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Neukirch (Bodenseekreis)

Gemeinde in Deutschland, Baden-Württemberg

GeographieBearbeiten

Lage und NachbargemeindenBearbeiten

Neukirch liegt in einer hügeligen, durch kleine Seen und Weiher unterbrochenen Wald- und Kulturlandschaft nördlich des Flusses Argen.

Es grenzt im Westen und Südwesten an das Gebiet der Stadt Tettnang (Bodenseekreis), im Süden an die Gemeinde Achberg, im Osten an die Stadt Wangen im Allgäu und im Norden an die Gemeinde Bodnegg (alle Landkreis Ravensburg).

GemeindegliederungBearbeiten

Zu Neukirch gehören die Dörfer Goppertsweiler und Wildpoltsweiler, die Weiler Bernried, Blumegg, Elmenau, Gunzenweiler, Hinteressach, Litzelmannshof, Matzenweiler, Oberlangensee, Oberrussenried, Summerau, Uhetsweiler, Unterlangensee, Unterrussenried, Vorderessach und Wittenberg sowie die Höfe Aberlingsbühl, Bechenhütten, Bernaumühle, Ebersberg, Flunau, Hinterburg, Landolz, Neuhaus, Reisenbronn, Sackweiher, Schnaidt, Vorderburg und Zannau.

SchutzgebieteBearbeiten

Im Gebiet der Gemeinde Neukirch sind (Stand: 31. Oktober 2011) durch das Regierungspräsidium Tübingen bzw. das Landratsamt Bodenseekreis als untere Naturschutzbehörde drei Landschaftsschutzgebiete (Eiszeitliche Ränder des Argentals mit Argenaue, Endmoränenkegel Ebersberg mit Mahlweiher und Endmoränenlage „Höhe 585,1“ zwischen Gunzenweiler und Litzelmannshof) sowie zehn Naturschutzgebiete (Argen, Auweiher, Buchbach, Ebersberger Weiher, Gemsenweiher, Hüttensee, Hüttenwiesen, Igelsee, Jägerweiher und Kreuzweiher-Langensee) ausgewiesen.

GeschichteBearbeiten

Von einer frühzeitlichen Besiedelung ist hier, im Unterschied zu vielen anderen Orten im Bodenseekreis, nichts bekannt. Die erste sicher bezeugte Siedlung (837) an dieser Stelle ist der Kirchort Schönenberg. Der Freie Bernhardus aus Bernried war 1172 im damaligen Argengau ein Ministerialer der Grafen von Veringen. Weitere Ortsteile entstanden teilweise sehr viel später, manche erst im 18. Jahrhundert.

Im Mittelalter gehörte das Gebiet zur Grafschaft Tettnang und lange Zeit zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Montfort. Mit dem Niedergang dieses Geschlechts fiel es im späten 18. Jahrhundert an Vorderösterreich, mit dem Pressburger Frieden dann an Bayern und 1810 schließlich, unter dem Einfluss von Napoléon Bonaparte, an Württemberg.

Etwa 3100 Meter nördlich von Neukirch befindet sich die Ruine der Burg Ebersberg.

ReligionenBearbeiten

Neukirch ist überwiegend römisch-katholisch geprägt.

PolitikBearbeiten

 
Brunnen bei der Kirche

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Neukirch hat mit der Stadt Tettnang eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Neukirch führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[2]. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,6 % (2009: 57,2 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

CDU 7 Sitze 54,9 % (2009: 6 Sitze, 47,9 %)
Freie Wähler 5 Sitze 45,1 % (2009: 6 Sitze, 52,1 %)

BürgermeisterBearbeiten

Am 7. Mai 2017 wurde Amtsinhaber Reinhold Schnell zum zweiten Mal für eine neue Amtszeit wiedergewählt.[3]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde Neukirch zeigt in Silber unter einer dreilatzigen roten Fahne – das ursprüngliche Emblem der Tübinger Pfalzgrafen – schräggekreuzt ein gestürztes rotes Schwert und einen roten Abtsstab.

PartnergemeindenBearbeiten

Die drei Partnergemeinden von Neukirch sind Szada in Ungarn, die Ortschaft Mauls der Gemeinde Freienfeld in Südtirol und die Gemeinde Osterstedt in Schleswig-Holstein.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Noch heute lebt etwa ein Fünftel der Einwohner Neukirchs von der Landwirtschaft. Dies ist der höchste Anteil unter sämtlichen Gemeinden des Kreises.

Die Bewohner der Gemeinde arbeiten hauptsächlich in mittelständischen Gewerbebetrieben in der näheren Umgebung oder pendeln in eine der umliegenden größeren Städte wie Ravensburg oder Friedrichshafen.

Die Energieversorgung erfolgt durch das Regionalwerk Bodensee.

VerkehrBearbeiten

In der Ortsmitte endet die erste und beginnt die zweite Etappe des Jubiläumsweges, eines 111 Kilometer langen Wanderweges, der 1998 zum 25-jährigen Bestehen des Bodenseekreises ausgeschildert wurde. Er führt über sechs Etappen durch das Hinterland des Sees, und zwar von Kressbronn über Neukirch, Meckenbeuren, Markdorf, Heiligenberg und Owingen nach Überlingen.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Neukirch verfügt über eine Grundschule.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

GlaubenswegBearbeiten

Die Seelsorgeeinheit Argental, ein Zusammenschluss der katholischen Pfarreien Goppertsweiler, Hiltensweiler, Krumbach, Laimnau, Neukirch, Obereisenbach, Tannau und Wildpoltsweiler, hat zu ihrem zehnjährigen Bestehen 2010 in den jeweiligen Orten einen Glaubensweg angelegt. An vier der insgesamt neun Stationen sind in Neukirch und umliegenden Weilern große Natursteine aufgestellt. An jedem dieser Steine ist eine Tafel mit dem Logo der Seelsorgeeinheit und einem Spruch oder Vers angebracht. Die Weglänge beträgt rund 4,7 Kilometer.

  • Station 1: „Keinen Weg lässt uns Gott gehen, den er nicht selbst gegangen wäre und auf dem er uns nicht vorausginge.“ (Dietrich Bonhoeffer)
  • Station 2, in Bernried: „Besser ist es, hinkend auf dem rechten Weg zu gehen als mit festem Schritt abseits.“ (Aurelius Augustinus)

HexenhäusleBearbeiten

 
Hexenhäusle in Hinteressach

Im Ortsteil Hinteressach findet sich das vom Künstler Melchior Setz gestaltete "Hexenhäusle". Es ist in Privatbesitz.

Wildpark SonnenhaldeBearbeiten

Im Ortsteil Tettnang-Wildpoltsweiler führt ein Rundweg von 2,5 km an Gehegen mit Wildschweinen, Mufflons, Dam- und Rotwild sowie Haustieren vorbei. Am Spielplatz werden auch Kleintiere gehalten, es gibt ein Waldlabyrinth und Ponyreiten. Eine Besonderheit ist die Wasserversorgung über einen der in Deutschland wenigen funktionsfähigen Hydraulischen Widder, der mit einer Leitungslänge von 700 m einen Höhenunterschied von 50 m überbrückt.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Tettnang. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1838 (Volltext bei Wikisource)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt BW - Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. https://www.staatsanzeiger.de/staatsanzeiger/wahlen/buergermeisterwahlen/neukirch/