Necro

US-amerikanischer Rapper

Ron Raphael Braunstein (* 7. Juni 1976 in Brooklyn, New York City), besser bekannt als Necro, ist ein US-amerikanischer Rapper und Produzent.

Necro im Studio
Necro (1998)
Necro (1998)

WerdegangBearbeiten

Ron Braunstein ist bekannt für seine morbiden Texte, in denen der Tod häufig in seiner omnipräsenten Form angesprochen wird. Er gilt deshalb auch als Erfinder des „Death Rap“, ein eigener Stil, der Rap mit Elementen des Death Metal verbindet. So arbeitet der Künstler mit dem Namen Necro, der von einem Lied der Band Slayer abgeleitet ist, auch regelmäßig mit Musikern dieser Szene zusammen (u. a. Sean Martin & Jamey Jasta (Hatebreed), Igor Cavalera (Sepultura) und Scott Ian (Anthrax)).

Necros Beats sind düster und stets sehr elementar gehalten. Zumeist bestehen sie lediglich aus einem Drumset und einem Sample; die Songs kommen dabei oft ohne ein weiteres Soundelement zur besonderen Betonung des Refrains aus. Necro sampelt häufig E-Gitarren und Saxophone, was besonders zu Beginn seiner Karriere eine unübliche Grenzüberschreitung war (zu der damaligen Zeit legte man im Hip-Hop noch besonders Wert auf eine Unterscheidung von anderen Musikstilen).

Necros musikalische Karriere begann als Gitarrist bei der Death-Metal-Band Injustice, die er 1986 zusammen mit seinem älteren Bruder Ill Bill gründete. Da die Gruppe trotz Bemühungen keinen Plattenvertrag erhielt, wandte er sich dem Rap zu.[1] Erste Aufmerksamkeit erlangte Necro, als er 1991 einen Demo-Kontest in einer Radio Show gewann. In den folgenden Jahren sammelte er in der Rapszene von New York Erfahrungen und war häufig auf Untergrundrapveranstaltungen anzutreffen. So wurde er unter anderem bei einem Open-Mic-Auftritt in New York vom größtenteils schwarzen Publikum ausgepfiffen, weil er mit einem Charles-Manson-T-Shirt auf der Bühne stand. Manson, andere Soziopathen und deren Verbrechen sind ebenfalls in den Texten des Künstlers zu finden. Auch bleiben verstorbene Prominente und die jeweilige Todesart der Person in den morbiden Texten des Musikers, die teilweise auch einen humorvollen, makaberen Kontrast beinhalten, nicht unerwähnt. Im Jahr 2000 veröffentlichte Necro sein erstes Album I Need Drugs. Er tritt auch unter den Pseudonymen The Sexorcist oder Necrodamus auf.

Seit 2013 bildet Necro zusammen mit Kool G Rap das Duo The Godfathers. Ihr Debütalbum Once Upon A Crime erschien ebenfalls 2013.

Necro ist seit 2009 auch als Schauspieler in Film und Fernsehen zu sehen. 2017 spielte er in Good Time mit.

Verhaftung in der Schweiz und zeitweiliges Einreiseverbot in den Schengen-RaumBearbeiten

Am 27. November 2015 griff Necro bei einem Auftritt in einem Nachtclub der Schweizer Stadt Zürich gemeinsam mit seinem Sicherheitsmann sowie seinem musikalischen Begleiter Mr. Hyde sechs Mitglieder der Schweizer Rap-Gruppe I.B.S an, welche als Vorgruppe auftrat, und verletzte diese schwer.[2][3][4][5] Laut Necro war der Grund für die Auseinandersetzung ein Konflikt, der zwischen der Gruppe sowie seinem Sicherheitsmann auftrat, nachdem dieser eines der Mitglieder in einem Moshpit geschubst habe.[4] Necro wurde kurze Zeit nach der Auseinandersetzung im Backstage des Nachtclubs verhaftet und verbrachte vier Tage in Einzelhaft im örtlichen Gefängnis. Nach seiner Entlassung aus der Einzelhaft wurde Necro in einem Schnellverfahren zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, und gegen ihn wurde ein dreijähriges Einreiseverbot, welches den gesamten Schengen-Raum abdeckte, verhängt.[6][7] Das Einreiseverbot wurde ein Jahr früher aufgehoben, und so darf Necro seit November 2017 wieder den europäischen Schengen-Raum betreten.[6]

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

  • 1998: Cockroaches EP
  • 2000: I Need Drugs
  • 2001: Gory Days
  • 2002: Gory Days Special Edition CD/DVD
  • 2004: The Pre-Fix for Death
  • 2005: The Sexorcist
  • 2005: The Circle of Tyrants, mit Ill Bill, Goretex und Mr. Hyde als The Circle of Tyrants
  • 2007: Death Rap
  • 2008: The Sexorcist Special Edition CD/DVD
  • 2010: Die!
  • 2012: The Murder Murder Kill Kill EP
  • 2013: Once Upon a Crime mit Kool G Rap als The Godfathers
  • 2014: Sadist Hitz
  • 2018: The Notorious Goriest
  • 2020: Sadist Hitz Vol. 2

MixtapesBearbeiten

  • 2000: Rare Demos and Freestyles Vol. 1
  • 2001: Rare Demos and Freestyles Vol. 2
  • 2002: Rare Demos and Freestyles Vol. 3
  • 2003: Necro Presents: Brutality Part 1
  • 2003: Street Villains Vol. 1
  • 2005: Street Villains Vol. 2

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The Golden Era: Necro Interview auf 90erhiphop.de, abgerufen am 29. Januar 2014
  2. US-Rapper des Landes verwiesen. In: Tages-Anzeiger. 12. März 2015, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 28. Februar 2020]).
  3. Simon Eppenberger: US-Rapper schlägt Zuschauer zusammen. In: Tages-Anzeiger. 30. November 2015, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 28. Februar 2020]).
  4. a b HipHopDX- https://hiphopdx.com: The Blow-By-Blow On How Necro Got Banned From Switzerland. 28. Januar 2016, abgerufen am 28. Februar 2020.
  5. Von Céline Trachsel: Wüste Schlägerei: US-Rapper Necro bei Zürcher Konzert verhaftet. 30. November 2015, abgerufen am 28. Februar 2020.
  6. a b David Molke: Einreiseverbot aufgehoben: Necro darf wieder nach Europa und kommt auf Tour. 14. Juni 2017, abgerufen am 28. Februar 2020.
  7. HipHopDX- https://hiphopdx.com: Necro Banned From Switzerland After Brawling In Zurich. 2. Dezember 2015, abgerufen am 28. Februar 2020.

WeblinksBearbeiten