Neues Museum Nürnberg

staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg

Das Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg (NMN) ist ein staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg. Unterstützt wird es durch die „Förderstiftung Neues Museum in Nürnberg“ und den Verein „Museumsinitiative – Freunde und Förderer des Neuen Museums in Nürnberg e. V.“. Es besteht im Wesentlichen aus zwei Sammlungen, der Sammlung Kunst (internationale Kunst der Gegenwart), hervorgegangen aus einer Kunstsammlung der Stadt Nürnberg, und einer Sammlung Design aus Beständen der Neuen Sammlung München – hinzu kommen noch private Stiftungen

Außenansicht NMN
Neues Museum Nürnberg
Treppenhaus NMN
Ausstellungsraum NMN

GeschichteBearbeiten

Die Sammlung Kunst des Neuen Museums geht zurück auf die in den sechziger Jahren von Dietrich Mahlow in der Kunsthalle Nürnberg begonnene Sammlung. Zweck der Sammlung ist internationale Gegenwartskunst seit den 1950er Jahren. Dieser Grundstock wurde schon vor der Eröffnung um große Schenkungen von Werken deutscher Künstler seit den 1960er Jahren aus der Privatsammlung der Nürnberger Galeristen Marianne und Hansfried Defet erweitert, hinzu kamen in den ersten Jahren Dauerleihgaben von rund 150 Werken aus der internationalen Sammlung des Berliner Galeristen und Kurators René Block und von 2002 bis 2005[1] auch 200 Werke von rund 70 vorwiegend amerikanischen Künstlern des Kölner Galeristen Rolf Ricke.[2] Weitere Ankäufe, Schenkungen und Leihgabe erweiterten seitdem den Bestand kontinuierlich.

Das Hauptgebäude nach einem Entwurf des Architekten Volker Staab mit einer 100 m langen Glasfassade fügt sich trotz seiner modernen Architektur nach allgemeiner Ansicht Aufsehen erregend in den historischen Stadtkern ein. Die Fertigstellung erfolgte 1999. Das Museum wurde am 15. April 2000 unter dem Gründungsdirektor Lucius Grisebach eröffnet.

In den ersten zwanzig Jahren des Bestehens (von 2000 bis Ende 2019) zählte das Museum 1485477 Besucher und blickt auf einen Bestand von 4500 Werken, wozu auch Leihgaben und Schenkungen zählen.[3] Seine Partner im Museumsgebäude sind das Institut für moderne Kunst Nürnberg und das Designforum Nürnberg. Im Museum findet man unter anderem Werke von Andy Warhol, Joseph Beuys und Neo Rauch. Als eines der Hauptwerke der Sammlung Kunst gilt das Gemälde „Telephone“ von Richard Lindner aus dem Jahre 1966.

Das Museum betreut u. a. den Nachlass des Malers Gerhard Wendland.

Neuerwerbungen, Geschenke und LeihgabenBearbeiten

  • Große Schenkungen von 1999, 2000, 2004 und 2016 durch die Nürnberger Unternehmer, Kunstsammler und Galeristen Marianne und Hansfried Defet
  • Seit Ende Februar 2003 steht im unteren Foyer eine 4,50 Meter hohe Skulptur mit dem Namen „Elliptische Säule“ des Künstlers Tony Cragg
  • Das Foto „Substrat 1I“ von 2002 des Künstlers Thomas Ruff
  • Das große, dreiteilige Bild „Psychogram“ schenkte der deutsch-amerikanische Maler Karl Hagedorn dem NMN kurz vor seinem Tod 2005
  • 2004 erwarb das NMN das Gemälde „Zufällige Verteilung von 40.000 Quadraten“, 2006 das Bild „2 trames 0°-90°“ von François Morellet
  • 2012: Jeppe Hein. Hexagonal Water Pavilion[4], Brunnen-Installation auf dem Klarissenplatz vor dem Museum. Aufgrund der positiven Resonanz in Nürnberg wurde der Brunnen vom Museum gekauft und wird nun jedes Jahr aufgebaut.
  • 2013 erhielt das NMN 69 Werke aus der Sammlung Böckmann als Dauerleihgabe. Darunter sind 28 Bilder von Gerhard Richter, was das Neue Museum zur drittgrößten Richter-Sammlung macht.[5] Aber auch Gotthard Graubner, A. R. Penck und der Künstlerin Isa Genzken sind vertreten.[6]

