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Neckarburg

Burg in Baden-Württemberg, Deutschland

Die Neckarburg ist eine abgegangene frühmittelalterliche Höhenburg bei 550 m ü. NN auf einem langgestreckten Umlaufberg in einer Neckarschleife bei Villingendorf im Stadtgebiet von Rottweil im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg. Sie ist im Besitz des Grafen von Bissingen und Nippenburg und die älteste Burganlage im Landkreis. Das Burgareal liegt innerhalb des Naturschutzgebiets Neckarburg.

Neckarburg
Vom Neckartal erblickt man die Mauerreste

Vom Neckartal erblickt man die Mauerreste

Entstehungszeit: vermutlich 8. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Burgstall, Umfassungsmauern
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Rottweil-Neckarburg
Geographische Lage 48° 11′ 53,2″ N, 8° 37′ 8,8″ OKoordinaten: 48° 11′ 53,2″ N, 8° 37′ 8,8″ O
Höhe: 550 m ü. NN
Neckarburg (Baden-Württemberg)
Neckarburg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Burg wurde 793 erstmals als „Nehhepurc“ in einer Urkunde erwähnt, als sie der alamannische Baargraf Berthold an das Kloster St. Gallen verschenkte, und sie als Lehen wieder zurückbekam. Erbaut wurde sie möglicherweise als Fluchtburg von den alamannischen Adligen der Bertholden oder der Alaholfinger. Aus dieser frühen Zeit der Burganlage haben sich allerdings keine baulichen Überreste erhalten. Gut sichtbar sind hingegen immer noch Teile des Burggrabens und der umlaufenden Wehranlage.

Erst im 11. Jahrhundert setzt die schriftliche Überlieferung der Neckarburg wieder ein, als sie im Besitz zweier adeliger Familien war. Ab 1279 war die Burg dann im Besitz der Grafen von Sulz. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg zweigeteilt, die vordere Burg, die frühere Vorburg, besaßen die Herren von Neuneck, die hintere Burg, die ursprüngliche Turmburg wurde von den Herren von Rüti bewohnt. Beides waren jeweils Lehen der Grafen von Sulz bzw. der Grafen von Hohenberg. Ab 1375 hatten die Grafen von Wirtemberg das Öffnungsrecht inne.[1]

Im Jahr 1379 wurde die Neckarburg stark beschädigt, als die Herren von Neuneck in Streit mit den Wildensteinern lagen. 1387 wurde die Turmburg daraufhin als Burgstall, also als unbewohnbare Burg, bezeichnet, nämlich als die Sulzer Grafen mit den von Rütli vereinbarten, dass die Grafen vom Burgstall der Rütli Steine zum Mauerbau bekommen sollten. 1580 wurde die Burg von der Rottweiler Familie Spreter von Kreudenstein gekauft, damals wurde die Hinterburg wohl gänzlich abgebrochen, (die Vorderburg als repräsentatives Schloss ausgebaut) Es wurden beide Burgteile, Vorder- und Hinterburg abgerissen. An neuer Stelle, in ca. 50 m Abstand zu den abgebrochenen Teilen, die Neckarburg neugebaut, als dreitürmiges Schloss. Eine Abbildung der damaligen, prachtvollen Burg ist in einem Gemälde, von Johann Georg Glückher, ist in der Michaelskapelle erhalten.

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges stand das Schloss zeitweilig leer, aufgrund dessen war das Schloss, ab dem 17. Jahrhundert nicht mehr bewohnbar. Im 18. Jahrhundert kam es zusammen mit dem zugehörigen Gutshof in den Besitz des Klosters Sankt Georgen im Schwarzwald, dessen Abt Michael Glükher die Burgkapelle bzw. die spätere Pfarrkirche sowie den Gutshof erneuern ließ. Das mit 1711 bezeichnete Wappen über der Tür des Gutshofes stammt aus dieser Zeit. 1836 erwarben die Grafen von Bissingen-Nippenburg die Schlossruine sowie den Gutshof.

In den 1980er-Jahren wurde die Ruine grundlegend durch den Stadtjugendring Rottweil saniert.[2]

Von der ehemaligen Burganlage sind noch die Umfassungsmauern erhalten.

Nach der Neckarburg benanntBearbeiten

Seit 1990 existiert mit Radio Neckarburg ein lokaler Radiosender, der sich nach der Neckarburg benannt hat.

Unterhalb der Burgruine steht die 1951 erbaute Holzbrücke Neckarburg. Wenige Kilometer nordwestlich überspannt die Neckarburgbrücke der A81 das Neckartal, an deren Nordende die Raststätte Neckarburg einen guten Ausblick über das Tal bietet.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burg Neckarburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilfried Pfefferkorn: Burgen unseres Landes, Band 3: Oberer Neckar mit Stuttgart und Umgebung, S. 15
  2. Andrea Hahn-Weishaupt (Bearb.): Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 29: Der Landkreis Rottweil, S. 144 f. und Arthur Hauptmann: Burgen einst und jetzt - Burgen und Burgruinen in Südbaden und angrenzenden Gebieten, S. 178 ff.