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Neuensalz

Gemeinde im Vogtlandkreis, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Neuensalz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuensalz hervorgehoben
Koordinaten: 50° 31′ N, 12° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Treuen
Höhe: 417 m ü. NHN
Fläche: 33,49 km2
Einwohner: 2108 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08541
Vorwahlen: 03741, 037463 (Mechelgrün und Zschockau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 270
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Genossenschaftsweg 8
08541 Neuensalz
Bürgermeisterin: Carmen Künzel (EB)
Lage der Gemeinde Neuensalz im Vogtlandkreis
TschechienBayernThüringenErzgebirgskreisLandkreis ZwickauAdorf/Vogtl.Auerbach/Vogtl.Bad BrambachBad ElsterBergen (Vogtland)BösenbrunnEichigtEllefeldElsterbergFalkenstein/Vogtl.Grünbach (Sachsen)HeinsdorfergrundKlingenthalLengenfeld (Vogtland)Limbach (Vogtland)MarkneukirchenMühlentalMuldenhammerNetzschkauNeuensalzNeumark (Vogtland)Neustadt/Vogtl.Oelsnitz/Vogtl.Pausa-MühltroffPlauenPöhlReichenbach im VogtlandWeischlitzRodewischRosenbach/Vogtl.Schöneck/Vogtl.Steinberg (Vogtland)Triebel/Vogtl.TheumaTirpersdorfTreuenWerdaKarte
Über dieses Bild

Neuensalz ist eine Gemeinde im sächsischen Vogtlandkreis.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Neuensalz liegt im Zentrum des Naturraumes Vogtland (Mittelvogtländisches Kuppenland) im sächsischen Teil des historischen Vogtlands. Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich der südliche Teil der Talsperre Pöhl mit der Vorsperre Neuensalz und der Vorsperre Thoßfell. Diese entstand durch Aufstauung der Trieb, einem Zufluss der Weißen Elster.

Angrenzende Gemeinden im Vogtlandkreis sind Bergen, Pöhl, Theuma, die Städte Falkenstein, Treuen sowie Plauen.

GemeindegliederungBearbeiten

 
Ehemaliges Ferienheim bei Thoßfell (1979)

Zu Neuensalz gehören die Ortsteile Altensalz, Gansgrün, Mechelgrün, Thoßfell, Zschockau, Voigtsgrün und Zobes.

GeschichteBearbeiten

Der erstmals 1418 genannte Ort Neuensalz wurde 1438 als Nuwen Salcze bezeichnet. Untersuchungen an der Kapelle Neuensalz legten jedoch nahe, dass diese bereits Mitte des 12. Jahrhunderts auf den Festen einer heidnischen Opferstelle errichtet wurde. Wirtschaftlich bedeutsam war die seit 1493 belegbare Nutzung der in Altensalz zutage tretenden Solequellen durch die Saline Altensalz, von denen sich der Name von Altensalz und Neuensalz herleitet. Sie befanden sich am rechten Ufer der Trieb am ehemaligen Kirchsteig nach Gansgrün. Heute liegen heute sie zehn Meter unter dem Wasserspiegel der Talsperre Pöhl.

Die Grundherrschaft über Neuensalz lag bis ins 19. Jahrhundert beim örtlichen Rittergut. Ein Anteil des Orts gehörte zeitweise zum Rittergut Reusa[2] und später zum Rittergut Thoßfell.[3] Das Rittergut Neuensalz befand sich im 16. Jahrhundert im Eigentum der Familie von Tettau.[4] 1885 erwarb Major Hanns Moritz von Zehmen das Rittergut Neuensalz und Zobes.[5] Die verwitwete Elisabeth Christine von Zehmen, geb. von der Pforte verkaufte 1929 den Grundbesitz in Zobes an den Landwirt Georg Kurze. Sie behielt aber das "Schlössel" sowie das Rittergut Neuensalz, dass sie ihrer Tochter Elisabeth v. Voights-Rhetz, geb. v. Zehmen übertrug. 1945 wurde William v. Voights-Rhetz im Rahmen der Bodenreform enteignet.

