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Nicolò Melli

italienischer Basketballspieler
Basketballspieler
Nicolò Melli
Melli 2018
Spielerinformationen
Geburtstag 26. Januar 1991 (28 Jahre)
Geburtsort Reggio nell’Emilia, Italien
Größe 205 cm
Position Power Forward
Liga NBA
Trikotnummer 20
Vereine als Aktiver
2004–2010 ItalienItalien Pallacanestro Reggiana
2010–2015 ItalienItalien EA7 Emporio Armani Mailand
2011 ––––– ItalienItalienScavolini Pesaro
2015–2017 DeutschlandDeutschland Brose Bamberg
2017–2019 TurkeiTürkei Fenerbahçe
Seit 2019 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten New Orleans Pelicans
Nationalmannschaft
Seit 2011 Italien

Nicolò Melli (* 26. Januar 1991 in Reggio nell’Emilia) ist ein italienischer Basketballspieler.

Er spielt seit 2019 für die New Orleans Pelicans in der NBA. Zuvor lief Melli von 2015 bis 2017 für Brose Bamberg in der Basketball-Bundesliga, sowie anschließend für den türkischen Klub Fenerbahçe Istanbul in der TBL auf. Für beide Klubs spielte er zudem in der EuroLeague.

Seit 2011 steht Melli als Nationalspieler im Kader der italienischen Herrenauswahl. Der Junioren-Vizeeuropameister von 2011 gewann mit Rekordmeister Olimpia Armani Mailand 2014 die italienische Meisterschaft. Seine Mutter Julie Vollertsen[1] gewann mit der Frauen-Volleyballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles.

KarriereBearbeiten

Melli wuchs in den Jugendmannschaften von Pallacanestro Reggiana in seiner Geburtsstadt heran, wo er seine ersten Einsätze im Herrenbereich in der Legadue ab 2008 hatte, und wechselte 2010 zum italienischen Rekordmeister Olimpia Armani nach Mailand, die ihn jedoch zum Ende der Saison 2010/11 an den Ligakonkurrenten Scavolini aus Pesaro ausliehen. Dieser verpasste jedoch am Saisonende um einen Sieg auf dem zehnten Platz den Einzug in die Play-offs um die italienische Meisterschaft. Bei der U20-Junioren-Europameisterschaft 2011 verlor die italienische Juniorenauswahl, angeführt von Alessandro Gentile, das Endspiel gegen Gastgeber Spanien und erhielt somit die Silbermedaille.[2] Anschließend kehrte Melli nach Mailand zurück, das auch Gentile verpflichtete, und konnte sich nun zunehmend auch Spielanteile in der italienischen Spitzenmannschaft sichern. Im höchstrangigen europäischen Vereinswettbewerb ULEB Euroleague 2011/12 erreichte man knapp die Zwischenrunde der 16 besten Mannschaften, in der man wegen des schlechteren direkten Vergleichs gegenüber UNICS Kasan ausschied. In der italienischen Meisterschaft erreichte man die Finalserie, die jedoch nach nur einem Sieg in fünf Spielen gegen Serienmeister Montepaschi Siena verloren ging. In der folgenden ULEB Euroleague 2012/13 scheiterte Mailand nach nur drei Siegen in zehn Vorrundenspielen bereits nach der Vorrunde. Auch in der italienischen Meisterschaft erreichten die Mailänder nur den vierten Platz nach der Hauptrunde knapp vor Titelverteidiger Siena. In der ersten Play-off-Runde kam es bereits zur Neuauflage der Vorjahresfinalserie, die Siena nach Siegen im sechsten und siebten Spiel noch für sich entscheiden konnte.

Beim EM-Endrundenturnier 2013 war Melli erstmals in einem Endrundenkader der italienischen Herrenauswahl vertreten. Nach fünf Vorrundensiegen gewann Italien nur noch das abschließende Zwischenrundenspiel gegen Titelverteidiger Spanien. Nach den folgenden drei Niederlagen im Viertelfinale und Platzierungsspielen verpasste man dann jedoch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014. In der ULEB Euroleague 2013/14 konnte sich Mailand vergleichsweise souverän für das Viertelfinale qualifizieren, in dem man im ersten Spiel Heimrecht gegen Maccabi Tel Aviv hatte. Doch die israelische Mannschaft konnte sich durchsetzen, so dass Olimpia Armani das Finalturnier im heimischen Mediolanum Forum verpasste, bei dem schließlich Maccabi triumphierte und den wichtigsten europäischen Vereinstitel gewann. In der italienischen Meisterschaft, in der Melli für Olimpia Armani hinter Samardo Samuels mit knapp fünf Rebounds pro Spiel mannschaftsintern zweitbester Rebounder noch vor Gani Lawal war, kam es in der Finalserie wieder zum Aufeinandertreffen von Mailand und Titelverteidiger Siena, das der Rekordmeister diesmal durch Siege im sechsten und siebten Spiel für sich entscheiden konnte. Nach Saisonende wurde Mellis Vertrag in Mailand um ein weiteres Jahr verlängert.[3]