WechselausstellungenBearbeiten

  • 2000: Abstrakte Kunst
  • 2000: Ulrich Rückriem. Eine Installation
  • 2000: Unvollendete Vergangenheit
  • 2001: Horst Bartnig
  • 2001: Adrian Schiess. Malerei
  • 2001: Richard Artschwager. Up and Across
  • 2001/2002: Von Edgar Degas bis Gerhard Richter
  • 2002: ars viva 01/02 - Kunst und Design
  • 2002: Einfach Kunst. Sammlung Rolf Ricke
  • 2002: Armando
  • 2002/2003: DEFET. Eine Schenkung
  • 2003: Julian Opie
  • 2003: Designmuseen der Welt zu Gast
  • 2003/2004: Sand in der Vaseline. Künstlerbücher 1980 bis 2002
  • 2004: Antoni Tàpies. Bilder und Vorstellungen – Grafische Arbeiten seit 1959 aus einer Privatsammlung
  • 2004: Ladislav Sutnar. Designer zwischen zwei Welten
  • 2004/2005: 70/90. Engagierte Kunst
  • 2005: Ulrich Rückriem. Eine Installation
  • 2005: Der fotografierte Mensch
  • 2005: Egon Eiermann. Die Kontinuität der Moderne
  • 2005/2006: Tony Cragg. familiæ
  • 2006: Kunst als Kommentar
  • 2006: Jetzt dies hier
  • 2006/2007: Thomas Schütte. Zeichnungen
  • 2007: Christiane Möbus. Auswanderer
  • 2007: Norbert Kricke
  • 2007/2008: Wenn Handlungen Form werden. Ein neuer Realismus in der Kunst seit den fünfziger Jahren
  • 2008: Manfred Pernice. Que-Sah
  • 2008: design deutschland. case study 08
  • 2008/2009: „Who killed the painting?“. Werke aus der Sammlung Block im Neuen Museum in Nürnberg
  • 2009: Prinzip Morandini. Marcello Morandini - Design, Kunst, Architektur
  • 2009: Wiebke Siem. Die Fälscherin
  • 2009/2010: Daniel Buren. MODULATION. Arbeiten in situ
  • 2010: Claus Bury. Maßstabssprünge
  • 2010: Ulrich Rückriem. Granit Bleu de Vire, zugeschnitten 2000
  • 2010/2011: 1xMuseum, 10xRooms, 11xWorks – Jeppe Hein
  • 2011: In Mode. F.C. Gundlach, das fotografische Werk
  • 2011: Alessandro Mendini. Wunderkammer Design
  • 2011/2012: Gespenster, Magie und Zauber. Konstruktionen des Irrationalen in der Kunst von Füssli bis heute
  • 2012: 30 Künstler / 30 Räume[7]
  • 2012: Internationaler Faber-Castell-Preis für Zeichnung
  • 2012: Vorhang auf... für die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
  • 2012/2013: Helmut Jahn. Process Progress
  • 2013: Mary Heilmann. Good Vibrations
  • 2013: When Now is Minimal. Die unbekannte Seite der Sammlung Goetz
  • 2013/2014: Funktion / Dysfunktion. Kunstzentrum Glasgow
  • 2014: Die fabelhafte Welt der Laurie Simmons
  • 2014: Farbe im Quadrat. Amish Quilts und James Turrell
  • 2014/2015: Gerhard Richter. Ausschnitt – Werke aus der Sammlung Böckmann[8]
  • 2015: Gesichter – ein Motiv zwischen Figur, Porträt und Maske
  • 2015: Internationaler Faber-Castell Preis für Zeichnung
  • 2015/2016: Olaf Metzel. Deutsche Kiste
  • 2016: WE transFORM. Kunst und Design zu den Grenzen des Wachstums
  • 2016: Gotthard Graubner. Chroma
  • 2016: Tabula Rasa. Werner Knaupp zum 80. Geburtstag (Sammlungspräsentation)[9]
  • 2016/2017: Sherrie Levine. After All – Werke 1981-2016
  • 2017: Boris Lurie. Anti-Pop
  • 2017: Peter Buggenhout. Kein Schatten im Paradies
  • 2017/2018: Von der Kunst, ein Teehaus zu bauen – Exkursionen in die japanische Ästhetik.[10]
  • 2018: Saum der Zeit. Bilge Friedlaender – Ahmet Doğu İpek – Füsun Onur
  • 2018: Goshka Macuga. Intellectual Co-operation
  • 2018/2019: KP Brehmer. Kunst≠Propaganda zum 80. Geburtstag[11]
  • 2019: David Reed. Vice and Reflection #2
  • 2019: BAU [ SPIEL ] HAUS
  • 2019/2020: Out of Order. Werke aus der Sammlung Haubrok, Teil 1 und Teil 2
  • 2020: Was, wenn...? Zum Utopischen in Kunst, Architektur und Design
  • 2020/2021: Painterly. Von Warhol und Twombly bis heute – Malerei aus dem Museum Brandhorst