Neuensalz lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Plauen.[6] 1856 wurde der Ort dem Gerichtsamt Plauen und 1875 der Amtshauptmannschaft Plauen angegliedert.[7] Der Haltepunkt Neuensalz wurde am 1. Juni 1923 an der Bahnstrecke Lottengrün–Plauen eröffnet. Die Station befand sich einige Kilometer südwestlich des Orts. Der Haltepunkt ging am 27. September 1970 außer Betrieb. Einzig das Wohnhaus der Station in der „Bahnhofstraße“ ist erhalten geblieben.[8]

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Neuensalz im Jahr 1952 zum Kreis Plauen-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer „Landkreis Plauen“ fortgeführt wurde und 1996 im Vogtlandkreis aufging. Zwischen 1958 und 1964 erfolgte der Bau der Talsperre Pöhl mit den Vorsperren Thoßfell und Neuensalz.

EingemeindungenBearbeiten

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altensalz[9] 1. Januar 1972
Gansgrün[9] 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Thoßfell
Mechelgrün[10] 1. Januar 1996
Thoßfell[10] 1. Januar 1994
Voigtsgrün[9] 1. Januar 1972
Zobes[10] 1. Januar 1994
Zschockau[11] 1. Oktober 1934 Eingemeindung nach Mechelgrün

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1998: 2.448
  • 1999: 2.429
  • 2000: 2.421
  • 2001: 2.400
  • 2002: 2.415
  • 2003: 2.408
  • 2004: 2.414
  • 2007: 2.367
  • 2008: 2.365
  • 2009: 2.360
  • 2012: 2.252
  • 2013: 2.235

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Gemeinderatswahl 2019[12]
Wahlbeteiligung: 69,8 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,6 %
22,3 %
10,8 %
9,7 %
4,5 %
IG FFW
EK
WVZ
    
Insgesamt 14 Sitze
  • Linke: 1
  • IG FFW: 9
  • WVZ: 1
  • EK: 3


Seit der Nachwahl zur Gemeinderatswahl am 7. Dezember 2014, die aufgrund eines Formfehlers bei der ursprünglichen Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 notwendig geworden ist, verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Interessengemeinschaft Freiwillige Feuerwehren (IG FFW): 5 Sitze
  • Evangelische Kirche (EK): 3 Sitze
  • Wählervereinigung Zobes (WVZ): 2 Sitze
  • NPD: 2 Sitze (es wird allerdings nur einer wahrgenommen)
  • LINKE: 1 Sitz
     
    ehemalige Schule (2019)
  • CDU: 1 Sitz

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kapelle Neuensalz, heute Konzert- und Ausstellungszentrum

Neuensalz teilt sich mit der Gemeinde Pöhl das Erholungsareal der Talsperre Pöhl. Die säkularisierte Kapelle Neuensalz ist heute ein Konzert- und Ausstellungszentrum. Im Ortsteil Altensalz birgt die 1214 vom Deutschen Ritterorden errichtete Kirche an der gotischen Holzdecke barocke Ornamentmalereien von ca. 1650. Im Ortsteil Mechelgrün befindet sich die Ruine der Wasserburg Mechelgrün.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Neuensalz liegt verkehrsgünstig an der BAB 72 und ist von der Anschlussstelle Plauen-Ost (7) über die B 173 zu erreichen. Ferner beginnt am westlichen Ortsrand von Neuensalz die B 169.

Im Ortsteil Thoßfell hatte die Gemeinde einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Herlasgrün–Falkenstein, in Neuensalz befand sich eine Station der stillgelegten Bahnstrecke Lottengrün–Plauen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Heinz Emons, Hans-Henning Walter: Alte Salinen in Mitteleuropa. Zur Geschichte der Salzerzeugung vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1988.
  • Richard Steche: Neuensalz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 11. Heft: Amtshauptmannschaft Plauen. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 43.
  • Matthias Donath: "Schlösser und Herrenhäuser im Vogtland." edition Sächsische Zeitung, Meißen 2011, vgl. S. 169 und 173.
  • G. A. Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Nach der Natur neu aufgenommen von F. Heise, Architect, V. Section: Vogtländischer Kreis. Leipzig 1860, Rittergut Neuensalz, S. 7–8

WeblinksBearbeiten

  Commons: Neuensalz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Neuensalz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Das Rittergut Reusa auf www.sachsens-schlösser.de
  3. Das Rittergut Thoßfell auf www.sachsens-schlösser.de
  4. Das Rittergut Neuensalz auf www.sachsens-schlösser.de
  5. Das Rittergut Zobes auf www.sachsens-schlösser.de
  6. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 76 f.
  7. Die Amtshauptmannschaft Plauen im Gemeindeverzeichnis 1900
  8. Der Haltepunkt Neuensalz auf www.sachsenschiene.net
  9. a b c Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  10. a b c Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  11. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  12. [1]