Nicola Kuhrt

deutsche Journalistin

Nicola Kuhrt (* 24. November 1974 in Haan, Rheinland) ist eine deutsche Journalistin.

WerdegangBearbeiten

Nicola Kuhrt besuchte das Gymnasium Vogelsang in Solingen. Nach dem Abitur 1994 studierte sie Germanistik, Soziologe und Neue Literaturgeschichte in Wuppertal. Sie volontierte bei der Westdeutschen Zeitung (WZ) in Düsseldorf, baute das Wissenschaftsressort der WZ auf und schrieb für die Süddeutsche Zeitung, DIE WELT, Kölner Stadtanzeiger und die Financial Times Deutschland. Ab 2008 schrieb sie für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Die Zeit über gesundheitspolitische Themen, neue Arzneimittel und klinische Studien. Ab Januar 2012 arbeitete sie als Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE (Ressort Wissenschaft), von April 2012 bis August 2014 war sie stellvertretende Ressortleiterin.[1] Von Oktober 2015 bis März 2017 war sie Chefredakteurin der Deutschen Apotheker Zeitung online,[2] wollte sich dann aber "neuen Herausforderungen stellen".[3]

Nicola Kuhrt ist Gründungsmitglied des Projekts „Medien-Doktor“,[4] das seit 2010 mehrmals pro Woche medizinjournalistische Beiträge in Print-, TV-, Hörfunk- und Online-Medien nach definierten Kriterien bewertet. Intention ist es, dass Leser ein vollständiges Bild über eine medizinische Therapie, eine Behandlungsart, ein medizinisches Produkt oder einen diagnostischen Test erhalten sollen.

2012 gründete sie mit den Spiegel-Datenjournalisten Maximilian Schäfer und Kurt Jansson, sowie Knight-Mozilla OpenNews Fellow Friedrich Lindenberg den Blog „Datenlese“,[5] der Zusammenhänge zwischen Wissenschaft und Politik schaffen soll.

Zusammen mit Peter Wensierski veröffentlichte sie im Mai 2013 im Spiegel die Recherche "Günstige Teststrecke"[6] in der die heimlichen Geschäfte westlicher Pharmakonzerne in der DDR enthüllt wurden. Der Artikel führte zu einer aktuellen Stunde im Bundestag, Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) stoppte daraufhin die Vernichtung von Krankenakten in allen betroffenen Ostkliniken. Ein Team um Historiker Volker Hess am Institut für Medizingeschichte der Berliner Charité untersucht seitdem die Tests an mehr als 50.000 Patienten in mehr als 50 DDR-Kliniken. Die Einrichtung einer Patientenberatung ist geplant.[7]

2017 gründete sie mit ihrem Journalistenkollegen Hinnerk Feldwisch-Drentrup das Online-Magazin MedWatch, welches sich kritisch mit pseudomedizinischen Themen und unseriösen Heilsversprechen auseinandersetzt.[8] Per Crowdfunding beabsichtigen die Journalisten, das Projekt zu einem unabhängigen digitalen Magazin auszubauen.[9]

Seit 2015 ist Nicola Kuhrt Vorsitzende der Jury des Memento Journalistenpreises[10], der von Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt, der BUKO Pharma-Kampagne und der Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe vergeben wird. Seit März 2015 ist Nicola Kuhrt Mitglied des Vorstands der Wissenschafts-Pressekonferenz.

Preise und AuszeichnungenBearbeiten

WerkeBearbeiten

  • Warum kriegt der Specht kein Kopfweh? Geheimnisse des Alltags und ihre verblüffenden Erklärungen. Dumont Verlag, 2010, ISBN 978-3-8321-6118-7.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Best of Wissenschaftsjounalismus. In: Medium. Robert Bosch Stiftung, abgerufen am 1. November 2019.
  2. Neue Chefredakteurin für DAZ online (Memento vom 17. November 2015 im Internet Archive), auf deutsche-apotheker-zeitung.de vom 13. Oktober 2015, abgerufen am 14. November 2015
  3. Neue Chefredakteure für DAZ.online. In: DAZ.online. 3. April 2017 (deutsche-apotheker-zeitung.de [abgerufen am 26. April 2017]).
  4. Medien-Doktor.
  5. Datenlese.
  6. Nicola Kuhrt, Peter Wensierski: Günstige Teststrecke. In: Der Spiegel. 13. Mai 2013. (über die heimlichen Test westlicher Pharmakonzerne in der DDR)
  7. Bundesregierung beschließt Forschungsprojekt zur Aufklärung der Pillentests in der DDR. In: Spiegel online.
  8. NDR: "MedWatch" kämpft mit Fakten gegen Fakes. Abgerufen am 1. November 2019.
  9. MedWatch - Ein Blog entlarvt im Netz falsche "Heilsversprechen". 10. Februar 2019, abgerufen am 1. November 2019.
  10. Memento Journalistenpreis.
  11. Nicola Kuhrt: Schuss ins Auge. In: Die Zeit. über den Kampf um Lucentis und Avastin
  12. Recherchepreis geht an Nicola Kuhrt (FAS) (Memento vom 17. November 2015 im Internet Archive), wissenschaftsjournalismus.org vom 6. Juni 2009, abgerufen am 14. November 2015
  13. Prize for Nicola Kuhrt who tackled taboo subject of rationing cancer therapies, Cancer World, Cancerworld (Memento vom 25. Mai 2014 im Internet Archive)
  14. medien-doktor.de, the German Health News Review
  15. Journalisten des Jahres 2013: Medium Magazin
  16. Journalisten des Jahres 2015: Medium Magazin
  17. #netzwende. Abgerufen am 1. November 2019 (deutsch).
  18. GWUP - Die Skeptiker - Carl-Sagan-Preis 2019 für MedWatch. Abgerufen am 1. November 2019.