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Neurohämalorgan

Gewebe aus sekretorisch aktiven Nervenzellen mit Blutkontakt

Ein Neurohämalorgan ist ein abgrenzbarer Gewebsbereich, bei dem sekretorisch aktive Nervenzellen (Neurone) mit Spezialstrukturen an Blutgefäßen (griech. haima „Blut“) enden.

Bei diesen Organen werden die engen funktionellen Beziehungen zwischen Nerven- und endokrinem System besonders deutlich. Die Nervenzelle ist dabei nicht über eine Synapse mit einer anderen Nervenzelle oder mit einer Zielzelle verbunden, sondern produziert einen Botenstoff (Hormon), der über das Axon transportiert (axonaler Transport) wird, das nahe an Blutgefäßen endet. Dort wird das Hormon meist zunächst im Organ zwischengespeichert und im Bedarfsfall an das Blut abgegeben.

Bei höheren Tieren ist die Neurohypophyse ein Beispiel für ein Neurohämalorgan, ebenso wie die Eminentia mediana. Bei Insekten gehören die Corpora cardiaca zu diesem Organtyp.