GeschichteBearbeiten

Der Ursprung des Ortes geht auf die Besiedlung der Gegend durch Einwanderer aus dem Westen des deutschen Reiches im 12. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1447 wurde das an dieser Stelle gegründete Waldhufendorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Niederwürschnitz leitet sich von dem slawischen Wort „Virsnica“ (Fischreusenbach) ab, dem Namen des dieses Tal durchfließenden Flüsschens.

Funde im angrenzenden Steegenwald legen den Verdacht nahe, dass hier bereits in der Bronzezeit eine Siedlung bestanden haben muss.

Ihre heutige Struktur verdankt die Gemeinde dem in den 1840er Jahren des 19. Jahrhunderts einsetzenden Kohlebergbau, welcher das landwirtschaftlich geprägte Gebiet zusammen mit der Textilindustrie in eine dichtbesiedelte Industrieregion umwandelte. So siedelten hier in den wirtschaftlich florierenden Zeiten nahezu 5.000 Menschen. Eine nicht unbedeutende Rolle spielte in der Vergangenheit die Ziegelherstellung.

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 52,9 % (2009: 50,9 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,9 %
38,5 %
12,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,2 %p
+2,6 %p
+1,7 %p
   
Insgesamt 14 Sitze

GemeinderatBearbeiten

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

VerwaltungBearbeiten

Seit dem 1. Januar 2000 gehört die Gemeinde Niederwürschnitz zu einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Lugau.

PartnerschaftBearbeiten

Eine Partnerschaft besteht mit der Stadt Oberasbach in Mittelfranken (Bayern).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Mehr Informationen dazu finden sich im Buch Rauchzeichen aus dem Erzgebirge, aufgezeichnet vom ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde, Rolf Höfer.
  • Der Niederwürschnitzer Weihnachtsberg, ein bereits seit 1892 bestehender orientalischer, mechanischer Weihnachtsberg. Er enthält u. a. Szenen der Bergpredigt, der Himmelfahrt und der Geburt Christi.
  • Das Freizeitgelände „Alte Ziegelei“ beherbergt neben den Schauwerkstätten des Ziegelei- und Dorfmuseums zudem vielfältige Freizeitmöglichkeiten. siehe auch Weblink
  • Weihnachtsberg – siehe Weblink
  • Evangelische Johanniskirche, roter gotisierender Backsteinbau, 1903/1904 nach Plänen von Paul Lange. Im Inneren eine von Mitgliedern des Niederwürschnitzer Weihnachtsbergvereins geschnitzte sechsseitige Holztaufe aus dem Erbauungsjahr der Kirche.
 
Haltepunkt Niederwürschnitz (2016)

VerkehrBearbeiten

Der Haltepunkt Niederwürschnitz liegt an der Bahnstrecke Stollberg–St. Egidien. Im regelmäßigen Schienenpersonenverkehr verkehren derzeit nur die Züge der City-Bahn Chemnitz, werktags einmal je Stunde und Richtung, am Wochenende zweistündlich.

Geplant ist der Bau einer weiteren Strecke ins benachbarte Stollberg, um nach deren Fertigstellung (vsl. Ende 2021)[4] umsteigefreie Fahrten im 30-Minuten-Takt von Oelsnitz und Niederwürschnitz über das Gewerbegebiet „Stollberger Tor“ in die Chemnitzer Innenstadt zu ermöglichen.[5]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Gerhard Harig (* 31. Juli 1902 in Niederwürschnitz; † 13. Oktober 1966 in Leipzig), Physiker und Philosoph, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Emigrant in der Sowjetunion, Häftling im KZ Buchenwald, Hochschullehrer für Natur- und Gesellschaftswissenschaften und Staatssekretär für Hochschulwesen der DDR
  • Paul Meinhold (* 31. Mai 1909 in Niederwürschnitz; † 7. August 1978), Komponist und Dirigent
  • Eberhard Görner (* 7. September 1944 in Niederwürschnitz), Buch- und Drehbuchautor
  • Uta Windisch (* 20. Januar 1949 in Niederwürschnitz), sächsische Politikerin (CDU) und Abgeordnete des Sächsischen Landtags

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niederwürschnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl vom 18.06.2017. Gemeinde Niederwürschnitz, 19. Juni 2017, abgerufen am 21. Juni 2017.
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. Chemnitzer Modell. Stufe 5: Ausbau Stollberg – Oelsnitz. Verkehrsverbund Mittelsachsen, abgerufen am 28. November 2017.
  5. Chemnitzer Modell Stufe 5: Ausbau Stollberg – Oelsnitz Variantenuntersuchung und Vorplanung. (PDF; 7,2 MB) Bürgerinformationsveranstaltung. Verkehrsverbund Mittelsachsen, 24. August 2015, abgerufen am 23. Oktober 2016.