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Als Neurotomie (lat. für ‚Nervenschnitt‘) bezeichnet man in der Medizin die vollständige oder teilweise Durchtrennung eines Nerven (Denervierung). Im Gegensatz zur Neurektomie wird die Durchtrennung der Nervenfasern ohne Substanzverlust durchgeführt.

Eine Neurotomie wurde erstmals 1748 von Schlichtling und Maréchal durchgeführt.[1] In der Folgezeit fand sie vor allem bei Schmerzzuständen und Spastiken Anwendung. In der heutigen Zeit werden Neurotomien nur noch selten durchgeführt. Ausnahmen sind die Radiofrequenz-Neurotomie bei chronischen Schmerzen im Rücken und nach Brustamputationen[2] sowie Nervenschnitte bei fokalen Spastiken[3]. Die Umschneidung (radiale Neurotomie) des Sehnervens bei der Zentralvenenthrombose ist ein in jüngerer Zeit entwickeltes Verfahren, welches zu einer besseren Durchblutung der Netzhaut führt.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Theodor Puschmann: Handbuch der Geschichte der Medizin: Bd. Die neuere Zeit. II. Teil, Band 3, S. 103, G. Fischer Jena, 1905.
  2. M. P. Davis: Recent advances in the treatment of pain. In: F1000 medicine reports Band 2, 2010, S. 63, ISSN 1757-5931. PMID 21173850. PMC 2990447 (freier Volltext)
  3. M. P. Sindou, F. Simon, P. Mertens, P. Decq: Selective peripheral neurotomy (SPN) for spasticity in childhood. In: Child's nervous system : ChNS : official journal of the International Society for Pediatric Neurosurgery Band 23, Nummer 9, September 2007, S. 957–970, ISSN 0256-7040. doi:10.1007/s00381-007-0399-1. PMID 17605016. (Review)
  4. J. Callizo, P. Kroll, S. Mennel, J. C. Schmidt, C. H. Meyer: Radial optic neurotomy for central retinal vein occlusion: long-term retinal perfusion outcome. In: Ophthalmologica. Journal international d'ophtalmologie. International journal of ophthalmology. Zeitschrift für Augenheilkunde Band 223, Nummer 5, 2009, S. 313–319, ISSN 1423-0267. doi:10.1159/000217730. PMID 19420979.
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