Zur Spielzeit 2015/16 schloss sich Melli dem deutschen Meister Brose Bamberg an.[4] Die von Andrea Trinchieri betreute Mannschaft war seine erste Vereinsstation im Ausland. Mit Bamberg trat er in den folgenden beiden Spieljahren nicht nur in der BBL, sondern auch in der EuroLeague, der höchsten europäischen Spielklasse, an. Mellis Rolle im Bamberger Kader war dabei eine erheblich bedeutendere als zuvor in Mailand, wo er als Rollenspieler oft auf der Bank saß und dementsprechend wenig Verantwortung erhielt, was schließlich ausschlaggebend für einen Wechsel nach Bamberg war. In Trinchieris von Small Ball geprägtem Spielsystem spielte Melli als Power Forward, aber auch als Center und konnte sich so wesentlich besser entfalten und entwickeln. Aufgrund seines sehr guten Distanzwurfs und seiner Athletik, die ihm auch das körperbetonte Spiel in Korbnähe ermöglicht, wurde er in seiner Zeit in Bamberg zu einem der begehrtesten Spieler auf der Position vier in Europa, auch NBA-Teams wurde auf ihn aufmerksam.

Sowohl 2016 als auch 2017 gewann Nicolò Melli mit Brose Bamberg die Deutsche Meisterschaft. 2017 gelang sogar das Double mit dem Pokalsieg. In der EuroLeague Saison 2015/16 verpasste man um einen Sieg als erste deutsche Mannschaft überhaupt den Sprung in die Playoffs. Die EuroLeague Saison 2016/17 schloss Bamberg nach zehn Siegen in 30 Spielen und zwölf knappen Niederlagen mit sechs oder weniger Punkten auf dem 13. Platz ab.

Im Sommer 2017 wechselte Melli zum amtierenden Euroleague-Meister Fenerbahçe Istanbul. Mit der Mannschaft gewann er 2018 die türkische Meisterschaft sowie im Folgejahr den Pokalwettbewerb. Zwar fielen seine statistischen Werte in den EuroLeague-Auftritten mit Fenerbahçe im Vergleich zu seiner Bamberger Zeit etwas, allerdings verfügte das Aufgebot der türkischen Mannschaft auch über eine deutlich höhere Leistungsdichte.[5] In der EuroLeague-Saison 2017/18, in der er mit Fenerbahçe das Endspiel erreichte, dort aber Real Madrid verlor, erzielte er 8,9 Punkte im Schnitt. Im Finale gegen Real war Melli mit 28 Zählern der überragende Mann der Partie, was gleichwohl nicht für den Titel langte.[6] 2018/19 waren es 7,3 Punkte je Begegnung. In diesem Spieljahr musste er sich mit den Istanbulern im Spiel um den dritten Platz in der EuroLeague abermals Madrid geschlagen geben.[7]

Ende Juli 2019 unterschrieb er einen Vertrag bei den New Orleans Pelicans in NBA.[8] Die Leitung der Pelicans erhoffte sich vom Italiener insbesondere gute Verteidigungsarbeit und das Einbringen seiner Stärken als Vorlagengeber.[9]

Erfolge & AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nicolò Melli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Julie Vollertsen. JournalStar.com, 5. August 2012, abgerufen am 20. Juli 2014 (englisch, gemeinsames Foto).
  2. Spain Stay Perfect To Become Champions. FIBA Europa, 24. Juli 2011, abgerufen am 20. Juli 2014 (englisch, offizieller Spielbericht).
  3. EA7 Emporio Armani, Melli together one more year. ULEB, 18. Juli 2014, abgerufen am 20. Juli 2014 (englisch).
  4. Brose Baskets verpflichten Nicolò Melli. (Nicht mehr online verfügbar.) Brose Baskets, archiviert vom Original am 17. Juli 2015; abgerufen am 28. Juli 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brosebaskets.de
  5. MELLI, NICOLO - Welcome to EUROLEAGUE BASKETBALL. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  6. Real Madrid vs. Fenerbahce Dogus Istanbul - Game. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  7. Fenerbahce Beko Istanbul vs. Real Madrid - Game. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  8. Pelicans sign Nicolò Melli. Abgerufen am 11. Oktober 2019 (englisch).
  9. Nicolo Melli excited to fulfill ‘a kid’s dream,’ begin NBA career with Pelicans. Abgerufen am 17. Oktober 2019 (englisch).