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Niedernstöcken

Stadtteil von Neustadt am Rübenberge

Die Ortschaft Niedernstöcken ist ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover und liegt ca. 20 Kilometer nördlich der Kernstadt von Neustadt am Rande des Aller-Leine-Tals.

Niedernstöcken
Wappen von Niedernstöcken
Koordinaten: 52° 38′ 34″ N, 9° 34′ 26″ O
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 9,09 km²[1]
Einwohner: 509 (2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05073
Niedernstöcken (Niedersachsen)
Niedernstöcken

Lage von Niedernstöcken in Niedersachsen

St.-Gorgonius-Kirche
St.-Gorgonius-Kirche

GeographieBearbeiten

Niedernstöcken liegt im nördlichsten „Zipfel“ des Neustädter Landes. Einzig die Ortschaft Stöckendrebber liegt noch nördlicher. Im Osten wird der Ort von der Leine begrenzt und die nächste Ortschaft ist Esperke. Über die Regionsgrenze hinaus gelangt man in westlicher Richtung in den Ort Rodewald, welcher selbst bis zur Gebietsreform von 1974 zum Landkreis Neustadt am Rübenberge gehörte. Südlich von Niedernstöcken liegt Mandelsloh.

GeschichteBearbeiten

Am 2. Juli 1033 wurde Stöcken (frühere Bezeichnung der Ortschaft) in einer Schenkungsurkunde Kaiser Konrads an das Martinikloster in Minden unter dem Namen Stocheim erstmals erwähnt.[2] Vor wahrscheinlich 1200 Jahren haben fränkische Siedler hier eine Niederlassung gegründet und ihre Äcker in den Wald vorgetrieben. Auf eine solche Rodung – vielleicht auf dem Gelände des Hofes eines sächsischen Edelings – deutet der Ortsname, der von den Baumstuken abgeleitet ist, die bei der Rodetätigkeit zurückblieben.

Am 1. März 1974 wurde Niedernstöcken in die Stadt Neustadt am Rübenberge eingegliedert.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1768: 352 Einwohner[4]
  • 1852: 473 Einwohner[4]
  • 1910: 473 Einwohner[5]
  • 1925: 468 Einwohner[6]
  • 1933: 450 Einwohner[6]
  • 1939: 462 Einwohner[6]
  • 1950: 801 Einwohner[7]
  • 1961: 562 Einwohner[3]
  • 1970: 504 Einwohner[3]
  • 2006: 630 Einwohner
  • 2016: 509 Einwohner[1]
 

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Der gemeinsame Ortsrat von Mandelsloh, Amedorf, Brase/Dinstorf, Evensen, Lutter, Niedernstöcken, Stöckendrebber und Welze setzt sich aus drei Ratsfrauen und acht Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 19 beratende Mitglieder.[8][9]

Sitzverteilung:

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister ist Günter Hahn (UWG NRÜ). Sein Stellvertreter ist Tillmann Zietz (CDU).[8][9]

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Wappens von Niedernstöcken stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 29. März 1967 erteilt.[10]

Blasonierung: „In Grün ein silberner Wellenbalken, oben ein silberner Stucken, unten ein einfacher, nach rechts gewendeter, goldener Pflugsterz mit silberner Pflugschar und Voreisen.“[10]
Wappenbegründung: Die Gemeinde liegt unmittelbar am Unterlauf des Leineflusses und ist bis heute eine rein landwirtschaftliche Ansiedlung geblieben. Das Leinetal, früher von großen Eichenwäldern bedeckt, wurde nach und nach durch Rodungen urbar gemacht. Bekannt ist, dass die letzten Eichen um das Jahr 1800 gefällt wurden. Der alte Ortsname Stockem, in Urkunden so erwähnt, deutet auf Waldreichtum und Rodung hin und wurde erst um 1600 in Niedernstöcken umbenannt. In dem Wappen wird die vorerwähnte Lage und Entwicklung des Ortes sowie die Deutung des Ortsnamens zum Ausdruck gebracht.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Die St.-Gorgonius-Kirche, 1843 erbaut, ist eine klassizistische Hallenkirche. Der Konsistorialbaumeister Ludwig Hellner schuf sie als Saalkirche in dem für ihn charakteristischen Stil. Der Kirchturm aus Raseneisenstein stammt schon von der Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert.

BaudenkmälerBearbeiten

Siehe: Liste der Baudenkmale in Niedernstöcken

LiteraturBearbeiten

  • Hans Ehlich: Niedernstöcken 1033–1983. Dorf an der Leine. Niedernstöcken 1983.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Unsere Ortschaften stellen sich vor – Mandelsloh/Niedernstöcken. In: Internetseite Stadt Neustadt a. Rbge. 2016, abgerufen am 13. Oktober 2017.
  2. Heinz Kochheim: Kirchen-Klöster-Kapellen im Landkreis Hannover von Helershausen bis Hase. 1991, S. 57.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  4. a b Komitee 1000 Jahre Mandelsloh (Hrsg.): Mandelsloh 985-1985. 1985, S. 341.
  5. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Landkreis Neustadt am Rübenberge. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 24. Mai 2018, abgerufen am 4. Oktober 2018.
  6. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Neustadt am Rübenberge (Neustadt i. Hannover). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln 1950, S. 30 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 27. April 2019] S. 39).
  8. a b Ortsrat der Ortschaft Mandelsloh/Niedernstöcken. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt a. Rbge. Abgerufen am 12. November 2017.
  9. a b Mandatsträger der Stadt. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt a. Rbge. Abgerufen am 12. November 2017.
  10. a b Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985, S. 286–287.