SkulpturengartenBearbeiten

Der Skulpturengarten am Neuen Museum Nürnberg im Zwinger zwischen Sterntor und Frauentor liegt nur wenige Schritte vom Neuen Museum entfernt. Er wurde 2004 eröffnet und dort befinden sich neun Skulpturen der Künstler Hiromi Akiyama, Johannes Brus, Bernd Klötzer, Alf Lechner, Horst Münch, Karl Prantl, Ulrich Rückriem, Alf Schuler und Timm Ulrichs. Sie sind tagsüber frei zugänglich.

2010 wurde zum dritten Mal Ulrich Rückriems aus elf Steinkuben bestehende Skulptur Granit Bleu de Vire zusammen mit weiteren Arbeiten des Künstlers, erneut anders angeordnet, ausgestellt.

DirektionBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Neues Museum Nürnberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. artnet: Sammlung Ricke verlässt Neues Museum Nürnberg, 24. Juni 2005
  2. Aufbruch und Ausbruch der US-Avantgarde – Die Sammlung des Kölner Galeristen Rolf Ricke geht mit 200 Arbeiten von 70 Künstlern als Dauerleihgabe an das Neue Museum für moderne Kunst in Nürnberg, General-Anzeiger, 20. Februar 2002
  3. https://www.nmn.de/de/museum/presse/202020.htm Zahlen anlässlich des 20-jährigen Jubiläums
  4. Jeppe Hein. Hexagonal Water Pavilion - Neues Museum Nürnberg. Abgerufen am 8. Dezember 2020.
  5. Süddeutsche Zeitung: Richter soll’s richten, 13. November 2014, S. R22
  6. NMN, abgerufen am 19. November 2014
  7. Home - Neues Museum Nürnberg. Abgerufen am 8. Dezember 2020.
  8. NMN Ausschnitt, abgerufen am 19. November 2014
  9. Tabula Rasa. Werner Knaupp zum 80. Geburtstag, Seite des nmn, abgerufen am 8. Februar 2018
  10. Von der Kunst, ein Teehaus zu bauen - Exkursionen in die japanische Ästhetik, Seite des nmn, abgerufen am 8. Februar 2018
  11. Internetseite Neues Museum
  12. Eva-Christina Kraus wird Direktorin des Neuen Museums Nürnberg. dpa / www.welt.de, 25. Juli 2014, abgerufen am 27. Juli 2014.

Koordinaten: 49° 26′ 52″ N, 11° 4′ 48″ O